von Erik Schäfer Am Rande der B&R-Jahrespressekonferenz konnte K&E mit B&R-Geschäftsführer Hans Wimmer sprechen. Wurden die hochgesteckten Ziele erreicht? Welche Ansätze, Technologien und Produkte verbergen sich hinter der integrierten Automation? Hier die Antworten. Herr Wimmer, im letzten Jahr sahen Sie sehr positiv auf das Jahr 2011. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt? Hans Wimmer: Das kann ich ganz deutlich mit einem Ja beantworten. Wir haben in diesem Jahr nicht nur das Umsatzziel erreicht, sondern konnten auch viele neue Kunden gewinnen. Es gelang uns, innovative Technologien zu entwickeln und diese bei unseren Kunden erfolgreich zu etablieren. Hat sich der von Ihnen vorausgesagte Trend zur integrierten Automation auch als ein solcher erwiesen? Ja, absolut. Immer mehr Kunden verlangen nach durchgängigen Automatisierungslösungen, da sie sich nicht mehr mit lästigen Schnittstellen auseinandersetzen wollen oder können. Zudem ist der wirtschaftliche Druck weiter gestiegen. Die Transparenz des Systems ist heute enorm wichtig, daher sehe ich den Trend zur integrierten Automation als nachhaltig und anhaltend. Wir unterstützen diesen mit zahlreichen Aktivitäten wie beispielsweise der Ergänzung unseres Produktportfolios um Frequenzumrichter oder Getriebe. Darüber hinaus legen wir auch großes Augenmerk auf die Entwicklung von Safety-Produkten. Aber auch mit der Integration von Drittkomponenten über I/O-Link oder über Ethernet-Powerlink setzen wir einen deutlichen Akzent in Richtung Gesamtintegration. Mit der Automatisierungs-Software Automation Studio bieten Sie ein Konzept für eben jene durchgängige Automatisierung an. Neu ist die Version 4 dieser Software, die Sie auf der SPS vorstellen werden. Was hat sich hier entwicklungstechnisch Neues getan? Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass wir in Automation Studio 4 die komfortable Programmierung mit Objekten unterstützen. Die Objektorientierung bietet zahlreiche Möglichkeiten der Projektmodularisierung. Wir sehen Automation Studio als Basis für das so genannte Smart Engineering, das es Kunden erlaubt, die zunehmende Komplexität ihrer Programme handhabbar zu halten. Da Kunden viel in Software investieren, muss diese nachhaltig verwendbar sein und genau an dieser Stelle haben wir sehr viel an Entwicklungsarbeit in unser Produkt Automation Studio gesteckt. Im Produktsegment Antriebstechnik hatten Sie letztes Jahr viele Neuheiten vorgestellt. Was wurde besonders gut aufgenommen und was planen Sie an Ergänzungen? Besonders gut aufgenommen wurden die Softwaretechnologien CNC und Robotik. Die Kombination dieser Funktionalitäten mit der eigentlichen Steuerung bietet einzigartige Vorteile für Maschinenbauer aller Branchen, für die die Integration von Robotertechnik ein Thema ist. Damit generieren sie deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber ihren Konkurrenten, da der Endanwender mit diesen robotisierten Maschinen deutlich besser und produktiver arbeiten kann. Er hat nur eine Schnittstelle, einen Zugang und nur eine Verantwortung – aus diesem Grund wurde diese Technologie ganz besonders gut aufgenommen. Sehr positiv war auch die Resonanz auf die Multiachs-Antriebsverstärker mit Energierückspeisefähigkeit. Diese unterstützen bei der Umsetzung effizientester Energiekonzepte und sorgen für eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs. Das Thema Energieeffizienz hält auch bei Maschinenbauern immer stärker Einzug. Was planen Sie in diesem Bereich? Wir werden dort den Weg der Dezentralisierung konsequent fortsetzen und auf der Messe in Nürnberg (Anm. d. Red.: SPS/IPC/Drives) ein Produkt vorstellen, bei dem der dezentrale Antriebsverstärker direkt am Motor angebracht ist. SPSen oder PC-Steuerungen, welche Systeme machen Ihrer Meinung nach zukünftig das Rennen in der Automation? Beide Systeme sind wichtig. Es gibt Kunden, die auf SPS-basierte Systeme vertrauen und es gibt Kunden, die auf PC-basierte Systeme schwören. Die Entscheidung trifft der Kunde. Wir verfolgen den Ansatz beide Systeme mit ein und demselben Werkzeug handhaben zu können. Der Kunde kann sich somit sehr spät für das eine oder andere System entscheiden. Mit Hilfe unseres Softwaretools sind beide Systeme voll kompatibel. Zum Thema Sicherheit. Wie viel Safety lässt sich in der integrierten Automation einbauen, können wir auf Schutzzäune in Zukunft komplett verzichten? Ich denke nicht, dass Schutzräume in Zukunft komplett zu eliminieren sind. Es wird aber modernere Ansätze geben, bei denen der Schutzzaun durch ein Lichtgitter und der harte Stopp der Maschine durch eine intelligente Reaktion ersetzt wird. Wir fassen das zusammen unter dem Titel Smart Safe Reaction. Hierbei gelangt die Maschine geordnet zu einer reduzierten Geschwindigkeit oder zum Stillstand. Der Produktionsprozess soll dabei möglichst nicht unterbrochen werden.