von Tim Bartl Kühlschmierstoffe erhöhen Schnittgeschwindigkeiten, verlängern Werkzeugstandzeiten und sorgen nicht zuletzt für bessere Oberflächenqualitäten. Entsorgungs- und Reinigungsanlagen optimieren Lager- und Logistikkosten, verbessern die KSS-Rückgewinnung und garantieren beste Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter – zumindest unter gesundheitlichen Aspekten. Der Bereich Kühlen, Schmieren, Reinigen und Entsorgen tangiert einen Großteil der modernen Fertigung und wird trotzdem gerne stiefmütterlich behandelt. Die NC Fertigung hat sich der Problematik gestellt und bei führenden Unternehmen der Branche nachgefragt, warum das so ist und was man dagegen unternehmen kann.
Herr Dr. Storr, sie sind geschäftsführender Gesellschafter bei Oelheld. Worin sehen Sie die technischen und wirtschaftlichen Vorteile Ihres Produkts?
Qualität als Schlüssel zum Erfolg! lautet ein Slogan von oelheld, der in unserem Unternehmen zur Philosophie gehört. Wir bei oelheld entwickeln innovative Produkte in unseren Forschungs- und Technologiezentren nach den Anforderungen der Kunden. Eine strikte Qualitätssicherung ist unerlässlich. Viele unserer Produkte sind patentiert und werden von führenden Maschinenherstellern empfohlen.
Detlef Stülzebach, Geschäftsführer der Blaser Swisslube GmbH, ergänzt:
Mit unserem ‚flüssigen Werkzeug’ erhalten unsere Kunden ein Paket aus kompetenter Beratung, High-Tech-Kühlschmierstoffen und einer maßgeschneiderten Serviceleistung. Wir helfen unseren Kunden, vom Shop-Audit bis hin zur analytischen Überwachung der eingesetzten KSS die Produktivität zu steigern.
Auch Erhart Funk-Dinglinger, Berater der Geschäftsführung bei Polo Filter-Technik, sieht die technischen und wirtschaftlichen Vorteile...
… in den individuellen, speziell auf den jeweiligen Bedarfsfall ausgearbeiteten Konzepten und der gründlichen Hinterfragung und Diskussion mit dem Anwender des Problemfalls.
Und Dipl.-Ing. Roland Ruf, Entwicklungsleiter der Ruf GmbH, fügt an:
Die Vorteile des Brikettierens sind vielfältig: Das Volumen von Metallspänen oder Schleifschlamm wird reduziert, der Wert des Rohmaterials erhöht und Schmiermittel zurück gewonnen. Dabei hängt die Gewichtung der Vorteile von den Einsatzgebieten ab.
Neben den technischen Vorteilen liegen auch die wirtschaftlichen auf der Hand, weiß Dipl.-Wirt.Ing Christoph Oster, Geschäftsführer von ph-cleantec.
Die Wirtschaftlichkeit begründet sich einerseits durch den Wegfall aggressiver und teurer Reiniger, geringerer Entsorgungskosten sowie schnellere, Reinigung.
Ebenfalls für die Wirtschaftlichkeit sprechen verlängerte Lebensdauer und Laufzeit der Werkzeuge, so Christian Lässer, General Manager WD-40 Company.
Anwender können mit den Produkten der WD-40 Company einen erheblichen Beitrag zum Werterhalt ihrer Werkzeuge und Maschinen leisten − Lebensdauer und Laufzeiten werden deutlich verlängert. Zudem gewinnen Instandhaltungsprozesse mit WD-40 an Effektivität, der Reparaturbedarf sinkt insgesamt spürbar. Unter dem Strich sparen Unternehmen durch den vorausschauenden Einsatz von WD-40 viele (teils unnötige) Kosten ein.
Und Detlef Stülzebach legt nach:
Die wirtschaftlichen Vorteile sind ganz klar eine lange KSS-Nutzungsdauer, hohe Werkzeugstandzeiten, weniger Maschinenstillstände beziehungsweise -ausfälle, geringer Verbrauch und nicht zuletzt eine lückenlose Dokumentation des KSS-Zustandes.
Langlebigkeit als Wirtschaftlichkeitspluspunkt gilt zusätzlich auch für die eigenen Geräte, weiß Thomas Metzger, Junior-Chef der MKR Metzger GmbH …
MKR Geräte sind auch nach 20 Jahren noch in Betrieb.
…und rundet damit die Diskussion um technische und wirtschaftliche Vorteile der Branche ab.
Doch damit nicht genug. Hinzu kommen nun vor allem die Lösungsansätze, die die einzelnen Unternehmen ihren Kunden bieten können.
Christian Lässer bringt diese stellvertretend für die Branche auf den Punkt:
Unsere Kunden – zum erheblichen Teil Fachanwender − erwarten in erster Linie vier Dinge von WD-40: gute Arbeitsergebnisse, Multifunktionalität, ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis sowie eine umfassende Verfügbarkeit.
Erhart Funk-Dinglinger ergänzt:
Die Anforderungen beziehen sich auf einen bestimmten Reinheitsgrad und eine lange Standzeit des Kühlschmierstoffes. Das reduziert Maschinenausfallzeiten und hält die Maschinen sauber. Ein gut gepflegter Kühlschmierstoff verhindert die Hautprobleme des Bedieners, verhilft zu glatten Oberflächen, verhindert Ablagerungen im Rohrleitungssystem, verstopfen innen-gekühlter Werkzeuge, mindert den Pumpenverschleiß. Pflegen ist besser als heilen.
Detlef Stülzebach bringt an dieser Stelle noch den Service ins Spiel.
Unsere kompetenten Mitarbeiter im Außendienst werden den Forderungen unserer Kunden gerecht und können außerdem auf ein Team von Anwendungstechnikern und Entwicklungsingenieuren zurückgreifen und gemeinsam immer eine Lösung erarbeiten. Der Kunde steht absolut im Mittelpunkt unserer Bemühungen.
… und dass Kundenwünsche sogar Programm werden können, verdeutlicht Thomas Metzger
Unsere Kunden erwarten, dass wir vom Fremdölabscheider bis hin zur Zentralanlage alles liefern können. Späne und Abfallmanagement kamen auf Kundenwunsch hinzu. Die Anforderungen unserer Kunden ist der Grund, weshalb wir heute „Komplettanbieter“ sind.
Die technischen Vorteile liegen also auf der Hand und der Service ist den Kundenanforderungen gewachsen. Betrachtet man zusätzlich beispielsweise die Automobilindustrie beträgt der Kostenanteil des Kühlschmierstoffes an den Herstellungskosten zwischen 8 und 16 Prozent inklusive der Entsorgung, die der Werkzeuge nur zwischen 3 und 4 Prozent, was die wirtschaftlichen Vorteile untermauert. Wie gehen die Unternehmen also die Problematik an, jene Vorteile ihrer Produkte, von denen letztendlich jeder profitieren kann, nach außen zu kommunizieren.
Hierzu Dr. Manfred Storr:
Oelheld ist weltweit auf den bedeutenden Messen im Bereich Metallbearbeitung vertreten. Regelmäßige Schulungen für Kunden, Partner und Mitarbeiter ist uns ein wichtiges Anliegen, so sind wir immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklung. Oelheld nutzt gerade die neuen Medien intensiv.
Und auch Erhart Funk-Dinglinger setzt auf mediale Kommunikation.
Ständig genutzte Möglichkeiten der Marktkommunikation sind Anzeigenschaltungen, Produktberichte und redaktionelle Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Repräsentationen auf Fachmessen, auf Seminaren und Arbeitskreisen, beispielsweise an Universitäten, sowie der Erfahrungsaustausch mit diversen KSS-Herstellern.
Roland Ruf ergänzt:
Außerdem werben wir in den führenden Fachmagazinen der jeweiligen Branchen und informieren im redaktionellen Teil über unsere aktuellen Produkte und andere Neuheiten. Zudem lassen wir in Anwenderreportagen auch immer wieder Kunden erzählen, wie sie mit unseren Brikettierpressen zufrieden sind. Auf diese Weise bekommt der Leser noch objektivere Informationen zu unseren Maschinen.
Neben den gängigen Kommunikationsmöglichkeiten sieht Detlef Stülzebach vor allem in Seminaren große Chancen…
Vor allem führen wir mehrmals im Jahr Kühlschmierstoff-Seminare bei namhaften Werkzeug- und Maschinenherstellern durch. Das Ziel dieser Seminare ist, unser Know-how über die Kühl- und Schmierstoffe den Teilnehmern zu vermitteln. Des Weiteren führen unsere Mitarbeiter auch vor Ort bei unseren Kunden Schulungen durch um das Handling mit dem Kühlschmierstoff zu vermitteln.
…dem Thomas Metzger zustimmt.
Einige Hersteller von Kühlschmierstoffen kommen schon heute auf unsere Kompetenz zurück, so sind wir regelmäßig Gastredner bei KSS-Seminaren; auch international.
Es gibt also die technischen und wirtschaftlichen Vorteile auf der einen und entsprechende mediale Plattformen zu Kommunikationszwecken inklusive Seminaren und Schulung auf der anderen Seite – die Vorraussetzungen sind also, unterm Strich betrachtet, auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten in Gänze vorhanden, unterstreicht
Christian Lässer.
Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise eine Pressekampagne unter der Überschrift „Instandhaltung statt Reparatur“ gestartet. Mit Erfolg: Die Botschaft, dass es sich empfiehlt, in der Krise nicht am „falschen Ende“ zu sparen (in diesem Fall an Maßnahmen zum Werterhalt von Werkzeugen und Maschinen), ist plausibel und kam an.
Ebenfalls den Blick nach vorn richtet man bei ph-cleantec:
Unsere Reaktion auf die Krise war der Ausbau unserer Marketingaktivitäten und die Einführung eines neuen Produktes.
Und auch Dr. Manfred Storr bestätigt diesen Kurs:
Verstärkte Marketingaktionen, eine neue Webseite und Imagebroschüre sowie innovative Produktneuheiten wurden und werden auf den Weg gebracht. Für 2010 spüren wir eine deutliche Erholung und sind auf dem Weg zu neuen Erfolgen.
Die Branche zeigt sich also gewappnet und ist gewillt, sich gegen die stiefmütterliche Behandlung zu stemmen – profitieren können von dieser Einstellung eigentlich nur – alle – und das wäre auch gut so.W