von Harald Klieber „Die Konstrukteure kommen über das Anwendungsproblem und wollen Lösungen.“ Darauf hat sich der Rose+Krieger-Geschäftsführer Hartmut Hoffmann eingestellt und das Portfolio weiter komplettiert, mit neuen Komponenten – wie dem RK Safelock – und mit optimierten Auswahlhilfen, etwa für die Lineartechnik. Wenn ein Konstrukteur eine antriebstechnische Lösung sucht, müssen Sie das Passende im Portfolio haben. Sie brauchen ein Komplettprogramm, sonst können Sie in der Liga der Komplettausrüster für Automatisierungstechnik nicht mitspielen", erklärt RK-Geschäftsführer Hartmut Hoffmann. Diesbezüglich hat Rose+Krieger vor kurzem noch einmal nachgelegt und einige Innovationen, aber auch eine Auswahlhilfe für Lineartechnik vorgestellt. „So ähnlich hatten wir das schon vor einem Jahr vorgestellt (Red.: K&E 6-2010, S.30), jetzt haben wir das System aber noch mal feiner abgestimmt und komplettiert", berichtet Hartmut Hoffmann. Im ersten Schritt unterscheidet Rose+Krieger nach drei Hauptsegmenten, die je nach Anwendungsfall und Leistungsschwerpunkt die gesuchte Lineareinheit in Move-Tec, Place-Tec und Control-Tec kategorisiert: Move-Tec: zur gelegentlichen Breiten-, Längen- oder Höhenverstellung mit geringer Einschaltdauer, niedriger Geschwindigkeit und mittlerer bis hoher Stabilität; Place-Tec: für Be- und Entlade-, Palettier- sowie Pick & Place-Anwendungen im 3-Schichtbetrieb mit kurzen Zykluszeiten, hohen Taktraten und großen Ansprüchen an Wiederholgenauigkeit und Zuverlässigkeit; und Control-Tec: für numerisch gesteuerte Verfahraufgaben mit gleichförmigem Bewegungsablauf im 3-Schichtbetrieb, hoher Antriebssteifigkeit und großen Anforderungen an die Positioniergenauigkeit. Anschließend erfolgt die Unterscheidung nach konstanten und variablen Baulängen sowie nach Führungen mit oder ohne Antrieb. „Erst der vierte Schritt selektiert nach technischen Daten. Doch dann sind die Produkte bereits so stark gefiltert, dass die endgültige Auswahl leicht fällt", weiß Marketingleiter Bernd Klöpper. Die Auswahlhilfe Linear-Technik ist auch online verfügbar. Hier erhält der Kunde zu jedem ausgewählten Produkt auf einen Klick CAD-Daten und Kataloge - ohne Umwege. Ein Anfrageformular erleichtert ihm die sofortige Kontaktaufnahme. Ähnlich ist auch die R+K-Auswahlhilfe Verbindungs-Technik strukturiert. In vier Schritten entscheidet der Kunde letztlich, welches Rohrverbindungsprofil für seinen Lastbereich das passende ist. „Auch diese Auswahlhilfe haben wir aus Sicht des Anwenders strukturiert mit Light, Solid, Robust für Verbindungstechnik in Kunststoff, Aluminiumguss und Edelstahl. Die Online-Version ist derzeit in Vorbereitung." Hartmut Hoffmann erwartet nicht zuletzt dadurch auch deutliche Impulse für die Verbindungstechnik, die schon bis zu 25 % des R+K-Umsatzes ausmacht. „Umsatzträger ist die Lineartechnik mit rund 40 %, gefolgt von der Profiltechnik, die wir bis 2012 auf rund 35 % ausbauen wollen", erklärt Hartmut Hoffmann. Weitere Serviceleistungen sollen dafür sorgen, wie neben dem Ablängen von Stangenware auch das auftragsbezogene Einbringen von Bohrungen oder Ausfräsungen. Neu: einzigartiges Notfallbremssystem RK Safelock Neu im Lineartechnik-Programm hat Rose+Krieger gegen unbeabsichtigtes Absinken von Lineareinheiten das RK Safelock. Das integrierte Haltesystem mit Notfallbremsfunktion arbeitet unabhängig von der Motorbremse, löst bei Druckabfall selbstständig aus und verhindert das ungebremste Absinken des Führungsschlittens bei Montage- bzw. Wartungsarbeiten gemäß EU-Richtlinie 2006/42/EG. „Das von uns selbst entwickelte Haltesystem ist in dieser Form einzigartig und schließt das ungewollte Absinken von Vertikalachsen 100%ig aus", versichert Hartmut Hoffmann. Im Normalbetrieb der Achse hält ein druckbeaufschlagtes Pneumatikaggregat das Haltesystem offen. Bei Druckabfall durch Maschinenstillstand löst der Federspeicher der Mechanik aus und fixiert den Verfahrschlitten mit einer Haltekraft von bis zu 2.000 N. Die Haltevorrichtung ist komplett in die Lineareinheit integriert, damit unsichtbar und vor äußeren Einflüssen weitestgehend geschützt. Im Gegensatz zu von außen angebrachten Sicherungen verändert sich der Bauraum der Linearachse durch RK Safelock nicht. Der Schlitten ist lediglich ein wenig länger als bei vergleichbaren Einheiten ohne Haltsystem. Aktuell bietet Rose+Krieger die Option Safelock für seine RK-DuoLine-Lineareinheiten 120 x 80 II, 160 und Multiline an. Die Möglichkeit zur Aufrüstung der Baugröße 80 x 80 besteht auf Anfrage. Zur Motek: Spindellinear-Achsen in Größe 120 und 80 Ergänzt hat Rose+Krieger seine Linearachsen mit der Variante RK DuoLine 80 S mit Spindelantrieb. Dabei verkürzt eine selbst entwickelte, mitlaufende Spindelunterstützung die freitragende Länge der Spindel. Das eliminiert störende Vibrationen und garantiert große Laufruhe. „Die Spindelunterstützung reduziert sogar bei voller Drehzahl sämtliche Schwingungen", berichtet Hartmut Hoffmann. Drehzahlendiagramme gehören damit der Vergangenheit an. Die neuen Lineareinheiten können jetzt bis zu einer Hublänge von 5 m und einer Maximalgeschwindigkeit von 2,5 m/s die volle Drehzahl fahren. Wie bei allen RK DuoLine-Lineareinheiten sorgen auch bei der RK DuoLine 80 S innen liegende Kugelschienenführungen für hohe Belastbarkeit, Dynamik und Lebensdauer. Speziell bei den RK-Linearführungen der Baugröße 80 ist die Leistung im Verhältnis zur Größe der Achse überdurchschnittlich hoch. Das ist besonders bei dynamischen Anwendungen von Vorteil. Die zahnriemengetriebene Variante der RK DuoLine 80 punktet mit besonders platzsparendem und extrem flexiblen Anbau der Motoren. Hier muss sich der Kunde nicht bereits bei der Bestellung entscheiden, an welcher Seite der Führung er den Antrieb anbringen möchte. Er kann auch nachträglich noch Änderungen der Achs-Motor-Konfiguration vornehmen. Alle Linearachsen der DuoLine-Produktfamilie sind auf Wunsch mit einem Edelstahlband gekapselt und erreichen so die Schutzart IP 40. Der Wirkungsgrad der Spindelvariante liegt über 85 %. Die zahnriemengetriebene Ausführung überzeugt mit energiesparendem Leerlaufmoment von nur 2,5 Nm. Nachdem die Baugröße 160 bereits erfolgreich etabliert ist, wird die DuoLine-Familie in den kommenden Monaten durch die Baugrößen 120 und 80 erweitert. „Damit deckt unsere Lineartechnik jetzt eine große Bandbreite ab: Wir bewegen Gewichte von 1 kg bis 3 t mit bis zu 10 m/s und 50 m/s2 auf Längen von 100 mm bis 12 m - wir nutzen dazu alle gängigen Servomotoren, die sich einfach anbinden lassen", so Hartmut Hoffmann. Profil-, Verbindungs- und Modultechnik ergänzen das Automatisierungsprogramm.