Der Automationsspezialist Erowa AG kümmert sich nach eigener Aussage darum, die Produktivität von
Maschinen in der spanabhebenden Fertigung zu steigern. So konsequent man dies seit über 30 Jahren mit innovativen Spann- und Automationssystemen verfolgt, so zielstrebig gehen die Schweizer auch beim Thema Produktivität im eigenen Hause zu Werke. Das gilt für die Produktionsmaschinen ebenso wie für die benötigten Hilfs- und Betriebsstoffe. In punkto Kühlschmierstoffe für die spanabhebenden Anwendungen vertraut Erowa deshalb auf ein anforderungsgerechtes Spezialprodukt des Voll-Sortimenters Georg Oest Mineralölwerk GmbH & Co. KG, Freudenstadt.
Fortschritt in der Fertigung, das hat sich die Erowa AG mit Sitz im Schweizerischen Büron auf die Fahnen geschrieben. Dass dieser Leitgedanke seit der Firmengründung 1970 zielstrebig voran getrieben wird, bestätigt die Firmengeschichte eindrucksvoll: Gewachsen aus einem kleinen Betrieb im Werkzeug- und Formenbau, präsentiert sich Erowa heute als weltweit vernetzte Organisation für Entwicklung, Produktion, Beratung und Vertrieb moderner Fertigungstechnologie.
Die Kernkompetenz der Schweizer liegt in der Herstellung von innovativen Systemlösungen in den Bereichen Werkstückspannen, Palettierung und Handling für CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen. „Wir fertigen nicht nur komplette Lösungen für die spanabhebende Industrie, ein wesentlicher Anteil unserer eigenen Wertschöpfung liegt ebenfalls in zerspanenden Prozessen“, erläutert Stefan Bättig, bei Erowa Leiter der Fertigungsinsel Zerspanen, und fügt hinzu: „Bei der Fertigung von Spannsystemen durch Drehen und Fräsen legen wir größten Wert auf Reproduzierbarkeit und Prozessstabilität. Da wir auch an die Hilfs- und Betriebsstoffe sehr hohe Anforderungen stellen, haben wir uns bei der Auswahl des Kühlschmierstoffes für ein wassergemischtes Produkt aus der Colometa Reihe von Oest entschieden.“
Zuschlag für Oest
Seit Anfang 2009 ist dieser Kühlschmierstoff nun im Einsatz. Oest habe als Lieferant den Zuschlag erhalten, da neben der klaren Kommunikation und kompetenten Beratung auch die gute Betreuung und faire Preise überzeugt hätten, so Stefan Bättig.
Die Erowa AG, deren Namen aus den Begriffen Erosion, Werkzeugbau und Automation zusammengesetzt ist, verfügt über ein durchgängiges, vollständiges Sortiment von Spannsystemen über Automationsgeräte bis hin zu Prozess-Steuerungssoftware für die gesamte spanabhebende Metallindustrie. Das Erowa Produktsortiment basiert auf dem eigens entwickelten Vier-Stufen-Fertigungskonzept, kurz FMC, mit den vier Bereichen Standardisation, Organisation, Automation und Integration. Das intelligente Konzept eines einheitlichen Spannsystems für alle Werkzeugmaschinen hat Erowa zu einem geschätzten Partner für eine Vielzahl industrieller Branchen gemacht. Zu diesen zählen neben der Automobilindustrie und deren Zulieferern auch die Bereiche Luftfahrt, Telekommunikation, Elektronik sowie die Medizinaltechnik. Auch Kunden aus dem Werkzeug- und Formenbau und der Präzisionsmechanik profitieren dank des Erowa FMC-Konzeptes von Produktivitätssteigerungen durch höhere Maschinenauslastung und sichere Prozesse. Weltweit sorgen die insgesamt 300 Mitarbeiter der inhabergeführten AG mit zwölf Tochtergesellschaften und 22 Vertretungen für eine hohe Marktpräsenz und reaktionsschnellen Service.
Dreh- und Fräsanwendungen stehen bei der Fertigung von Erowa Spannsystemen im Vordergrund. Hierfür kommen im Werk in Büron insgesamt sieben Werkzeugmaschinen zum Einsatz; zwei 9-Achsen-Bearbeitungszentren für Drehen und Fräsen, drei Universal-Fräsmaschinen für 5-Seiten-Bearbeitung, ein universelles Dreh-Fräs-Zentrum sowie eine CNC-Drehbank. Verarbeitet werden nahezu ausschließlich Werkzeugstähle, zu einem geringen Anteil auch Aluminium. Sämtliche Anlagen sind gemäß der hauseigenen Standards automatisiert, die Maschinenauslastung beträgt durchschnittlich 16 bis 20 Stunden pro Tag. Eine Schicht läuft bemannt, die Wechselschicht unbemannt. Die Maschinen werden über eine zentrale Kühlschmiermittel-Anlage versorgt, welche ein Fassungsvermögen von 7800 Litern hat.
Leistungsfähiger KSS
„Wir legen großen Wert auf einen leistungsfähigen Kühlschmierstoff, der saubere Maschinen gewährleistet. Gute Hautverträglichkeit setzen wir voraus. Er muss zudem eine optimale Waschwirkung aufweisen, ohne Korrosionsprobleme zu verursachen,“ beschreibt Stefan Bättig die kundenseitigen Anforderungen und fährt fort: „Außerdem soll der Kühlschmierstoff eine möglichst lange Standzeit haben, gleichzeitig soll er auch zur Verlängerung der Werkzeug-Standzeit beitragen.“
Diese ebenso klare wie herausfordernde Aufgabenstellung nahm Marco Jörg, Gebietsverkaufsleiter Schweiz der Oest Gruppe, Anfang 2009 gerne an. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass wenige Monate später eine neue KSS-Zentralanlage installiert werden würde. „Bei unserer Analyse des Produktionsprozesses sowie der Anlagenperipherie stellten wir Öl-Ablagerungen fest - sowohl an den Maschinen als auch rund um die Werkzeuge“, erinnert sich Marco Jörg. Ein erhöhter Fremdeintrag an Bettbahnöl belastete die Emulsion zusätzlich. Marco Jörg: “In Absprache mit Erowa entschieden wir uns dafür, die bestehende Zentralanlage mit unserem Colometa Produkt zu befüllen und die nächsten Monate bis zur Installation der neuen Zentralanlage als gemeinsame Pilotphase für eine individuelle Produktmodifikation zu nutzen.“
In enger Zusammenarbeit zwischen Anwender Stefan Bättig, Herrn Jörg und der Oest Anwendungstechnik in Freudenstadt wurde der Kühlschmierstoff unter Berücksichtigung der speziellen Gegebenheiten im Hause Erowa adaptiert. Dabei galt es, die besondere Konstellation des Fremdöleintrags ebenso zu beachten wie die vorherrschende Wasserqualität; nicht zu vergessen die typischen Einflussfaktoren wie Werkstoffe, Maschinen und Peripherie. „In jedem Einzelfall überprüfen wir, ob ein bestehendes Standardprodukt zum Einsatz kommen kann oder ob die spezifischen Gegebenheiten spezielle Anpassungen erforderlich machen. Das Ziel lautet immer ‚optimaler Kühlschmierstoff-Zustand während der gesamten, möglichst langen Standzeit’. Auf Basis sorgsamer Analysen, umfangreicher Testreihen und intensiver Kooperation mit dem Kunden formulieren wir schließlich im Labor das für die jeweilige Anwendung maßgeschneiderte KSS-Konzentrat “, erläutert Stefan Gernsheimer, Leiter der Oest Anwendungstechnik.
Standzeit verdoppelt
Ähnlich ging man auch bei Erowa vor, wo im Mai 2009 die neue KSS-Zentralanlage mit Bandfilter und Fremdölabscheidung installiert wurde. Zur Inbetriebnahme wurde die Anlage mit dem zwischenzeitlich modifizierten und an die Einsatzbedingungen bei Erowa angepassten Colometa befüllt. Die Ergebnisse sprechen für sich, freut sich Stefan Bättig: „Mit dem Wettbewerbsprodukt betrug die durchschnittliche KSS-Standzeit zuvor zirka sechs Monate. Mit dem neuen Oest Produkt konnten wir nun zwölf Monate lang produzieren, bevor ein Wechsel der Emulsion erforderlich wurde. Das ist für uns eine 100%ige Verbesserung, mit der wir natürlich sehr zufrieden sind.“
Seither wird der Kühlschmierstoff im 4-wöchigen Rhythmus überwacht, dazu gehört u.a. die Messung der KSS-Konzentration sowie des ph-Wertes durch Marco Jörg. Diese Proben werden intervallmäßig an Oest verschickt, um begleitende Laboranalysen vorzunehmen. Auf dieser Basis spricht Oest Empfehlungen in Bezug auf Steuerungsmaßnahmen aus, welche bei Bedarf nach Rücksprache mit Stefan Bättig vorgenommen werden.
Diesen regelmäßigen Kontakt schätzen sowohl Kunde als auch Lieferant. Marco Jörg bestätigt: „Herr Bättig verfügt über enorme Erfahrung im Bereich der spanabhebenden Prozesse. Sein kompetentes Feedback ist uns sehr willkommen, da es uns wiederum hilft, unsere Produkte gezielt weiter zu entwickeln.“ Stefan Bättig fühlt sich seinerseits gut betreut: „Wir pflegen zu Oest ein offenes Verhältnis mit kurzen Reaktions- und Entscheidungswegen. Im Bedarfsfall ist immer ein Ansprechpartner schnell erreichbar, der uns mit Rat und Tat zur Seite steht.“W