Produkt- & Firmensuche

Produktsuche:

Firmensuche:

Suchtext:

[ zurück ]

Hochleistung in schmalen Gängen

Hochleistung in schmalen Gängen

Konzentration und Kooperation im globalen Wettbewerb beherrschen auch die Entwicklung bei den Lieferanten von Schmalgangstaplern. Der Konzentrationsprozess ist aber noch immer nicht abgeschlossen und es ist mittelfristig mit weiteren Verdrängungen zu rechnen /1/. Das reicht von Produktionskooperationen unter Beibehaltung unterschiedlicher Herstellernamen und Marken bis hin zur Übernahme von Wettbewerbern. Die Veränderungen am Schmalgangstaplermarkt in den letzten fünf Jahren waren der Anlass für eine aktuelle Lieferantenübersicht, die den potenziellen Anwendern die Auswahl von möglichen Anbietern erleichtern soll.

Grundlage der vorliegenden Lieferantenübersicht ist die Abfrage von europäischen und nordamerikanischen Lieferanten von Schmalgangstaplern, die am europäischen Markt Vertriebsaktivitäten haben. Dazu wurde vom Fachgebiet Planung und Steuerung von Lager- und Transportsystemen, Universität Hannover, ein standardisierter Fragebogen entwickelt, der neben dem Umsatz und der Mitarbeiteranzahl, die Anlaufstellen für Kundenanfragen sowie die Vertriebsregionen abfragte. Diese Daten sind pro Lieferant in einem Informationstableau abgelegt. Das Tableau wird durch ein aktuelles und für den jeweiligen Lieferanten charakteristisches Einsatzfoto komplettiert.
Darüber hinaus wurden technische Daten, wie Fahrzeugtypen, Antriebsarten, Energiekonzepte etc., erfasst. Die Auswertung der technischen Daten erfolgte kompakt in Tabellenform. Alle Daten in der Lieferantenübersicht und den Tabellen basieren auf den Angaben der Lieferanten. Insgesamt haben sich elf Unternehmen aus fünf Ländern beteiligt.
Der Einsatz von Schmalgangstaplern erfordert die Gestaltung einer Anlage mit Regalen, Gangendsicherungen, Dispositionssystemen, definierten Übergabeplätzen etc. /2/. Anders als bei Serienfahrzeugen, wie Gegengewichtsstaplern oder Hochhubwagen, muss ein aufeinander abgestimmtes logistisches Konzept geplant und realisiert werden. Das hat zur Folge, dass die Betreiber vom Lieferanten einen Liefer- und Leistungsumfang fordern, der weit über den Schmalgangstapler hinausgeht. So liefern beispielsweise etwa 50 % der Hersteller auch Regale und stellen sie auf /3/.

Betriebsoptimierung durch Leitsysteme

Von besonderer Bedeutung ist es, den produktiven Betrieb von Schmalgangstaplern zu optimieren. Dabei sollen die Einsatzzeiten reduziert werden, um Personalkosten zu minimieren und die Effizienz zu steigern. Das heißt, dass der Leerfahrtanteil und der Zeitbedarf für das Gangumsetzen möglichst gering sein sollte. Das kann anlagenbezogen nur durch ein übergeordnetes Leitsystem realisiert werden. Dabei ist die rechnergestützte Lagerplatz- und Lagerbestandsverwaltung heute Stand der Technik. Umso erstaunlicher ist es, dass knapp die Hälfte aller Lieferanten Leit- und Lagerverwaltungssysteme nicht zu dem von ihnen verantworteten Lieferumfang zählen.
Lagersysteme mit Schmalgangstaplern werden in vielen Branchen eingesetzt. Schwerpunktmäßig sind, in Abhängigkeit von der Nennungshäufigkeit der Lieferanten die Branchen Automobilindustrie, Maschinenbau, Papier und Druck, Dienstleistungen, Elektro sowie Nahrungs- und Genussmittel zu nennen. Es folgen nachrangig die Branchen Chemie, Eisen und Metall sowie Pharma.
Einen besonderen Stellenwert für den Betrieb von Schmalgangstaplern hat die Qualität des Fußbodens /4/. Die Einhaltung der Fußbodentoleranzen stellt sicher, dass auch in großen Einstapelhöhen ein problemfreies Ein- und Ausstapeln möglich ist. Zwei Lieferanten bieten an, den Fußboden als Lieferumfang zu verantworten. Häufig werden diese Arbeiten durch Dritte ausgeführt. Wesentlich für den Auftraggeber ist es aber, dass er mit dem Lieferanten nur einen verantwortlichen Ansprechpartner hat.
In Abhängigkeit vom Einsatzfall wird die Art der Führung festgelegt, entweder Induktion oder Schiene. Zur Laserführung erfolgte keine Nennung. Die Ergebnisse zeigen auf, dass nahezu alle Lieferanten beide Systeme anbieten und realisieren. Im Regelfall werden die Fahrzeuge nur im Arbeitsgang geführt, während das Gangwechseln der Bediener selbst steuert. Nur bei automatischen, also bedienerlosen, Schmalgangstaplern muss das Fahrzeug auch im Vorfeld geführt werden. Dabei kommt nur das induktive System zum Tragen.

Energiekonzepte bestimmen Nutzungsgrad

Der Drehstromantrieb hat sich auf breiter Ebene durchgesetzt. Die Vorteile der weitgehenden Verschleißfreiheit durch den Wegfall von Kollektor und Kohlebürsten, des reduzierten Instandhaltungsaufwandes und der besseren Beschleunigungswerte im Vergleich zum Gleichstromantrieb sowie die Verbesserung des Fahrverhaltens haben dazu geführt, dass auch Schmalgangstapler den Drehstromantrieb nutzen. So beschränken sich lediglich drei Anbieter noch auf den Gleichstromantrieb. Sechs Anbieter von Schmalgangstaplern haben sowohl Gleich- als auch Drehstromantriebe im Angebot. Dabei ist das im Regelfall kein alternatives Angebot, sondern es sind lediglich noch nicht alle Typen der Schmalgangstapler mit Drehstrom ausgestattet. Ein Anbieter hat sein Schmalgangstapler-Angebot bereits vollständig auf Drehstromantrieb umgestellt.
In diesem Zusammenhang ist das Energiekonzept anzusprechen. Alle Anbieter von Schmalgangstaplern weisen ein, auf Batterien basierendes, elektromotorisches Energiekonzept auf. Dabei ist zwischen drei Konzeptstrategien zu unterscheiden, die in Abhängigkeit vom Betriebsregime auszuwählen sind. Im Einzelnen sind das:
n Die Batterie verbleibt im Fahrzeug und wird bei Fahrzeugstillstand geladen. Diese Strategie wird vorwiegend bei Betriebszeiten bis zu eineinhalb Schichten genutzt.
n Es werden Wechselbatterien eingesetzt, die das Ziel haben, die Betriebszeit der Schmalgangstapler zu verlängern. Dabei ist jeweils eine Batterie im Einsatz, während sich die zweite Batterie an der Ladestation zum Aufladen befindet.
n Ein drittes Konzept zielt darauf ab, die Geradeausfahrt im Regalgang zur Batterieladung zu nutzen. Beim Einfahren in den Regalgang fädelt ein Stromabnehmer in eine Stromschiene bzw. Schleifleitung ein und über einen Ladegleichrichter wird die Batterie während des Betriebes im Regalgang geladen. Drei Hersteller von Schmalgangstaplern haben in Form von Schleifleitungen und den dazugehörigen Fahrzeugausstattungen entsprechende Leistungsfeatures im Angebot.
Die Notwendigkeit einer rechnergestützten Disposition und Administration von Fördertechniken, wie den Schmalgangstaplern, steigt mit dem Investment. Die Nutzung muss möglichst umfassend und intensiv sein. Dazu ist neben leistungsfähigen Leitsystemen eine hoch verfügbare Kommunikation erforderlich. Das am häufigsten angetroffene Kommunikationsverfahren ist die Datenübertragung per Funk. Dagegen wird die Infrarot-Datenübertragung nur noch selten angeboten. Gleiches gilt für die ursprünglich dominierende induktive Datenübertragung. Alternativ zu den automatischen Verfahren bieten nahezu alle Hersteller auch manuelle Kommunikationsverfahren mit papiergebundenen Fahraufträgen an.

Bauform ¿man-up¿
dominiert

Die Zahlen zur Jahresproduktion 2003 unterstreichen, dass ¿man-up¿-Geräte am Markt dominieren. Diese Schmalgangstaplervariante ermöglicht neben der Stapelbarkeit auch das Kommissionieren. Sie ist vorwiegend für Mittel- und Langsamdreher eine geeignete Technik. Auch die 5-Jahres-Produktionszahlen unterstreichen die Entwicklung hin zum ¿man-up¿-Gerät. Dennoch bieten nahezu alle Hersteller auch die ¿man-down¿-Bauform weiter an. Darüber hinaus haben einige Hersteller auch wieder automatisierte, also mannlose, Schmalgangstapler realisiert. Offensichtlich ist das eine Entwicklungslinie, die wieder verstärkt das Interesse der Anwender findet /5/.
Allgemein ist festzuhalten, dass die Produktion von Schmalgangstaplern bei den Herstellern jeweils auf einen Standort konzentriert ist. Die länder- und bestellerspezifische Ausstattung erfolgt individuell und auftragsbezogen. Vorwiegend werden die Anpassarbeiten in den Stammwerken der Hersteller vorgenommen. Einige Hersteller produzieren die Schmalgangstapler als Standardmodell und vergeben die Anpassarbeiten an externe Unternehmen.
Da nahezu jeder Hersteller an einem Produktionsstandort für den Weltmarkt produziert, ist es nur konsequent, dass der Exportanteil hoch ist. Er reicht bei durchaus nennenswerten Produktionszahlen bis zu 90% und liegt im Mittel bei knapp 50%. Es ist auffällig, dass der Exportanteil von den deutschen Produktionsstandorten oberhalb des Mittelwertes von 50 % liegt.
Die Fertigungstiefe der Hersteller macht deutlich, inwieweit sie wertmäßig den Schmalgangstapler selbst fertigen und montieren. Es ist stets beeindruckend, mit welcher hohen Fertigungstiefe in Nordamerika wirtschaftlich produziert wird. In einzelnen Werken liegt die Fertigungstiefe bei über 90 %. Ganz anders ist die Situation in Europa und insbesondere in Deutschland. Die deutschen Hersteller weisen eine Fertigungstiefe von 40 % bis 75 % auf. Dabei wird deutlich, dass die kleineren Hersteller eine höhere Fertigungstiefe realisieren als die großen Hersteller. Bei den größeren Herstellern von Schmalgangstaplern liegt die Fertigungstiefe zum Teil unterhalb von 50 %.

Resümee

Schmalgangstapler stellen eine durchaus nennenswerte Investition für die Betreiber dar. Sowohl aus technischer, logistischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht ist eine fundierte Auswahl des Lieferanten gerechtfertigt und erforderlich. Grundlage ist eine breite und detaillierte Kenntnis des Lieferantenmarktes. Die vorliegende aktuelle Lieferantenübersicht soll hierzu einen Beitrag leisten.
Der harte Wettbewerb und Preiskampf lässt vermuten, dass die Konzentration auf dem Lieferantenmarkt noch nicht abgeschlossen ist. Umso mehr ist im Sinne der Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit die Auswahl des Schmalgangstaplerlieferanten von großer Bedeutung. Es ist für jeden Beschaffungsvorgang zu prüfen, ob sich der ausgewählte Lieferant auch zukünftig im Wettbewerb behaupten kann.
Die vorliegende Lieferantenübersicht und die dazugehörigen technischen Daten unterstreichen, dass Schmalgangstapler eine bedeutende Alternative zu anderen Lagerbedientechniken sind. Innovation und solide Technik charakterisieren ihre ständige Weiterentwicklung. n



Druckansicht
Seite an einen Freund senden

Publikationen

 BLECH
 EuroLaser
 Konstruktion & Entwicklung
 NC-Fertigung


Fachmessen

17.04.12-20.04.12
PaintExpo
Internationale Leitmesse für industrielle Lackiertechnik
Veranstalter: FairFair GmbH
(Karlsruhe)

23.10.12-25.10.12
parts2clean
Internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung
(Stuttgart)

alle Termine im Überblick


Veranstaltungen / Hausausstellungen

alle Termine im Überblick