Technik in Konstruktion Entwicklung




Produkt- & Firmensuche

Produktsuche:

Firmensuche:

Suchtext:

[ zurück ]

Perfekter Schnitt mit heißer Flamme

von Bernd Wieners, Key Account Manager Automation, Lenze

Abstehende kleine Härchen oder Fäden erschweren die Weiterverarbeitung von Stoffen und beeinträchtigen die Qualität des textilen Endprodukts. Deshalb produziert die Osthoff-Senge GmbH Sengmaschinen und Vorbehandlungsanlagen. Für deren hohe Präzision, reibungslosen Ablauf und einfache Bedienung sorgt das durchgängige Automatisierungssystem von Lenze.



Mehr als 3.000 Seng- und Vorbehandlungsstraßen der in Wuppertal ansässigen Osthoff-Senge GmbH sind auf der ganzen Welt im Einsatz, um abstehende Fasern von Gewebe, Gestricken oder technischen Textilien wie Glasgewebe oder Fleece zu entfernen. Die dadurch gewonnene hochglatte Oberfläche verleiht dem Stoff nicht nur eine feine und klare Optik, sondern sie erleichtert auch seine weitere Verarbeitung und Pflege, weil u. a. die Neigung zu verschmutzen sowie die Pilling-Bildung reduziert wird.

Das Prinzip des Sengens, in der Fachsprache auch Gasieren genannt, ist seit Jahrhunderten gleich und denkbar einfach: Mit hoher Geschwindigkeit wird das zu behandelnde Gewebe an einer offenen (Gas-)Flamme vorbeigeführt und die abstehenden Fasern und Flusen dabei abgebrannt. Um hochqualitative Sengergebnisse zu erhalten, muss der Sengvorgang in Flammintensität und Maschinengeschwindigkeit optimal auf das zu bearbeitende Material abgestimmt sein und die Flammintensität während des Sengens gegebenenfalls nachgeführt werden können. Die Sengflamme muss zudem über die gesamte Stoffbahnbreite hinweg möglichst homogen und stabil sein, damit es keine Unregelmäßigkeiten gibt.

Anforderungen, für deren Einhaltung die Maschinen und Anlagen der Osthoff-Senge GmbH weltweit anerkannt sind. Die von Osthoff-Senge entwickelte und durch Patent geschützte Brennertechnologie erzeugt eine 1.250 °C heiße Flamme. Damit können Textilien aus natürlichen, regenerierten und synthetischen Fasern in Sekundenbruchteilen von abstehenden Härchen und anderem Überstand befreit werden. In der Regel wird dem Sengen ein Reinigungsschritt vorgeschaltet, abschließend folgt ein weiterer Bearbeitungsvorgang, um Aschereste und Verschmutzungen zu entfernen. Auch andere Veredelungsschritte wie das Entschlichten, das Imprägnieren oder das Kaltbleichen lassen sich mit dem Sengen ideal verbinden.

Keine Anlage wie die andere

„Weil es neben dem Sengen viele mögliche Vorbehandlungsprozesse gibt, finden sich kaum zwei Anlagen, die einander völlig gleichen", erläutert Dipl.-Ing. Heiko Wilke, Entwicklungsleiter bei der Osthoff-Senge GmbH. „Entsprechend groß ist die Bandbreite der Anforderungen, die wir an die Anlagensteuerung stellen müssen. In der Vergangenheit konnten wir dieses Spektrum aus Kosten- bzw. Performance-Gründen nur mit mehreren Steuerungsplattformen abdecken. Dies zog einen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand in puncto Engineering und Wartung der Hard- und Software nach sich."

Als es darum ging, eine neue Steuerungsplattform zu entwickeln, war es daher das erklärte Ziel der Verantwortlichen, die verschiedenen Anlagen in nur einer Steuerungsplattform abzubilden und so Zeit und Kosten zu sparen.

Universell einsetzbares Steuerungsprogramm

„Konkret heißt das, dass wir nur noch ein Steuerungsprogramm und eine Visualisierungs- beziehungsweise Maschinenbedienung realisieren wollten. Diese sollte sich dann jeweils über eine Konfiguration an die bisher ausgelieferten und zukünftigen Anlagen anpassen lassen", verdeutlicht Heiko Wilke. „Es lag nahe, Lenze in die engere Wahl zu nehmen, denn wir haben bereits seit Langem gute Erfahrungen mit der Antriebstechnik sowie dem Service von Lenze gemacht. Außerdem bietet das Unternehmen inzwischen auch komplette Automatisierungssysteme an."

In einer internen Evaluierung bei Osthoff-Senge konnte sich Lenze gegen etwa zehn andere Anbieter behaupten. Die externe Überprüfung durch einen renommierten Engineering-Dienstleister, der die Technik einschließlich der Preise detailliert untersuchte, kam zum gleichen Ergebnis.

Schnittstellen sorgen für Flexibilität der Lenze-Lösung

Als Hardwareplattform für sein Anlagenkontroll- und Überwachungssystem ‚Seng-Matic‘, das alle den Sengeffekt beeinflussende Parameter automatisch einstellt, überwacht und regelt, nutzt Osthoff-Senge seitdem Geräte aus der Embedded Line PC-Familie von Lenze. Auf dem Gerät läuft eine Soft-PLC L-force Logic, die mit der Engineering-Umgebung PLC Designer programmiert wird. „Da der PLC Designer auf CoDeSys basiert und damit praktisch keine Speicherbegrenzungen kennt, konnten wir jedes denkbare Anlagenfeature in das universelle Steuerungsprogramm aufnehmen. Auf die individuelle Anlage werden dann nur die Teile gespielt, die auch tatsächlich gebraucht werden", erklärt der Entwicklungschef von Osthoff-Senge. „Obendrein müssen wir bei Lenze, anders als bei vielen anderen Anbietern, nicht gleich auf ein teureres Gerät mit mehr Rechenleistung oder eine ganz andere Plattform umsteigen, nur weil eine Anwendung mehr Speicher benötigt."

Positiv beurteilt Wilke auch die Offenheit des Systems: „CoDeSys verfügt über Schnittstellen, die wir genutzt haben, um eigene Funktionen zu realisieren und auch um manuell aufwändig zu erstellende Codes automatisiert aus Excel-Listen zu generieren."

Visualisierung der Extraklasse

Die hohe Flexibilität schätzt der Entwicklungsleiter auch an VisiWinNET, dem Visualisierungssystem von Lenze: „Die Entwicklungsumgebung ist vollständig in das Microsoft Visual Studio integriert. Darum kann man Visualisierungs- und Bedienanwendungen so umsetzen, dass keine Wünsche offen bleiben."

So hat Lenze nach den Vorgaben des Wuppertaler Maschinen- und Anlagenbauers eine intuitiv bedienbare Oberfläche geschaffen. Sie erlaubt es dem Bediener der Maschine, mittels Mausklick auf einer bildlichen Darstellung der Gesamtanlage Unterfenster aufzurufen, die den ausgewählten Anlagenteil im Detail anzeigen und von da aus seine Bedienung ermöglichen. Die Ansteuerung der durchschnittlich fünf bis maximal zehn Achsen der Anlagen übernehmen Umrichter aus den Gerätefamilien 8200 vector und 9300 vector von Lenze, die aus Kostengründen nicht über einen Bus, sondern über digitale Ein- und Ausgänge mit der Steuerung verbunden sind. Als I/O-System nutzt Osthoff-Senge das modulare IP20-System von Lenze und verfügt damit über ein durchgängiges Automatisierungssystem vom Umrichter bis zur Visualisierung.

I/O-System 1000 kommt

„Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Antriebstechnik hatten wir Lenze einen Vertrauensvorschuss eingeräumt, als es um die Modernisierung unseres Anlagenkontroll- und Überwachungssystems ‚Seng-Matic‘ ging", fasst Heiko Wilke zusammen. „Dieses Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Es hat sich gezeigt, dass wir uns wie gewohnt auf den Support und die Technik des Unternehmens verlassen können. Deshalb wollen wir auch zukünftig auf Lenze bauen."

Als weitere Schritte plant das Unternehmen die Ablösung des bis dato verwendeten I/O-Systems IP20 Modular durch das moderne I/O-System 1000 von Lenze.

Auch auf der Antriebsseite steigt Osthoff-Senge auf aktuelle Varianten um: Die Umrichter 8200 bzw. 9300 vector werden dann durch Geräte aus der Umrichterfamilie Inverter Drives 8400 ersetzt.

„Die bei diesen Geräten schon in der Grundausstattung integrierte CAN-Schnittstelle wird es uns ermöglichen, trotz des in unserer Branche herrschenden hohen Kostendrucks auf Bustechnik zur Einbindung der Umrichter umsteigen zu können", blickt der Entwicklungsleiter von Osthoff-Senge abschließend in die nähere Zukunft.

W

www.lenze.com/de



Druckansicht
Seite an einen Freund senden

Publikationen

 BLECH
 EuroLaser
 Konstruktion & Entwicklung
 NC-Fertigung


Fachmessen

22.05.12-25.05.12
OPTATEC
Die internationale Fachmesse optischer Technologien, Komponenten, Systeme und Fertigung für die Zukunft
(Frankfurt / Main)

22.05.12-24.05.12
SENSOR+TEST 2012
Die Messtechnik-Messe
(Nürnberg)

alle Termine im Überblick


Veranstaltungen / Hausausstellungen

13.06.12-14.06.12
Stuttgarter Lasertage
Highlights und Innovationen aus der Fertigungstechnik mit Lasern
(Stuttgart)

alle Termine im Überblick