Ob kundenspezifische Entwicklung oder standardisierte Baureihe:
Die Präzisionsspindeln von Step-Tec verrichten seit Jahren zuverlässige
Zerspanungsarbeit in den Bearbeitungszentren führender Maschinenhersteller weltweit. Pünktlich zur EMO präsentieren die Schweizer in Halle 27 auf dem GF Agie-Charmilles-Stand Entwicklungen und Innovationen, die neue Maßstäbe setzen und dem Werkzeugmaschinenhersteller Alleinstellungsmerkmale bieten. Die Step-Tec AG entwickelt und produziert seit 1995 Hochleistungs- und Hochgeschwindigkeits-Motorspindeln für die Bereiche Werkzeug- und Formenbau sowie Produktion mit Schwerpunkt in Automobil- und Medizintechnik. Bis heute entwickelte und baute die Firma rund 80 verschiedene Spindelvarianten im Durchmesserbereich 90 bis 320 mm, die einen Leistungsbereich von 1 bis 82 kW abdecken und Drehmomente von bis zu 1.200 Nm bei ihrer leistungsstärksten Spindel ausweisen. Step-Tec nutzte die letzten Jahre intensiv für eine Reihe von Neuentwicklungen. Die neuen Produkte zielen insbesondere auf den Standardleistungsbereich von Fräsmaschinen (Plattformspindel HPC190 mm) sowie auf die stetig steigenden Ansprüche moderner Bearbeitungsprozesse bezüglich Genauigkeit und Oberflächengüte beziehungsweise Thermostabilität (Cool-Core) ab. Alle Bedürfnisse abgedeckt Mit der neuen Plattformspindel HPC190 ist es Step-Tec nun gelungen, alle relevanten Bedürfnisse moderner Werkzeugmaschinen bezüglich Einbaulänge, Leichtbau und Energieeffizienz sowie ein zweifellos auf dem Markt einzigartiges Optionenpaket in einem Durchmesser von 190 mm zu integrieren. Diese komplett neu entwickelte „reference of art" Spindel löst die Baugrößen HM170, HVC212 und HVC230 ab und schließt die Lücke zwischen den etablierten Baugrößen 150 mm und 240 mm. Die mit einem Asynchronmotor (auch mit Synchronmotor erhältlich) konzipierte Motorspindel für Werkzeuge mit HSK-A63 Schnittstelle (mögliche Varianten ISO 40 oder Capto C6) kann mit einer Leistung von 42 kW (S6) in Werkzeug-, Formenbau- und Produktionsanwendungen ihre Stärken voll ausspielen. Zur Auswahl stehen weiterhin die unter den Aspekten Integrations-, Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie Einsatzzweck zu definierenden Lagerschmiersysteme DOL, (Direct Oil Lubrication) bis 20.000 Upm CGL (Continuous Grease Lubrication) bis 18.000 Upm oder LGL (Lifetime Grease Lubrication) bis 12.000 Upm. In die Entwicklung dieser neuen Plattformspindel sind nicht nur alle Erfahrungen von Step-Tec eingeflossen. Die Erkenntnisse aus einem intensiven Erfahrungsaustausch mit Maschinenherstellern und -betreibern sowie insbesondere auch die Vorgaben der neuen EUP-Richtlinie, die einen schonenden Umgang mit den endlichen Ressourcen verlangt, wurden im Entwicklungsprozess berücksichtigt. Bei höherer Leistungsdichte konnte der Druckluftverbrauch, die aktuell teuerste Energieform in Werkzeugmaschinen, gegenüber vergleichbaren Spindeln reduziert werden. Ein Vorteil, der sich natürlich insbesondere bei den Lagerschmiersystemen CGL und LGL bemerkbar macht. Wärmeübertragung auf ein Minimum reduziert Der Bereich der aktiven Statorkühlung wurde auf Basis der bewährten Opticool Spindel über den eigentlichen Statorbereich hinaus in die Spindelnase erweitert. Dieser zusätzliche Kühleffekt im Bereich der Werkzeugaufnahme wirkt wie eine zusätzliche Barriere gegen den Wärmefluss. Dies reduziert die thermische Ausdehnung der Spindelnase beziehungsweise des Werkzeugs, was sich auf die Oberflächenqualität oder Präzision der gefertigten Teile unmittelbar positiv auswirkt. Als absolute Neuheit erhielt diese Spindel eine Hülse aus faserverstärktem Kunststoff. Diese Maßnahme reduziert den Wärmeübertrag auf maschinenseitige Umgebungsbauteile auf ein Minimum. Der verbleibende gleichmäßige, polare Temperatureinfluss auf den Spindelschlitten reduziert asymmetrische Verformungen beziehungsweise macht diese einfach kompensierbar. Weitere Besonderheiten der Plattformspindel HPC 190 sind eine als Variante erhältliche Wellenklemmung, die auf eine Integration von Drehoperationen in Fräsmaschinen oder auf das spezifische Marktsegment der „Millturn"-Maschinen zielt sowie ein modernes Konzept zur Kühl- und Schmiermedienzufuhr in das Werkzeug. Die optionale Dreheinführung ermöglicht das Einbringen von Kühlschmiermittel, Minimalmengenschmierung oder trockener Luft zur Kühlung von Werkzeug und Werkstück bis zur Maximaldrehzahl der Spindel. Unter logistischen Aspekten dürfte dabei für den Maschinenhersteller die Möglichkeit interessant sein, die Spindel bei Bedarf auf der Maschine jederzeit mit einer Dreheinführung aus- oder nachzurüsten. Gleichzeitig werden mit der neuen Plattformspindel HPC190 alle heute vom Markt geforderten Sensoren angeboten. Nachdem Step-Tec bereits in der Vergangenheit zusätzlich zur integrierten Sensorik dem Hersteller Daten und Schnittstelle zur Zustandsüberwachung und Diagnose sowie dem Maschinenbetreiber Informationen zur Optimierung der Bearbeitungsprozesse verfügbar gemacht hat, wurden diese Hilfsmittel bezüglich Datenerfassung und Datenkommunikation auf den modernsten Technologiestandard erweitert. Auf dem Weg zur digitalen Spindel In den letzten zehn Jahren wurden tausende SDM (Spindel Diagnostic Module) auf Kundenwunsch in Step-Tec Motorspindeln verbaut. Dieser Datenrecorder (black box) diente dem Maschinenbetreiber vorwiegend zur Prozessoptimierung (Vibrationen 1D) sowie dem Maschinenhersteller zur Diagnose und Betriebsdatenerfassung über die gesamte Lebensdauer einer Spindel. Gesammelte Betriebsdaten, neu unter dem Begriff „intelliStep" bekannt, liefern der Maschinensteuerung die üblichen Parameter, wie Temperaturen, Drehzahl, Werkzeugüberwachung, Anzahl Werkzeugwechsel und axiale Verlagerung der Spindelnase. Darüber hinaus eröffnet die zweite Generation des SDM (SDM20) den Weg hin zur transparenten, digitalen Spindel. Das neue SDM beinhaltet die Möglichkeit zur Kommunikation über Profibus und ermöglicht dem Maschinenbauer eine vollständige Integration der Spindel zur Online-Überwachung und Prozessoptimierung. Natürlich werden wie bisher alle Betriebsdaten des gesamten Lebenszyklus einer Spindel erfasst und gespeichert, neu zusätzlich mit Datum und Uhrzeit. Darüber hinaus speichert das System fortlaufend alle Informationen der jüngsten Betriebsstunde zur Ausgabe als Tabelle oder Grafik. Messbare Vorteile für den Maschinenbetreiber Ein neuentwickelter, auf MEMS Technologie basierender 3D-Beschleunigungssensor (Vibrationen 3D) registriert Beschleunigungswerte (bis +/-50 mm/s2) aller drei Achsrichtungen (X, Y, Z) und ermöglicht so eine noch gezieltere Prozessoptimierung. Im Fall einer Fehlfunktionen oder einer Kollision können sämtliche Ereignisse, die zur Störung geführt haben, reproduziert und analysiert werden. Daraus lassen sich wichtige Rückschlüsse auf den Ausfallgrund oder das nicht zufrieden stellende Bearbeitungsresultat ziehen und entsprechend gezielte Korrekturmaßnahmen einleiten. Mit der neuen Software SDS (Spindel Diagnostik Software) bietet Step-Tec ein Hilfsmittel zur Diagnose, welches die gespeicherten Daten für den Kundendienst des Maschinenherstellers und somit auch für den Betreiber der Maschine transparent macht. Die Software ermöglicht es, im Rahmen eines Feldeinsatzes alle gespeicherten Betriebsdaten zu visualisieren und zu dokumentieren. Dazu sind lediglich ein Datenkabel RS485 zur Motorspindel sowie einen Laptop mit installierter Diagnostik Software erforderlich. Eine integrierte Datenloggerfunktion ermöglicht eine externe Langzeit-Datenaufzeichnung zu Analysezwecken. „intelliStep" ermöglicht dem Maschinenbetreiber individuelle, auf seinen Kundenkreis abgestimmte Funktionalitäten zu erzeugen und sich somit wertvolle Alleinstellungsmerkmale zu verschaffen. Für den Maschinenbetreiber resultieren daraus messbare Vorteile wie zum Beispiel längere Standzeit der eingesetzten Werkzeuge, längere Spindellebensdauer und verbesserte Oberflächenqualitäten der bearbeiteten Werkstücke. Mit Cool-Core auf in neue Dimensionen Step-Tec hat mit der patentierten Wellenkühlung Cool-Core den Schritt in neue Dimensionen des Hochgenauigkeitsfräsens vollzogen und bietet für den Werkzeug- und Formenbau die Baugrößen HSK-E40 für 42.000 Upm und HSK-A63 für 28.000 Upm an. Das neu entwickelte Dreheinführungssystem zur Durchführung des speziell für diese Anwendung vorgeschriebenen Kühlmediums Cool-Core Fluid garantiert eine kühle Welle und somit ein kühleres Werkzeug. Durch den daraus resultierenden ausgeglichenen Wärmehaushalt innerhalb der Spindel ist die axiale Verlagerung der Spindelnase infolge Temperatureinfluss aus dem Rotor (Spindelwelle) gegenüber Spindeln mit konventioneller Statorkühlung massiv verringert. Die bislang erforderliche Kompensation der axialen Verlagerung infolge Temperatureinfluss, der schwer kompensierbare Wärmeschwall unmittelbar nach dem Anhalten der Spindel sowie die Warmlauf- und Abkühlzeiten zum Ausgleich der Temperaturdifferenz zwischen Spindelnase und Werkzeughalter unmittelbar nach einem Werkzeugwechsel sind auf ein Minimum reduziert. Durch die gleichmäßige Kühlung der Welle über ihre gesamte Baulänge reduziert sich auch die unterschiedliche Ausdehnung bei Betrieb mit oder ohne Kühlschmiermittelzufuhr durch das Werkzeug auf nahezu Null. Die ultimative Spindel In dieser Dimension bietet Step-Tec die ultimative Hochgenauigkeitsspindel, deren höhere Anschaffungskosten sich Dank der höchsten erreichbaren Präzision und Wiederholgenauigkeit sowie durch signifikante Zeiteinsparungen (Temperaturstabilisierung) in kurzer Frist amortisieren. Gleichzeitig eröffnet die Cool-Core Spindel neue Anwendungsmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich des Formenbaus für den rasant wachsenden Markt der LED-Technik. W