Durch kürzere Durchlaufzeiten mehr Produktivität in der Metallbearbeitung zu erreichen, ist ein hoch gestecktes Ziel. 400 Prozent an Geschwindigkeitszunahme in Sachen Erodierbohren sind jedoch eine fast astronomische Steigerungsrate. Bei der Deutschen Technoplast GmbH in Wörth an der Donau hat die Investition in die MD-740 von Heun mit Elektrodenwechsler neue Maßstäbe gesetzt.
Der mittelständische Kunststoffverarbeiter, der mit über 120 Mitarbeitern hochpräzise Bauteile für die Optoelektronik- und Automobilbranche herstellt, setzt für die Herstellung seiner Spritzgießformen auf einen hauseigenen Werkzeugbau im Präzisionsbereich. „Das µ gilt für uns im ganzen Haus als Maßeinheit“, erläutert Hans Jürgen Bauer, der als geschäftsführender Gesellschafter und Industriemeister für Kunststoff und Metall für die gesamte Metallbearbeitung im Haus zuständig ist: „Unsere Präzisionsarbeit sowohl in der spanabhebenden wie in der spanlosen Fertigung ist für uns der entscheidenden Wettbewerbsvorteil jenseits der reinen Kostenseite.“
Know-how im eigenen Haus
Fräsen, Bohren, Schleifen, Draht- und Senkerodieren gehören dabei schon lange zum Leistungsspektrum des mittlerweile 40 Jahre alten Traditionsunternehmens, das als Teil der Unternehmensfamilie Deutsche Technoplast mit Niederlassungen in Schwabach und Malacca/Malaysia vertreten ist.
Gerade für die Erstellung der nur 0,15 bis 3 mm im Durchmesser zählenden Startbohrungen für das anschließende Drahterodieren sehr kleiner Kavitäten für Spritzgießformen war das Unternehmen bis Anfang 2009 jedoch auf ein wesentlich leistungsschwächeres, an eine Senkerodiermaschine angeschlossenes Bohrgerät angewiesen. Größere Aufträge – an einem einzigen Werkstück werden bei der Deutschen Technoplast teilweise bis zu 160 Bohrungen vorgenommen – wurden deshalb außer Haus gegeben.
Höchste Positioniergenauigkeit auch bei kleinsten Bohrungen
Hier zu investieren, lag auch für den Leiter der spanlosen Fertigung, Martin Hornauer, nahe: „Als Zielvorgaben definierten wir Mitte 2008 zunächst für uns, kleinste Bohrungen mit höchster Positioniergenauigkeit und einer Elektrode von 0,1 mm vornehmen zu können. Eine CNC-Ausstattung mit Wechsler für ein mannloses Einbringen von Bohrungen ab einem Elektrodendurchmesser von 0,3 mm erschien uns ebenfalls wichtig.“
Alle Vorteile vereinte hier nach längerer Suche und Vermittlung durch die Och GmbH die Erodierbohrmaschine MD-740 der Heun Werkzeugmaschinen und Industriebedarf GmbH aus Kahl am Main. Nach einer Versuchsphase vor Ort konnte Martin Hornauer bestätigen: Die MD-740 leistet, was die Deutsche Technoplast braucht.
Bearbeitung im harten Zustand vermeidet Härteverzug
Einfache Bedienung auf der einen Seite und die sehr kleinen und dennoch hochpräzise eingebrachten Bohrungen zwischen 0,15 und 0,3 mm auf der anderen Seite entsprechen den Qualitätsmaßstäben des Unternehmens. Zeitintensive manuelle Nacharbeiten und Maschinenstandzeiten werden vermieden. „Außerdem ist der Härteverzug ausgeschaltet, da die Bohrungen im harten Zustand in das Werkstück eingebracht werden, und dies noch dazu bei geringem Elektrodenverschleiß,“ so Hornauer weiter. Entscheidende Pluspunkte sind und bleiben jedoch jenseits der Bedienerseite – und hier weiß sich Abteilungsleiter Martin Hornauer wieder mit der Technoplast-Geschäftsleitung einig – die enorme Verkürzung der Durchlaufzeiten und die deutlich gestiegene Flexibilität bei den betriebsinternen Abläufen in der Metallbearbeitung.
Trotz der Anschaffungskosten von rund 80.000 Euro hat sich für das Unternehmen damit die die Investition in die neue MD-740 binnen eines Jahres mehr als ausgezahlt. Und auch mit Service für Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien ist man mehr als nur zufrieden – und ist ein weiteres Argument für eine Qualitätsmaschine „Made in Germay“.W