Technik in Konstruktion Entwicklung




Produkt- & Firmensuche

Produktsuche:

Firmensuche:

Suchtext:

[ zurück ]

„Wir sind Energieoptimisten“

von Erik Schäfer Rada Rodriguez, Vorsitzende der Geschäftsleitung von Schneider Electric, hat die übergreifende, strukturelle Umwandlung des Unternehmens aktiv mitgestaltet. Sie sprach mit K&E über ihre Herzensangelegenheiten: Energieeffizienz und Energiemanagement.

Frau Rodriguez, in den letzten Jahren haben Sie Ihr Unternehmen mächtig umgestaltet. Mit welchem Ziel?

Wir haben unser Angebot in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt. Nachdem wir uns ausschließlich auf die Elektrotechnik konzentriert haben, sind wir in den neunziger Jahren als Spezialist für Energieverteilung und industrielle Automatisierung angetreten. Die Diskussion um den Klimawandel und dem damit verbundenen Zwang zur Einsparung von Treibhausgasen hat uns weiter angetrieben. Ein Mittel zur Lösung des Energiedilemmas ist das Energiemanagement. Hiermit lassen sich in vielen Bereichen Einsparungen bis zu 30 Prozent erzielen, teilweise sogar noch mehr. Durch gezielte Akquisitionen haben wir unser Lösungs- und Produktportfolio so ergänzt, dass wir jetzt als globaler Spezialist für Energiemanagement auftreten.

Sie bezeichnen Ihr Unternehmen als weltweiten Spezialisten für Energiemanagement. Was sind die wichtigsten Faktoren dieses Spezialistentums?

Das Thema Energiemanagement berührt viele Bereiche - überall wird elektrische Energie benötigt, überall eröffnen sich Einsparpotenziale. Schneider Electric bietet Lösungen für Infrastruktur, Industrie, Rechenzentren, Gebäude und Wohngebäude. Damit decken wir nahezu jeden Aspekt des täglichen Lebens ab. Mit dem ganzheitlichen Lösungsansatz EcoStruxure bietet Schneider Electric Konzepte an, die Energie sicher, zuverlässig, effizient und produktiv macht. Dazu gehört unter dem Aspekt der Produktivität natürlich auch die Prozessautomation, Fertigungsautomation und Systemlösungen für Produktion und Gebäude, die wir als integralen Bestandteil des Energiemanagements sehen. Damit sind wir die Firma mit einem der breitesten Angebote weltweit. Wir sind in der Lage, vom Kraftwerk bis zur Steckdose die Aufgaben zu lösen, die der Anwender an uns stellt.

Der Energiebedarf verdoppelt sich bis zum Jahr 2050, der Strombedarf bis 2030. Gleichzeitig soll der CO2-Ausstoß halbiert werden. Wie ist dieser Spagat zu meistern?

Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn sämtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Wir glauben, dass das Energiemanagement das Mittel ist, das am schnellsten greift. Energieeinsparungen haben eine große Hebelwirkung. Eine Kilowattstunde, die beim Verbraucher eingespart wird, bedeutet beim Einsatz fossiler Energieträger die Einsparung von Gas oder Kohle mit dem Energieinhalt von drei bis vier Kilowattstunden. Durch Energiemanagement können wir Einsparungen erzielen, lange bevor die Energiewende vollzogen ist und mit voller Wirkung greift.

Hinzu kommt, dass wir uns auch mit Erneuerbaren Energien wie der Photovoltaik und der Windenergie beschäftigen und Lösungen hierfür anbieten. Dazu zählen beispielsweise Betonstationen für Solarparks, in denen die elektrische Energie der Solarpanels mit hohem Wirkungsgrad umgeformt und ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Was verbirgt sich hinter Ihrem Systemansatz
EcoStruxture?

EcoStruxure ist das Synonym für unseren integrierten Lösungsansatz, mit dem wir Energie sicher, zuverlässig, effizient und produktiv machen. Dabei bieten wir Lösungen für unsere Marktsegmente an. Unser Slogan ‚Vom Kraftwerk bis zur Steckdose‘ ist also nicht übertrieben.

Wie funktioniert das im Smart Grid, welche Produkte/Dienstleistungen bietet Schneider Electric hier schon an?

Das Smart Grid lebt davon, dass relevante Daten über Produktion und Verbrauch von Energie in Echtzeit erfasst, ausgetauscht und ausgewertet werden. Produkte und Lösungen, die wir unseren Anwendern bieten, sind hierfür vorbereitet. So können beispielsweise Leistungsschalter aus unserem Haus Daten über Verbrauch und Netzqualität erfassen und zur Übertragung und Verarbeitung bereitstellen. Lösungen für die Datenübertragung und Softwaresysteme für die Datenerfassung und –analyse bieten wir ebenfalls an. Unser Angebot ist also für das Smart Grid bestens vorbereitet.

Ein weiteres Anliegen betrifft die Automatisierung der Prozess- und Fertigungsindustrie. Was ist hier Ihr Masterplan?

Bei der Automatisierung von Maschinen und Anlagen kommt es auf ein stimmiges Gesamtkonzept an, das alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausschöpft. Dazu gehören die Auswahl der richtigen Komponenten sowie die Entwicklung einer geeigneten Anwendungssoftware. Wir verstehen uns als Lösungsanbieter, der den Anwender bei der Umsetzung seiner Aufgabenstellung in allen Phasen unterstützt. Alles, was er hierfür benötigt, kann er von uns erhalten, bis hin zu einer kompetenten Unterstützung durch unsere Applikationsspezialisten. Und sowohl Maschinen als auch Anlagen lassen sich konsequenterweise wiederum in unser Lösungsangebot für das Energiemanagement einbinden.

Welche Rolle spielt im genannten Bereich die Software, welche die Hardware?

Wie eben bereits angesprochen, sind beide Bereiche wichtig. Die richtigen Hardwarekomponenten bilden die Grundlage, aber erst durch die Anwendungssoftware wird sichergestellt, dass diese Komponenten optimal zusammenarbeiten. Um dies zu gewährleisten, kann ein Maschinen- oder Anlagenbauer bei Bedarf eben auch auf das Know-how unserer Experten zurückgreifen. Neben Hard- und Software kommt hier also noch ein dritter wichtiger Aspekt ins Spiel, der im Angebot von Schneider Electric enthalten ist.

Sie sagten auf der Hannover Messe, dass Schneider Electric kein Elektroauto plant, wohl aber die Ladeinfrastruktur – EVlink. Wer sind die Kooperationspartner in diesem Projekt?

Die Ladelösungen von Schneider Electric haben im weltweiten Praxiseinsatz gezeigt, dass Elektromobilität bereits heute umsetzbar ist. Mit Feldversuchen in Japan, Belgien, Frankreich und Deutschland ist Schneider Electric in verschiedene Großprojekte involviert. Das Unternehmen hat gemeinsam mit Partnern wie Renault und Nissan im Rahmen des Projekts SAVE (Seine Aval Véhicules Électriques) eine Infrastruktur mit 100 Elektroautos und 150 Ladestationen aufgebaut. So können Testkunden erste Erfahrungen im Umgang mit Elektromo-bilität sammeln. Zudem hat Schneider Electric gemeinsam mit Toyota und dem Stromversorger EDF in Straßburg 135 Ladestationen für öffentliche Parkplätze und private Haushalte zur Verfügung gestellt.

Außerdem ist Schneider Electric Gründungsmitglied der EV Plug Alliance, zu der auch Legrand und Weidmüller gehören. Diese Organisation verfolgt das Ziel, einen IEC-Standard für die Steckverbindung zwischen Ladestation und Elek-trofahrzeug zu schaffen, der neben einem Höchstmaß an Sicherheit auch die Kommunikation zwischen dem Fahrzeug, der Ladestation und damit auch mit dem Smart Grid sicherstellt.

Sie sagen, dass die Art der Aufladung entscheidend sei. Schneider Electric setzt hier auf typische Ladezeiten von 1 und 8 Stunden sowie Ladeströmen von 16 bis 32 Ampere. Warum?

Wir glauben, dass es Ladelösungen für verschiedene alltagstaugliche Szenarien geben muss. Bei unserer EVlink-Produktserie können die Fahrzeuge optimal geladen werden und sind je nach Park- beziehungsweise Ladezeit bedarfsgerecht wieder einsatzbereit. Die kleinen Stationen sind für die Nutzung in der privaten Garage konzipiert. Für das Aufladen eines Fahrzeugs steht hier in der Regel ausreichend Zeit zur Verfügung, so dass der Anwender mit kleinen Ladeleistungen auskommt. Die Schnellladestationen der EVlink-Reihe sind mit Ladezeit zwischen 15 und 30 Minuten eine zuverlässige Lösung, wenn die Reichweite des Elektrofahrzeugs kurzfristig erhöht werden muss, also immer dann, wenn es auf eine hohe Verfügbarkeit des Fahrzeugs ankommt. Die großen Lösungen richten sich daher eher an gewerbliche Kunden wie Betreiber von Fuhrparks oder Parkhäusern.

Wie weit sind Sie auf dem Wege zu Energieeffizienz und -Management?

Die gesamte Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren war auf das Thema Energiemanagement ausgerichtet. Sämtliche Akquisitionen haben das Produkt- und Lösungsportfolio von Schneider Electric komplettiert. Hinzu kommen Lösungen für regenerative Energie, also Photovoltaik und Windenergie. Wir sind also sehr gut unterwegs und bauen unser Angebot im Sinne unserer Anwender kontinuierlich weiter aus.

Noch ein Wort zur Unternehmensstruktur. Der Frauenanteil bei Schneider Electric beträgt 35 %. Wie sieht das Verhältnis in den Führungsetagen aus?

Das sieht unterschiedlich aus. Dabei spielt nicht nur unsere Unternehmenskultur eine Rolle, sondern auch die jeweilige Landes- und Branchenkultur. Wenn sich immer mehr Frauen für den Ingenieurberuf interessieren, wird der Frauenanteil auf allen Hierarchieebenen automatisch wachsen.

W

www.schneider-electric.de



Druckansicht
Seite an einen Freund senden

Publikationen

 BLECH
 EuroLaser
 Konstruktion & Entwicklung
 NC-Fertigung


Fachmessen

22.05.12-25.05.12
OPTATEC
Die internationale Fachmesse optischer Technologien, Komponenten, Systeme und Fertigung für die Zukunft
(Frankfurt / Main)

22.05.12-24.05.12
SENSOR+TEST 2012
Die Messtechnik-Messe
(Nürnberg)

alle Termine im Überblick


Veranstaltungen / Hausausstellungen

13.06.12-14.06.12
Stuttgarter Lasertage
Highlights und Innovationen aus der Fertigungstechnik mit Lasern
(Stuttgart)

alle Termine im Überblick