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Kompakt und vielseitig

von Hubert Winkler Seit über 30 Jahren und mit wachsendem Erfolg bewähren sich die TNC-Steuerungen von Heidenhain im Einsatz bei Bearbeitungszentren, Fräs- und Bohrmaschinen. Besonders geschätzt sind Programmkompatibilität und einheitliches Bedienkonzept über TNC-Generationen hinweg. Vor allem Werkzeug- und Formenbauer mit oft heterogener WZM-Landschaft setzen daher auf diese TNC-Qualitäten.

So auch die beiden Geschäftsführer Ernst und Reinhard Erlacher der Lorenz Kunststoffgerätebau GmbH in in der Joh.-Heidenhain-Straße in Chieming am Chiemsee. Gegründet wurde das Unternehmen 1946 von Kurt Lorenz als feinmechanische Werkstätte. Geschick und handwerkliches Können sprachen sich in dieser Zeit des Mangels aber auch des Aufbruchs in interessierten Kreisen schnell herum. Qualität und Liefertreue des kleinen Unternehmens sorgten in der Region für steigende Aufträge. Im nahen Traunreut siedelten 1948/49 auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik Firmen wie Siemens oder Heidenhain. Viele Heimatvertriebene fanden dort Beschäftigung, andere begründeten mit ihrem mitgebrachten Fachwissen eigene kleine Unternehmen. Der Aufschwung begann und immer mehr Firmen wurden auf den Feinmechaniker Lorenz aufmerksam. Mit seinen Fähigkeiten war er damals sogar an maßgebenden Entwicklungen heute sehr bekannter Firmen beteiligt.

Anspruchsvolle Kunden

Feinmechanische Teile und Produkte sind heute immer noch wichtiges Standbein, aber mit etwa zwei Dritteln dominieren Tiefziehteile für Verpackung, Transport, Präsentation, als Abdeckung oder Ordnungselement den Umsatz des 20-Mann-Betriebes. Die Kunden kommen aus der Halbleiterindustrie, der Elektronik, der optischen Industrie, sind Pharmahersteller, Hersteller von Schreibgeräten oder Medizintechnik. Zur Fertigung der Formwerkzeuge für die eigene thermische Kunststoffumformung, von Formen für andere Kunststoff verarbeitende Betriebe, von hochgenauen Maschinenbauteilen und Baugruppen für anspruchsvolle Kunden stehen bei Lorenz modernste Fräsbearbeitungszentren, von Grob, DMG, Unverzagt und Quaser, die das Spektrum von fünfachsig und hochanspruchsvoll bis dreiachsig und wirtschaftlich intelligent abdecken. Bis auf eine Maschine von Emco sind alle Bearbeitungszentren mit iTNC- und TNC-Steuerungen von Heidenhain ausgestattet - sogar das drehtechnische Präzisionsschätzchen von Schaublin ziert eine Digitalanzeige von Heidenhain.

Von der TNC 135 bis TNC 620

Seit 17 Jahren hat man bei Lorenz Erfahrungen mit Heidenhain-Steuerungen. Den Anfang machte die Positionier- und Streckensteuerung TNC 135 mit noch grünem Bildschirm, kurz darauf folgte eine vierachsige Bahnsteuerung TNC 150 mit bernsteinfarbenem Schirm. Weitere Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren mit TNC-Steuerungen folgten und wurden immer wieder ersetzt. Zuletzt eine Maschine mit einer TNC 426.

Die neuen Bearbeitungszentren, von Grob und DMG, werden von einer iTNC 530 gesteuert. Als man aber vor Kurzem sich entschied, den Maschinenpark und damit die Kosten für die einfacheren Maschinenbauteile dem Preisgefüge des Marktes anzupassen, betraf das auch den Steuerungstyp. Die beiden UVA 750 plus und die Quaser MV 15 wurden daher mit der modernen aber günstigeren TNC 620 ausgestattet.

Mit Klartext komfortabel zu programmieren

Und genau auf diese immer größer werdende Teilezielgruppe zielte die dreifache Neuinvestition. „Dass auch diese Maschinen mit einer TNC gesteuert werden, war für uns selbstverständlich. Das hat nichts mit der seit Jahrzehnten andauernden Partnerschaft und der Nähe zum Hersteller zu tun. Es sind viele Gründe aus unserer praktischen Erfahrung, die bei uns Heidenhain-Steuerungen zum Muss an jeder Maschine erhoben. Und wenn wir uns mit unseren Kollegen aus der Branche unterhalten, sehen das die meisten auch so", so Ernst Erlacher. Sein älterer Bruder Reinhard, intern zuständig für den Tiefziehbereich, bestätigt:
„Wissen Sie, wir schreiben im Jahr über 500 neue Programme, 70 Prozent davon an den Steuerungen, dazu viele, viele Änderungen in bestehenden Programmen. Unsere Mitarbeiter machen das mit großer Freude und absolut ohne Stress. Die TNCs sind komfortabel zu programmieren, die Zyklen gut beschrieben, die Programmiersicherheit ist Heidenhain-typisch. Keiner unserer Mitarbeiter hat eine feste Maschine, daher kann jeder jede Maschine programmieren. Die Steuerungen sind ja nahezu identisch zu bedienen. Und wenn mal ein Programmierproblem auftaucht, dann hat mindestens einer aus der Mannschaft ein ähnliches schon gelöst."

Vor Jahren auf der TNC 150 programmiert, heute mit der TNC 620 gefräst

„Wir haben schätzungsweise 10 bis 15.000 Programme abgespeichert, von Teilen, die gleich oder mit Modifikationen immer wieder angefertigt werden. Teilweise nutzen wir auf der iTNC 530 oder den neuen TNC 620 noch Programme, die auf der TNC 150 geschrieben wurden. In den alten Programmen sind zum Beispiel noch die WZ-Belegungen, die Aufspannstrategien, die Stopps nutzbar, wir wissen die Artikelnummer, den Änderungsstand und wer programmiert hat. Alle wichtigen Programminformationen und Kommentare können heute noch genutzt werden. Zeigen sie mir eine andere Steuerungsfamilie, die das auch kann in dieser problemlosen Aufwärtskompatibilität?" so Ernst Erlacher.

Was bisher von TNC 135 bis iTNC 530 möglich war, erwartete man nun auch beim Einstieg in die neue Heidenhain Steuerungsgeneration mit den TNC 620 an den Neuerwerbungen. „Wir sind gerade dabei, unsere Dreiachsprogramme von den iTNC 530 an den Grob- und DMG-Maschinen an die TNC 620 der Quaser- und UVA-Maschinen zu übertragen", so Ernst Erlacher, „bisher haben wir noch kein besonderes Problem zu lösen gehabt. Das Programmieren ist sowieso ähnlich wie an allen bisherigen Heidenhain CNCs. Ich habe weder das elektronische noch das papierne Steuerungshandbuch der TNC 620 bisher studieren müssen. Lediglich zum Ellipsen programmieren habe ich zwei mal reingeschaut. Von meinem Bruder Reinhard weiß ich, dass der nur einmal ins Handbuch geschaut hat, um zu wissen wo was steht, wenn er mal was suchen sollte. Wollen Sie noch mehr davon hören, wie einfach es ist, von einer Heidenhain-Generation auf die nächste umzusteigen?"

Nahtloser Übergang zur TNC 620

„Allerdings", schränkt Ernst Erlacher ein, „ein paar Restriktionen haben wir festgestellt. Da die 620er zur Zeit noch einige Zyklen nicht bedient, die in der 530er angelegt sind, müssen wir manchmal schon einen kleinen Umweg nutzen. Aber dann meldet sich die TNC 620 rechtzeitig im Klartext mit: Satz wird nicht unterstützt.

Das Problem ist dann auch schnell gelöst, in dem zum Beispiel ein älterer Konturtaschenzyklus durch einen aktuellen 20er-SL-Zyklus der TNC 620 ersetzt wird.

Wenn man das einmal raus hat, ist das völlig unproblematisch. Wir sehen jedenfalls die TNC 620 als Einstieg in eine neue Heidenhain CNC-Generation mit nahtloser Übernahme aller Stärken, die Heidenhain-Steuerungen auszeichnen. Mit Spannung erwarten wir die Weiterentwicklung, die ja auf der EMO unter dem Label TNC 640 präsentiert wird." W

www.heidenhain.de
www.lorenz-chieming.de

Heidenhain auf der EMO:
Halle 25, Stand E33



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