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70 Mio. für „best cost country“

24.02.2017

von Rüdiger Kroh, Harald Klieber
Der Tübinger Werkzeughersteller Horn ist weiter auf Wachstumskurs.
Nach international rund 13,1% Umsatzplus 2016 rechnet Geschäftsführer Lothar Horn auch in diesem Jahr mit ähnlichem Zuwachs – zumal seit Dezember das neue Werk II mit 12.000 m2 Produktionsfläche die Kapazitäten verdoppelt.


Es geht nur über best cost country“, definierte Geschäftsführer Lothar Horn das Fundament des Wachstums beim Tübinger Werkzeughersteller Paul Horn GmbH, der in den letzten 25 Jahren vom gut 100 Mann großen Unternehmen zum global agierenden Toolmaker mit über 1.400 Mitarbeitern und rund 275 Mio. Euro Umsatz avancierte. Währenddessen schaffte es der Werkzeughersteller tatsächlich, ziemlich genau alle acht Jahre seine Fertigungskapazitäten zu verdoppeln. Anfang Dezember war es wieder soweit: Horn bezog die Neubauten für Produktion und Verwaltung und bekennt sich damit nach Angaben von Lothar Horn klar zum Standort Tübingen und zum Produktionsstandort Deutschland. „Deutschland ist best cost country. Nur hier finden wir als Werkzeughersteller die idealen Bedingungen: die hochqualifizierten Mitarbeiter, die Hochschulen, Institute und Verbände, aber auch die Kunden. Nur so konnten wir bis heute bahnbrechende Innovationen und letztlich auch herausragendes Wachstum global realisieren“, spannt der Geschäftsführer den Bogen des Erfolgs.

Gut 60 Berater sind in Deutschland bei Kunden vor Ort

Wie gut Horn derzeit unterwegs ist, unterstreicht der Firmenchef anhand der November-Zahlen: „Der November 2016 war der beste Monat in der Unternehmensgeschichte. Wir registrierten 10 % Plus und werden somit das Jahr voraussichtlich mit einem Rekordumsatz von rund 275 Mio. Euro beschließen“, bezifferte Lothar Horn schon Anfang Dezember das zu erwartende

Jahresergebnis. Gründe für das unvermindert hohe Wachstum seien vor allem die neuen AMB-Produkte, aber auch die 2015 für Deutschland massiv vergrößerte Außendienstmannschaft. Gut 60 Kundenberater seien täglich allein in Deutschland bei Horn-Kunden vor Ort. Zum Rekordumsatz beigetragen haben nach Angaben von Vertriebsleiter Andreas Vollmer aber auch einige florierende Märkte: „Außerordentlich gut liefen die Geschäfte 2016 in China, wo wir mittlerweile neben unserem kompletten Standard-Programm auch Sonderlösungen anbieten.“ Mit rund 80 % Plus beziffert Vollmer das Wachstum – das Horn mittlerweile auf einen zweistelligen Millionenumsatz pro Jahr summiert. Lothar Horn begründet das starke China-Wachstum unter anderem mit dem vergleichsweise späten Einstieg: „Natürlich muss man als Werkzeughersteller in diesem riesigen Markt präsent sein. Wir sind aber erst 2013 mit einer Niederlassung eingestiegen. Davon profitieren wir jetzt. Klar ist aber, dass Horn auch künftig nur in Tübingen produzieren wird. Der global deutlich gestiegenen Nachfrage und den damit nötigen, größeren Fertigungskapazitäten tragen wir jetzt mit der realisierten Produktionsverdoppelung Rechnung. Horn ist also auf Zukunftskurs – und wir sind uns sicher: Horn ist die Zukunft“, unterstreicht der Geschäftsführer.

Größtes Industriegebäude in Tübingen

Investiert hat Horn über 70 Mio. Euro in das am Werk I angegliederte 3.500 m2 große Bürogebäude und in das Werk II, das rund 300 m entfernt als größtes Industriegebäude in Tübingen im Dußlinger Weg ansässig ist. Allein 16,5 Mio. Euro investierte Horn in den Neubau und die Umstrukturierungen von Werk I samt neuem Bürogebäude. Werk II mit einem stattlichen  Umfang von 171 m × 50 m ×18 m und einer Gesamtfläche von 20.000 m2, davon 12.000 m2 Produktionsfläche, verdoppelt die Paul Horn GmbH ihre Produktionsfläche auf rund 25.000 m2. „Wir planen auch in den nächsten Jahren spürbar zu wachsen“, betont Lothar Horn. In dem neuen Produktionsgebäude sind die Trägerwerkzeugfertigung, die Abteilung für die Werkzeugbeschichtung sowie die Logistik untergebracht. Das Investitionsvolumen beträgt 30 Mio. Euro für das Gebäude und weitere 25 Mio. Euro für neue Maschinen und Anlagen.

Als aktiver Unterstützer von BlueCompetence, der Nachhaltigkeits-initiative des VDMA, integrierte Horn moderne Systeme zur Energieeinsparung und Energierückgewinnung im neuen Produktionsgebäude. So ist im Sinne des Umweltschutzes ein Blockheizkraftwerk verbaut, welches die Nutzung der nichtverwendeten Abwärme zur Kältegewinnung im Sommer und zum Heizen im Winter ermöglicht. Darüber hinaus gestattet dies die Stromerzeugung aus Gas bei einem Leistungsgrad von 90 %. Des Weiteren besteht die Beleuchtung des Gebäudes zu 100 % aus energiesparenden LED-Leuchten.

Neue Beschichtungsanlagen

Die mechanische Fertigung belegt rund 60 % der Gesamtproduktionsfläche. Mit 75 Fräszentren, Drehmaschinen sowie weiteren Anlagen fertigt Horn alle Trägerwerkzeuge sowie intern benötigte Vorrichtungen. Für den innerbetrieblichen Transport von Materialien, Fertigungsaufträgen und Werkzeugen kommen ab Frühjahr 2017 fahrerlose, autonome Transportsysteme zum Einsatz. Hier zeigt sich schrittweise die Veränderung in Richtung Industrie 4.0. Das neue Logistikzentrum bietet auf der nun dreifachen Kapazität eine schnelle Abarbeitung der Kundenaufträge und ermöglicht eine noch schnellere Werkzeugauslieferung. Das automatisierte Shuttlesystem des Fertigwarenlagers gestattet es, Aufträge binnen sehr kurzer Zeit zu erfassen und auszulagern. Die jährliche Abwicklung von etwa 96.000 Fertigungsaufträgen erfordert das nun eingeführte schnelle Lagersystem für die Ein- und Auslagerung der Produkte. Zurzeit umfasst das Produktionsprogramm über 20.000 Varianten an Standardwerkzeugen. Dazu kommen über 120.000 Sonderwerkzeuglösungen.

Für die Beschichtungsabteilung bietet der Produktionsneubau mit 1.100 m2 doppelt so viel Fläche als bisher. Zu den vorhandenen neun Beschichtungsanlagen investierte Horn in drei neue Anlagen mit HiPIMS-Technologie. Diese Technologie dient dem Herstellen von komplexeren Beschichtungen, der Erzeugung von Farb- und Deckschichten und der Erhöhung der Beschichtungsraten. Des Weiteren sind in der Abteilung fünf Nassstrahlanlagen, zwei automatisierte Reinigungsanlagen sowie Handarbeitsplätze für Chargiervorgänge untergebracht.

www.phorn.de



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