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Das optimale Delta

von Harald Klieber

Wittenstein alpha hat für Delta-Roboter die Getriebeauslegung perfektioniert. Neben bewährten Getriebe- und Aktuatorlösungen bieten die Igersheimer viel Engineering-Know-how. „Im Mittelpunkt steht die Bewegungssimulation, mit der sich kinematisch und dynamisch noch einiges optimieren lässt“, verspricht Experte Sven Sanitz.



Delta-Roboter. Diese Variante der Hexapoden erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – nicht nur für Pick&Place-Anwendungen – sondern auch bei den Konstrukteuren. „Sie werden es nicht glauben, wie viele Unternehmen allein in Deutschland aktuell an Delta-Robotern forschen, entwickeln und konstruieren. Dass Gros entwickelt natürlich für den Eigenbedarf die nötigen Anpassungen - und dann haben wir noch Serienentwickler. Beide Gruppen unterstützt Wittenstein alpha", versichert Sven Sanitz, Vertriebsleiter Südost. Beratung ist dabei das Kernelement. Wittenstein alpha bringt dafür die Erfahrung von fast 10 Jahren Delta-Roboter-Antriebstechnik mit. „Unsere Ingenieure haben mittlerweile das Gefühl für diese Bewegungen. Wir haben bereits viele bestehende Maschinen analysiert, daraus den nötigen Abgleich von Theorie und Praxis für kommende Delta-Roboter-Projekte perfektioniert", erklärt Sven Sanitz das Engineering-Know-how von Wittenstein. Besonders die Delta-Roboter seien technologisch wie anwendungstechnisch stark gefordert. Einsatzschwerpunkt ist die Food-Industrie mit vielen spezifischen Anwendungen: Pick & Place, drehen und wenden, sortieren und stapeln von Frikadellen, Würsten bis Fischstäbchen, Pralinen oder auch Tabletten fordern höchste Dichtigkeit beim Reinigen per Dampfstrahl, geringe Massen, dynamische Zyklen, teilweise bei -10°C. „Der große Pluspunkt der quasi an der Decke hängenden Deltas ist natürlich der uneingeschränkt nutzbare Arbeitsbereich. Die drei Achsen können völlig frei im Raum agieren. Allerdings verlangen deren Interaktion, die spezifischen Belastungen viel Fachwissen bei der Auslegung. Deren Antriebstechnik auszulegen ist wirklich die Königsdisziplin. Wittenstein hat dafür die perfekt abgestimmte Mechanik und Simulationssoftware", verspricht Sven Sanitz.

Unikat Delta-Roboter – vom Konzept bis zum Produkt

Fast immer geht es nach Erfahrung von Wittenstein um höchste Zykluszahlen und kurze, hochdynamische Bewegungen bei einer hohen Einschaltdauer. Auch der Montageort und die Einbaulage der Getriebe und Aktoren gilt es zu berücksichtigen, insbesondere im Lebensmittelumfeld. Die Antriebe der einzelnen Achsen erfahren im Betrieb unterschiedliche Belastungen; überlagerte Kipp- und Drehmomente können auf den Abtrieb wirken. Gleichzeitig wird höchste Zuverlässigkeit gefordert - am Ende der Wertschöpfungskette.

Daher ist bei der Auslegung der Antriebslösung die Analyse der Aufgabenstellung und der Randbedingungen der erste Schritt. Auf dieser Basis erfolgen zunächst theoretische Berechnungen, um die mehrdimensionalen Bewegungen im Raum rechnerisch abzubilden und auch Interaktionen mit anderen beweglichen Komponenten des Delta-Roboters zu erfassen. Im Rahmen einer sogenannten Mehrkörpersimulation werden reale Momente, Belastungsdaten und mögliche dynamische Effekte, wie ein Aufschwingen des Antriebssystems, im Detail berechnet und optimiert. Zudem gilt es zu diesem Zeitpunkt, die Überlastfaktoren zu erkennen und für erweiterte Auslegungs- und Anwendungsräume, für mehr Energieeffizienz und für das Downsizing der gesamten Antriebstechnik im Delta-Roboter zu nutzen. Hierdurch werden technisch beherrschbare Leistungsreserven erschlossen, die zum Teil weit über die produktbezogenen Katalogdaten hinausgehen.

Mit Software, Sensorik,  Systemtests zum Getriebe

Im weiteren Antriebsprojektierung nutzt und empfiehlt Wittenstein alpha deren hauseigene Auslegungssoftware cymex 3. Damit werden die Applikation, Motor und Getriebe - also die komplette mechatronische Antriebslösung - entsprechend der Daten aus der Mehrkörpersimulation dimensioniert und deren Effektivität im Zusammenspiel simuliert und beurteilt. „Mit cymex können Sie die komplexe Belastung auf den Antriebsstrang sichtbar machen. Die gewonnenen Daten aus Theorie und Praxis, also Simulation und Messungen, können importiert werden. So kann auf den jeweiligen Anwendungsfall der optimale Antriebsstrang abgebildet werden", erklärt Sven Sanitz.

Das Ergebnis ist eine optimale Empfehlung für die passenden Komponenten aus dem Wittenstein-Portfolio - entweder eine reine Getriebelösung der Baureihe TP+ oder ein Motor-Getriebe-System der Produktfamilie TPM+. In beiden Fällen stehen sowohl Standard- als auch High-Torque-Versionen zur Verfügung. Ein weiteres Entwicklungstool auf dem Weg zur optimalen Antriebslösung ist nach Angaben von Sven Sanitz das modulare Sensorsystem torqXis von Wittenstein. Eingesetzt wird es für die Antriebsüberwachung während der Realtests der Delta-Roboter beim Maschinenbauer, um etwa Drehmomente, Querkräfte und Temperaturen an den eingebauten Antrieben zu erfassen. Auf diese Weise wird es möglich, praxisnahe Istdaten zu erhalten, die ggf. für eine weitere Optimierung der Getriebe- und Aktuatorikauslegung genutzt werden können. „Mit diesem Konzept lässt sich nicht nur eine optimale Antriebslösung gezielt entwickeln, sondern auch die Time-to-Market deutlich verkürzen", verspricht Sven Sanitz.

W

www.wittenstein.de

 



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