Die hochautomatisierten Flexus-Schleifzentren von Michael Deckel zeichnen sich durch besondere
Flexibilität und feinste Schleifergebnisse aus. Für beste Produktionsqualität empfiehlt der Werkzeugmaschinenbauer die Kombination mit dem Knoll-Feinstfilter MicroPur. Dieser ist in der Lage, das Schleiföl bis zu einem Reinheitsgrad von kleiner 3 µm zu filtern – ein Wert, der Mineralwasserqualität sehr nahe kommt.
Wer feinste Schleifergebnisse erhalten will, muss auch reinstes Schleiföl einsetzen. Dies gilt für jede Art von Schleifprozess – auch fürs Werkzeugschleifen, wo Maschinenhersteller Michael Deckel eine anerkannte Größe ist. Das Weilheimer Familienunternehmen konzentriert sich seit 60 Jahren auf diese Technologie und hat heute ein breites Spektrum von manuellen und CNC-gesteuerten Werkzeugschleifmaschinen im Angebot. Zu den jüngsten Entwicklungen zählen die hochautomatisierten Zentren der Flexus-Familie, die aufs Schleifen von Wendeschneidplatten fokussiert sind.
Da Michael Deckel seinen Kunden nicht nur qualitativ hochwertige Maschinen anbietet, sondern ebensolche Gesamtlösungen empfehlen will, führen die Werkzeugschleifspezialisten immer wieder Tests mit der wichtigen Anlagenperipherie durch. Dazu zählen auch Filteranlagen, die den Kühlschmierstoff – in den meisten Fällen Öl – von den feinen Schleifrückständen befreien. Nach der Entwicklung der ersten Flexus-Maschine vor knapp drei Jahren wurde an eine solche erstmals der ebenfalls neue MicroPur-Feinstfilter von Knoll Maschinenbau, Bad Saulgau, angeschlossen und getestet. Adolf Feuchthuber, Leiter Entwicklung und Konstruktion bei Michael Deckel, berichtet: „Wir haben einen Benchmark durchgeführt, bei dem die Filterleistungen des MicroPur und anderer Filteranlagen verglichen wurden. Die Proben der Reinöle haben wir in drei verschiedenen Laboren untersuchen lassen. Jedes dieser unabhängigen Institute bestätigte dem MicroPur ein Spitzenergebnis, das von keinem anderen Filter erreicht wurde.“
Vollstromfiltration ist für hohen Reinheitsgrad unverzichtbar
Der MicroPur filtert im Vollstrom, für Knoll-Vertriebsleiter Wolfgang Neuburger ein wesentliches Kriterium, um „einen gleichbleibenden Reinheitsgrad im niederen µm-Bereich zu erreichen. Unser MicroPur fischt regelrecht nach dem ‚µ’ und erfüllt problemlos die NAS-Klasse 7 (3 µm).“ Mit der NAS 1638 werden fünf Reinheitsklassen definiert und die Partikel in fünf Größenklassen differentiell gezählt.
Der MicroPur von Knoll hat noch weitere Stärken. Wilhelm Schröder, Eigentümer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Feinmechanik Michael Deckel GmbH & Co. KG, ist zum Beispiel von der kompakten Bauart begeistert, die gut zu seiner Flexus passt. Er hebt auch die äußerst geringe Geräuschemission hervor. Besonders einfach und zeitsparend ist die Wartung des MicroPur, der in der Regel aus drei oder vier Filtertöpfen besteht. Die Konstruktion ermöglicht es, dass die Filterelemente einzeln mit dem Filtrat der anderen Elemente rückgespült werden, ohne den Filterprozess zu unterbrechen. Der Einsatz von Druckluft für die Regeneration ist nicht mehr erforderlich. Müssen die Sternfilter ausgetauscht werden, genügen wenige Handgriffe.
Auf der Fachmesse GrindTec 2010 hat Knoll eine neue Generation seines Feinstfilters vorgestellt. Der neue MicroPur besitzt eine externe Rückspülung und doppelte Filterleistung, was sich zusätzlich in geringeren Kosten niederschlägt. Wolfgang Neuburger ergänzt: „Die neue Generation MicroPur ist modular aufgebaut, so dass der Kunde seinen Filter vom einfachen Einstiegsmodell bis zum komplett verkleideten, gekühlten Spitzenmodell selbst konfigurieren kann. Der neue MicroPur beginnt jetzt zudem bereits bei einer Kapazität von 60 l/min Volumenstrom.“
Mit innovativer Technik zu hoher Flexibilität
Ob sich der Deckel-Kunde letztendlich für einen MicroPur entscheidet, hängt unter anderem von der geforderten Qualität seiner Werkstücke ab. Für höchste Güte empfiehlt – dem Benchmarkergebnis entsprechend – Wilhelm Schröder den MicroPur von Knoll: „Er passt nicht nur von der Leistung optimal zu unseren Flexus-Maschinen, er ist auch hinsichtlich der Verarbeitung, der Bedienerfreundlichkeit und des Innovationspotentials eine ideale Ergänzung.“
Schließlich steckt auch in der Flexus-Familie jede Menge innovative Technik, die schon in der Idee zu dieser Maschinenreihe deutlich wird. Wilhelm Schröder erklärt die Absicht, die hinter der Flexus steckt: „In Ergänzung zu unseren auf Schaftwerkzeuge spezialisierten CNC-Schleifmaschinen S20 und S22 wollten wir ein Schleifzentrum entwickeln, das die flexible Bearbeitung von komplexen Wendeschneidplatten im Fokus hat. Denn jeder Werkzeughersteller hat neben seinem Standardprogramm anspruchsvolle Spezialwendeplatten, die in Serien von 50 bis 500 aufgelegt werden. Dieses Spektrum deckt die Flexus ab und wird parallel den höchsten Ansprüchen an Flexibilität, Produktivität und Qualität gerecht.“
Die erste Flexus war ein Doppelschleifzentrum, bestehend aus zwei separaten CNC-gesteuerten Zellen, in deren Mitte das sogenannte Automatisierungsmodul liegt. Die beiden Schleifzellen funktionieren nach dem von Deckel patentierten Vertikalprinzip mit senkrecht stehender Werkzeugspindel (A-Achse). Ein Aufbau, der sich bereits bei den CNC-Schleifzentren S20 und S22 bewährt hat. Durch die dadurch bessere Werkstückzugängigkeit werden Bearbeitungsschritte und Werkstückgeometrien ermöglicht, die mit konventionell aufgebauten Maschinen kaum lösbar sind. Entwicklungsleiter Adolf Feuchthuber ist überzeugt: „Die vertikale Einspannphilosophie ermöglicht es, selbst komplexe Wendeschneidplatten in einer Aufspannung komplett zu bearbeiten. Auf herkömmliche Weise braucht man dafür drei oder vier Maschinen und muss durchs Umspannen Verluste hinsichtlich Qualität, Toleranz und Maßhaltigkeit hinnehmen.“
Eine weitere Innovation steckt im Automatisierungsmodul, in dem Beladung, Werkstück- und Schleifkörperwechsel stattfinden. Es ist mit einem 6-Achs-Roboter, dem Schleifkörpermagazin und einer intelligenten Zubringereinheit ausgestattet. Der integrierte Roboter bestückt mit seinem Dreifach-Greifer sowohl Schleifkörper als auch Werkstücke in die Zubringereinheit – für beide Schleifmaschinen. Zusätzlich kann der Roboter die Werkstücke kundenindividuellen Nebenfunktionen zuführen. Das Schleifscheibenmagazin ist über dem Roboter angebracht. Es fasst 20 Schleifkörperpakete mit einem maximalen Scheibendurchmesser von 150 mm und einem Höchstgewicht von 5 kg.
Nebenzeiten werden reduziert
Die Zubringereinheit besteht aus zwei voneinander unabhängigen NC-Achsen (eine pro Schleifmodul). Sie übernimmt die Beladung der Schleifzellen sowohl mit Werkstücken als auch mit Schleifkörpern. Werkstückwechsler und Schleifkörperwechsler sind auf einer NC-Achse montiert und führen die Bewegung in die Maschine immer gemeinsam aus. Daher kann der Werkstück- und Schleifkörperwechsel parallel erfolgen und reduziert somit ganz erheblich teure Nebenzeiten. Adolf Feuchthuber erklärt: „Das Schleifkörper- und Werkstückwechsel-System haben wir uns patentieren lassen. Denn die Zubringereinheit – in Verbindung mit der Beladung über den Roboter – ermöglicht unserer Meinung nach den schnellsten Schleifkörperwechsel am Markt.“ Firmenchef Wilhelm Schröder ergänzt: „Durch das vertikale Spannprinzip und das Automatisierungsmodul eliminieren wir Nebenzeiten, und es werden viele Rüst- und sonstige Aufgaben hauptzeitparallel erledigt. Das verkürzt Stückzeit und Stückkosten. Diese Vorteile schlagen besonders bei kleinen und mittleren Serien zu Buche, für die sich die Flexus auch wegen ihrer hohen Flexibilität hinsichtlich des Werkstückspektrums empfiehlt.“ Auf diesem Schleifzentrum können alle Arten von Hartmetallschneidplatten geschliffen werden, sofern sie nicht größer als 120 x 120 x 120 mm sind. Zusätzlich lassen sich neben zylindrischen Werkzeugen eine Vielzahl an sonstigen Komponenten und Teilen bearbeiten.
Die Flexus-Familie umfasst drei unterschiedliche Modelle
Inzwischen ist das Highend-Schleifzentrum Flexus auch als Einzelmaschine erhältlich, die aus dem Automatisierungsmodul und nur einer Schleifzelle besteht. Sie kann sogar nachträglich zur Doppelmaschine aufgerüstet werden. Zur GrindTec 2010 konnte Entwicklungsleiter Feuchthuber eine weitere Innovation vortsellen: die Flexus Invader. Diese Schleifzelle basiert wie die anderen Flexus-Modelle auf der S22-Technik, ist jedoch mit einfacherer Automatisierung ausgestattet, die dafür universeller einsetzbar ist. Damit ist die Invader nicht so sehr auf die Wendeplattenfertigung festgelegt und kann auch im Wechsel Schaftwerkzeuge sowie Freiformelemente schleifen.
Geringere Anschaffungskosten machen die Invader vor allem für kleine Betriebe interessant, die kleine Losgrößen im zweistelligen Bereich bewältigen müssen. Für diese Maschine wie auch die CNC-Schliefmaschinen S20, S22 und die ebenfalls neue Fortis bietet Knoll leistungsmäßig abgestimmte MicroPur-Lösungen an.W