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Anwendungsorientiert zum ungebremsten Aufstieg

von Erik Schäfer

Profilschienenführungen, Linearachsen und Kugelgewindeführungen - das sind die wichtigsten Produkte, die ein Kunde von einem Lineartechnikanbieter erwartet. Rollon hat das verstanden und sich strategisch verstärkt.



Wenn man die Zahlen - und nur diese - betrachtet, dann hätte sich Lineartechnikhersteller Rollon keinerlei Gedanken machen müssen, was die goldene Zukunft betrifft. Über 30 Prozent Umsatzplus in diesem Jahr, obwohl die Rollon GmbH in Ratingen bereits letztes Jahr mit seinen 60 Mitarbeitern einen Umsatzrekord feiern konnte.

„Das ist im Markt eine einzigartig positive Entwicklung", weiß Rollon-GmbH-Geschäftsführer Rüdiger Knevels, der seit dem Jahr 2006 mit an Bord ist. Die Rollon-Gruppe, mit der 1975 gegründeten Mutter, Rollon S.r.l., mit Stammsitz im norditalienischen Vimercate - unweit von Mailand - wird mit seinen 250 Mitarbeitern das gesetzte Ziel von 45 Mio. Euro in diesem Jahr wahrscheinlich sogar überschreiten. Besonders wird dem Rollon-CEO Eraldo Bianchessi das Ergebnis der deutsche Tochter mit erwarteten über 21 Mio. Euro freuen.

Mit dem Turbo in die Zukunft

Alles gut sollte man meinen. Aber der Lineartechnikhersteller ruht sich nicht auf nackten Zahlen aus. „Was uns bisher fehlte, war ein umfangreiches Portfolio im Bereich Linearachsen", verrät Marketingleiter Klaus-J. Hermes. Ein wichtiger Indikator, dass dem so sei, war eine Kundenbefragung, die Rollon von einem unabhängigen Institut unter ihren Kunden im März/April diesen Jahres durchführen ließ und deren Ergebnis vielleicht das letzte i-Tüpfelchen für die strategische Entscheidung war, den Premium-Linearachsenhersteller Elmore Srl. zu 100 Prozent zu übernehmen. „251 Kunden unterzogen sich dem rund 16-minütigen Interview", freut sich Klaus-J. Hermes und verweist darauf, dass das Institut selbst überrascht war, wie hoch die Rücklaufquote und die Bereitschaft unter den Kunden war, sich Zeit für die Beantwortung der Fragen zu nehmen.

„Die Übernahme von Elmore wurde am 16. September auch rechtlich abgeschlossen. Der Elmore-Standort in Italien ist nur 10 Kilometer vom Rollon-Stammsitz entfernt. Alle 25 Elmore-Mitarbeiter werden in Zukunft im Rollon-Stammwerk arbeiten, denn der Elmore-Standort wird aufgelöst. Das bedeutet für viele der Mitarbeiter erfreulicherweise sogar kürzere Arbeitswege", erläutert Rollon GmbH-Geschäftsführer Rüdiger Knevels. „Der Name Elmore wird in Italien ob des großen Bekanntheitsgrades als Produktname bestehen bleiben. Hier in Deutschland wird das Linearachsenprogramm unter dem Rollon-Brand laufen", verrät Rüdiger Knevels und fährt fort: „Die Akquise von Elmore ist ein wichtiger Punkt für weiteres Wachstum. Ich kann mir auch vorstellen, dass die lineare Motorentechnologie in Zukunft Bestandteil unseres Produktportfolios sein könnte. Ich bin sehr gespannt, wie die Linearachsen auf unseren beiden Motek-Messeständen von unseren Kunden aufgenommen werden. Zudem haben wir viele Produktergänzungen und -erweiterungen im Linearführungsbereich.

Zudem wird das Linearachsenprogramm der Plus-Reihe von Elmore als Linearachsen mit Riementrieb für hohe Belastungen und Zyklenzahlen, als ELM-Linearachsen, als Roboter-Linearachsen, einer riemengetriebenen Spezialität für vertikale Anwendungen sowie Präzisionsachsen mit Kugelgewindetrieben vorgestellt werden. Auch die beim Fraunhofer Institut für Reinräume der Klasse 3 nach EN ISO 14644-1 zertifizierten Riemenachsen der One-Reihe werden zu sehen sein. Deren Komponenten sind aus Edelstahl oder mit besonderen Beschichtungen versehen. Luftanschlüsse an den Enden der vollgekapselten One-Linearachse können für die Erzeugung von Unterdruck verwendet werden, um absolut sicherzustellen, dass keinerlei Abrieb oder Schmiermittel nach außen gelangen kann.

Und natürlich gab es auch die sehr ökonomische Linearachsen aus der Eco-Reihe in Stuttgart zu sehen. Und noch ein Wort zu den Beschichtungen. Rollon ist auf diesem Gebiet sicher ein Vorreiter, denn schon Standardschienen werden verzinkt. Auf Wunsch gibt es die Versionen vernickelt oder spezialbeschichtet nach Kundenvorgaben.

„Wir haben uns die Korrosionsbeständigkeit unserer Lineartechnik-Komponenten auf die Fahnen geschrieben und können zudem besondere Härteverfahren einsetzen. Dies wird bei unserer Mutter in Italien durchgeführt, die eine Fertigungsfläche von 12.000 m² zur Verfügung hat", merkt Geschäftsführer Rüdiger Knevels an.

Team Leader Application Engineering, Simon Roloff, und Vertriebsleiter Jörg Lillpopp stellten nach der Betriebsführung in Ratingen noch so einige Produktneuheiten vor, die auf der Motek in Stuttgart vorgestellt werden sollten. So hat Rollon unter anderem die Zwischengröße 35 mm in den Bereichen Compact und Telescopic eingeführt, eine Lastkapazitätserhöhung im Schwerlastbereich DSS63/DEF63, ein neues Rollentelescop DRT43 und mit SNK43 eine neue Easy-Rail-Serie eingeführt. Diese glänzt mit Schienenlängen bis zu 3.600 mm, die dank besonders bearbeiteter Schienenenden Stoß an Stoß montiert und somit beliebig verlängert werden kann. Besondere Clou ist der Laufwagen, der dank eines Kugelumlaufsystems in dem die Kugeln am jeweiligen Wagenende über Kreuz geführt werden, extrem flach gebaut werden konnte.

Marktstudien und  Zukunftsvisionen

Zum Schluss der interessanten Veranstaltung in Ratingen merkte Geschäftsführer Rüdiger Knevels an, dass er besonders gespannt auf die Kundenreaktionen sei, wenn Rollon erstmals seine Marktstudien, wie beispielsweise die Compact-Rail-Schiene mit integrierter Zahnstange oder die Telescopschiene Telescopic mit synchronisiertem Mittelelement, auf der Motek vorstellt und er benennt auch die Ziele, die er mit seinem Unternehmen verfolgt:

„Wir wollen in 5 Jahren die Nummer 1 in der Lineartechnik in den Bereichen Service und Produktvielfalt sein und auch mit dem Umsatz unter die ersten 5 Linearführungshersteller der Welt kommen."

Währenddessen die Zielvorgabe, die Nummer 1 im Servicebereich zu werden, etwas schwer in Zahlen ausdrückbar sein wird, sind die beiden anderen Ziele sicher statistisch zu belegen. Man darf gespannt sein, ob die Visionen von Rüdiger Knevels wahr werden. Der bisherige Erfolg in seiner bisher 5-jährigen Amtsperiode könnte darauf hindeuten, dass die Ziele möglich sind. Ein Plus von Rollon ist sicher deren Anwendungsorientierung. Diese wird von den Kunden hoch eingeschätzt und honoriert.

W

www.rollon.de



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