von Ralf Gorski und Friedemann Dörfer, Gontermann-Peipers Schnelleres Bohren, ein geringer Werkzeugverschleiß, und damit mehr Fertigteile pro Maschine und Schicht, das verspricht Gontermann-Peipers mit ihrem Kugelgraphitguss. Als traditionsreiche Gießerei hat sich Gontermann-Peipers, Siegen, dem qualitativ hochwertigen Gusseisen verschrieben. Diese Tradition wird seit Jahren auch Bereich Strangguss fortgeführt, wo das Unternehmen für sich in Anspruch nimmt, als einziger Europäischer Hersteller z.B. EN-GJS-400-15U und artverwandte Qualitäten ausschließlich ferritisierend geglüht anzubieten. Die hier raus resultierende hervorragende Bearbeitbarkeit im Bereich Zerspanung, wird besonders von Herstellern unterschiedlichster Hydraulikblöcke geschätzt. Der zu mindestes 98% ferritische Kugelgraphitguss setzte Benchmarks in Punkto möglicher Spanleistung beim Bohren oder Fräsen, gleichzeitig aber auch hinsichtlich sehr guter Bruchdehnung bei Überschreitung der in der Norm EN 1563 geforderten Festigkeitswerte. Für die gewachsenen Anforderungen z.B. in der heutigen Hydraulikindustrie (Nenndrücke bis 420 bar) reichen diese jedoch nicht mehr aus, so dass vermehrt auf Stahlqualitäten mit höheren mechanischen Eigenschaften zurückgegriffen werden musste. Die hierbei zu verzeichnenden geringeren Schnittdaten der höhere Werkzeugverschleiß mussten zwangsläufig in Kauf genommen werden. Speziell entwickelte Stahlwerkstoffe mit kurz brechendem Span reduzieren vereinzelt diese Probleme. Schnittleistungen von ferritischem Kugelgraphitguss und die damit einhergehenden hohen Werkzeugstandzeiten sind jedoch mit diesen Stahlqualitäten nicht zu erreichen. Bearbeitungskosten-Spareffekt Mit dem Gopag C 500 F (EN GJS 500-14) brachte Gontermann-Peipers Ende 2009 ein serienreifes Produkt auf den Markt, das die bekannten Vorzüge des ferritischen Gleichzeitig eröffnen sich hiermit neue Einsatzfälle in der gesamten verarbeitenden Industrie, in der die bis dato unbekannten Möglichkeiten einer modernen Kugelgraphitgussqualität denen verschiedener Stahlqualitäten standhalten. Kunden von GP erreichen somit Kosteneinsparungen von bis zu 27% bei der Bearbeitung an den Bauteilen, die bei dem harten Wettbewerb den entscheidenden Vorteil bringen. Die zusätzlich deutlich erhöhte Präzision von Tieflochbohrungen und die Verbesserung der Oberflächengüte gerade beim Honen von Passsitzen sind dabei auch als Vorteil zu berücksichtigen. Das eine erheblich geringe Gradbildung auch die kostenintensive Nacharbeit reduziert, ist gerade bei den deutschen Personalkosten noch zu erwähnen. Das Maschinen durch längere störungsfreie Laufzeiten und geringeren Werkzeugwechsel auch mehr Teile pro Schicht erzeugen, rundet die aktuellen Chancen ab.
EN-GJS-400 mit mechanischen Eigenschaften vereint, die den Werkstoff in der Hydraulik für Drücke bis 420 bar qualifizieren.