Die Brinkmann Gmbh setzt als mittelständisches Maschinenbauunternehmen mit insgesamt rund 170 Mitarbeitern auf die Herstellung von anspruchsvollen Zahnrädern. Gestützt auf langjährige Erfahrung und den eigenen Maschinenbau verfügt man auf diesem Gebiet über umfassende Kompetenz und kann neben der Lieferung nach Kundenzeichnung auf Wunsch auch eigene Entwicklungsbeiträge als Dienstleistung anbieten. Maschinell setzt man bei Brinkmann unter anderem auf Zahnradschleifmaschinen von Gleason
Getriebe müssen heute immer höhere Leistungen übertragen, aber dennoch lange leben und ruhig laufen. Das setzt eine entsprechende Qualität der Zahnräder voraus. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass man die gesamte Prozesskette im eigenen Hause habe. Schon die Einkaufspolitik habe Einfluss auf die Qualität des späteren Produkts, denn bei weitem nicht jeder Rohling werde hinterher zu einem vernünftigen Zahnrad.
„Unsere Konkurrenz ist zahlreich und schläft beileibe nicht. Neben Leistungsumfang und Qualität beruht unser Erfolg deshalb auch auf unserer Fähigkeit, sehr flexibel auf Kundenwünsche einzugehen“, erläutert Thomas Huneke. Dies betreffe Auftragsmengen ebenso wie Lieferzeiten und das Eingehen auf besondere Vorgaben. Dabei spiele die Breite des vorhandenen Know-hows eine wesentliche Rolle, da man hierdurch dem Kunden Lösungen aus einer Hand anbieten könne. Dabei wage man sich auch an besonders „knifflige“ Aufgabenstellungen heran, beispielsweise bei schlanken Zahnkränzen oder langschäftigen Ritzeln, die nur unter Zuhilfenahme spezieller Spanntechnik bearbeitet werden können.
„Vor zwei Jahren haben wir erstmals eine Zahnradschleifmaschine von Gleason-Hurth gekauft, weil deren Konzept sich hervorragend mit unserem Bedarfsspektrum deckte“, erinnert sich Thomas Huneke. Neben Produktivität und Qualität des eigentlichen Schleifprozesses spiele heute die Peripherie eine immer wichtigere Rolle. Sie sei entscheidend für Rüstzeiten sowie Folgeaufwendungen und damit für die Kosten. Bei der Gleason 300TWG erfolgen Be- und Entladung durch einen Roboter. Bestückt wird er je nach Aufgabenstellung von einem umlaufenden Band mit flexibel verstellbaren Paletteneinsätzen oder von gestapelten Paletten aus Tiefziehfolien.
„Besonders interessant war für Brinkmann die Möglichkeit, verschiedenste Schneckenprofile mit ein und demselben Diamantwerkzeug abzurichten“, verrät Dr. Antoine Türich, Global Product Manager Schleifen bei Gleason. Da die Schnecke im Einsatz einem Verschleiß unterliegt, muss sie nach einer bestimmten Anzahl von Bauteilen abgerichtet werden, um die geforderte Profilqualität einzuhalten. Das mit Diamanten bestückte Abrichtwerkzeug wird normalerweise genau auf das gewünschte Schneckenprofil hin gefertigt. Es ist nicht nur relativ teuer, sondern hat auch vergleichsweise lange Lieferzeiten von typischerweise acht bis zehn Wochen. Als Alternative hierzu bietet Gleason Hurth ein Abrichtkonzept an, bei dem das Abrichtwerkzeug derart gestaltet ist, dass es verschiedene Schneckenprofile abdecken kann. Mit insgesamt nur sechs Abrichtwerkzeugen kann somit eine große Bandbreite unterschiedlichster Schneckengeometrien bearbeitet werden.
Eine weitere Alternative ist das so genannte zeilenförmige Abrichten, bei dem sich mit nur einem Abrichtwerkzeug beliebige Schneckenprofile erzeugen lassen. Das Abrichtwerkzeug arbeitet hier nicht abbildend sondern fährt ähnlich wie ein Schneidwerkzeug Konturen ab. Diese Flexibilität beim Abrichten ermöglicht es der Firma Brinkmann, auch Sondergeometrien in kleinen Stückzahlen zu fertigen, ohne hohe Kosten und lange Wartezeiten für ein spezialisiertes Abrichtwerkzeug in Kauf nehmen zu müssen.
Weiterer Vorteil der Anlage sei die Abstützung der Schleifschnecke durch ein zweites Lager gegenüber der Spindel. Im Vergleich mit konventionellen Konzepten bringe dies mehr Präzision oder mehr Bearbeitungsgeschwindigkeit, je nach Anforderungen an das Produkt. „Verglichen mit dem früher eingesetzten System konnten wir mit der neuen Anlage einige sehr erfreuliche Vorteile erzielen“, freut sich Thomas Huneke. Rüstzeitenreduzierung von rund einer Stunde sind mittlerweile machbar. Darüber hinaus konnte man eine erhebliche Steigerung der Anlagenproduktivität in der Serie feststellen, wo Taktzeitverkürzungen um das Zwei- bis Fünffache erreicht werden konnten.
Weiterer Pluspunkt sei die sehr gute Unterstützung durch Gleason-Hurth. Dies gelte sowohl für den Service, den man als uneingeschränkt vorbildlich bezeichnen könne, als auch für die weitergehende Systemunterstützung, wenn es beispielsweise darum gehe, die Steuerung um zusätzliche Funktionen für „exotische“ Verzahnungen zu erweitern. Aufgrund der guten Erfahrungen hat Brinkmann deshalb inzwischen bereits eine zweite TWG-Anlage von Gleason Hurth im Einsatz.W