Endress + Hauser Lehre + Studium, das steckt hinter Studium+. Zwei Jungingenieure wagten diese Ausbildungsform und lernten bei Endress + Hauser. Hier ihre Erfahrungen. Für ihre hervorragenden Noten im Ingenieurstudium und in der Bachelor-Thesis wurden Gerd Bechtel und Martin Gottschaldt von der Hochschule Furtwangen ausgezeichnet. Die beiden absolvierten bei Endress+Hauser in Maulburg das "Studium+", eine Ausbildungsform die sowohl ein Studium wie auch eine Ausbildung beinhaltet. Wie die beiden jungen Ingenieuren das Studium erlebten und daraus resultierend Ihre Zukunftschancen sehen, erfahren Sie hier. Herr Bechtel, Herr Gottschaldt, Wie kam es zu der Entscheidung für ein Ingenieurstudium? Gerd Bechtel: Ein Interesse an Technik hatte ich schon immer, deshalb habe ich mich auch für den Besuch des technischen Gymnasiums in Lörrach entschieden. Die Idee, mich für das sogenannte "Studium+" zu bewerben, kam nach einem Vortrag, den der damalige Ausbildungsleiter Kurt Bang gemeinsam mit einem Studenten bei uns an der Schule hielt. Beim diesem Studienprogramm kann man in nur fünf Jahren ein Studium mit integrierter Ausbildung absolvieren. Martin Gottschaldt: Mir ging es da ähnlich. Die Richtung war ja schon vorher klar. Die Begeisterung für Arbeit und Studium konnten die beiden deutlich rüberbringen und auch die Vorteile erläutern, die das "Studium+" bietet. Deshalb habe ich mich nach dem Abitur bei Endress+Hauser in Maulburg beworben. Was hat die Firma Ihnen während des Studiums geboten? Gottschaldt: Natürlich ist da die finanzielle Unterstützung. Wir haben während der gesamten Zeit das Azubigehalt bekommen und mussten deshalb nicht nebenher arbeiten gehen. Außerdem konnten wir bei Endress+Hauser im Ausland unser Praxissemester machen. Ich dürfte beispielsweise nach Singapur und habe im dortigen Vertrieb gearbeitet. Bechtel: Ich war in Kanada, wo ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Generell kann man sagen, dass wir durch die Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme, die wir zu Beginn des Studienprogramms gemacht haben, gegenüber unseren Studienkollegen viel mehr Praxiswissen hatten. ie beide konnten überaus gute Ergebnisse erzielen und befinden sich mit Noten von 1,0 und 1,3 für die Bachelor-Thesis jetzt regelrecht auf der Überholspur für eine Karriere in technischen Berufen. Welche Themen haben Sie bearbeitet? Bechtel: Mein Thema war das Entwickeln einer neuen Messmethode im Bereich der kapazitiven Füllstandmessung. Das Mehrfrequenz-Messverfahren wurde von Endress+Hauser dann auch zum Patent angemeldet. Ich denke schon, dass die Ausbildung geholfen hat. Wir haben aber auch sehr viel lernen müssen. Zum Glück haben wir in der Firma Zeit dafür bekommen. Gottschaldt: Ich habe neue Möglichkeiten in der drahtlosen Datenübertragung für das Arbeitsgebiet Tankstandmessung untersucht. Ich denke, dass es auch einen gewissen Druck ausübt, wenn schon während des Studiums eine Firma hinter einem steht. Mann möchte seinem Ausbilder ja keine schlechten Noten präsentieren. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Nach diesen Ergebnissen stehen Ihnen doch mit dem Bachelor alle Türen offen…. Bechtel: Ja, wir machen beide noch den Master im Bereich Mikrosystemtechnik. Dazu bleiben wir an der Hochschule Furtwangen. Bei der Masterthesis werden wir das Thema der Bachelorarbeit nochmals aufgreifen und weiterentwickeln. Gottschaldt: Ich gehe zu unserem Standort in Reinach und arbeite beim Team Field Network Engineering mit Ingenieuren aus der ganzen Welt an einem Tool für die Planung der drahtlosen Kommunikation für alle Endress+Hauser-Produkte. Technische Studiengänge erfreuen sich bei Jugendlichen keiner großen Beliebtheit trotz hervorragender Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wie kann man junge Menschen für eine technische Ausbildung motivieren? Es gibt ja einige Initiativen von Schulen, Unternehmen und der Politik. Bechtel: Die Technik geht immer schneller voran, ich glaube, das schüchtert viele Jugendliche ein. Auch bei uns an der Hochschule wird die Anzahl der Studierenden pro Jahrgang immer geringer. Mich haben die guten Jobaussichten nach dem Studium aber überzeugt und ich habe es noch nicht bereut. Gottschaldt: Im Grundstudium wird hart selektiert und man muss viel lernen. In den meisten Firmen bekommt man aber viel Unterstützung. Jugendliche, die generell an Technik interessiert sind, dürfen sich nicht einschüchtern lassen, bei anderen Studiengängen bekommt man auch nichts geschenkt. Wir können es nur jedem empfehlen, der vor seiner Berufswahl steht. Und wie kommt man überhaupt an einen solchen Studienplatz? Bechtel: Wichtig ist, sich frühzeitig zu informieren und rechtzeitig an die Bewerbung zu denken. Alle großen Firmen wollen die Unterlagen bis Anfang September für das kommende Jahr, die Bewerbungsverfahren sind im Oktober dann bereits abgeschlossen. Die Sommerferien kann man also nutzen, um eine aussagekräftige Bewerbung zu entwerfen.