Technik in Konstruktion Entwicklung




Produkt- & Firmensuche

Produktsuche:

Firmensuche:

Suchtext:

[ zurück ]

Schmierfrei auf die Sonnenseite

Photovoltaik-Nachführsysteme schöpfen die Sonnenenergie durch automatisches Ausrichten nicht nur perfekt aus. Anbieter RWenergy garantiert mit seinem System zudem vollkommene Verschattungsfreiheit. Dass die Module über Jahrzehnte störfrei funktionieren, dafür sorgen wartungsfreie, langlebige Kunststoff-Gleitlager.

Nachführungssysteme rechnen sich trotz höherer Anschaffungskosten sehr schnell“, erläutert Dipl.-Ing. Gerhard Dirscherl, Entwicklungsleiter bei RWenergy GmbH aus dem bayerischen Schwandorf. „Im Gegensatz zu einer Festaufständerung erreichen sie einen Mehrertrag von bis zu 30 %. Dieser resultiert aus einer effizienteren Ausnutzung der Vor- und Nachmittagsstunden, in denen sich die Tracker-Anlagen optimal zur Sonne ausrichten. Das erhöht natürlich nachhaltig deren Wirkungsgrad.“

Die verschiedenen Systeme des Photovoltaikspezialisten basieren auf tausendfach bewährten Komponenten und Konstruktionsprinzipien aus der Automobilindustrie. Im Grunde handelt es sich um bewegten Stahlbau. Hier müssen alle zum Einsatz kommenden Komponenten absolut robust und verschleißfrei sein. Das gilt besonders für die Lagertechnik. In den Solaranlagen kommen tribo-optimierte Polymerlager von Lagerspezialist igus zum Einsatz. Neben ihrer Schmier- und Wartungsfreiheit sind sie robust und sorgen für eine lange Lebensdauer. „Nur so können wir unseren Kunden eine Betriebsgarantie von 25 Jahren geben“, so Gerhard Dirscherl.

Im Jahr 2006 kam das Unternehmen mit dem einachsigen Nachführsystem ‚s:wheel‘ auf den Markt. Das bodennahe und somit windun­empfindliche System erreicht bis zu 30 Prozent höhere Energieausbeute als stationäre Anlagen. Die azimuthale Nachführung ermöglicht eine perfekte Ausnutzung der Sonnenenergie. Die konsequente Ausrichtung erfolgt im Zehn-Minuten-Intervall. „In den letzten Jahren haben wir uns überdies weitere Standbeine geschaffen“, berichtet Gerhard Dirscherl. „Neben unseren Tracker-Systemen bieten wir sowohl Lösungen für den Dachanlagenbereich als auch für Freiflächenaufständerungen an.“ Im Bereich der Nachführsysteme ergänzt das solide Modell ‚s:track‘ die Produktpalette und rundet sie nach unten ab. Im Vergleich zu stationären Anlagen ist die Ausbeute hier um bis zu 15 % höher. In Mexiko ist vor kurzem die erste Testanlage in Betrieb genommen worden. Weitere Anlagen sind in Planung. Während sich das Einachssystem s:wheel auf einer Vertikalachse im Kreis dreht, handelt es sich bei s:track um ein Horizontalkippsystem. Eine Achse verläuft in Nord-Süd-Richtung und macht die Schwenkbewegungen vom Sonnenaufgang im Osten über die Mittagsstellung in der Waagerechten nach Westen bis in die Abendstellung in kurzen Bewegungsintervallen mit. „Den klassischen Horizontalkipper gibt es auch von anderen Herstellern“, erläutert Gerhard Dirscherl. „Wir aber garantieren in unseren Systemen − als Alleinstellungsmerkmal − eine absolute Verschattungsfreiheit. Eine hoch komplexe Steuerungssoftware sorgt sowohl in den frühen Morgen- als auch späten Abendstunden für verschattungsfreie Module. Die Anlage bewegt sich in 2°-Schritten immer in die Idealposition, wodurch das System optimal zur Sonne ausgerichtet ist, damit die Ertragskurve für den Betreiber stimmt.“

Das junge Unternehmen RWenergy GmbH, das zur Josef Rädlinger-Unternehmensgruppe in Cham gehört, hat sich auf dem Gelände eines ehemaligen Kraftwerkes angesiedelt. Dort betreibt es auf dem Dach einer still gelegten Rauchgasentschwefelungsanlage in fast 70 m Höhe seine Versuchsanlagen. Obwohl der Photovoltaik-Markt im Wandel begriffen ist, blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft. „Vom Eigenheimbesitzer bis zur Investorengruppe – wir können mit den passenden Systemen alle Marktanforderungen bedienen“, erklärt der Entwicklungsleiter. Das Nachführsystem s:track ist 26 Meter lang und 3,2 Meter hoch. Einfach in der Ausführung und rentabel im Einsatz, spielt der Horizontalkipper seine Stärken vor allem in äquatornahen Regionen aus. Hier stimmt übers Jahr die Anzahl der wolkenfreien Stunden, so können auch die Morgen- und Abendstunden effektiv genutzt werden. Allerdings mangelt es in diesen Regionen des Öfteren an erfahrenen Monteuren für den Anlagenaufbau. „Entsprechend einfach müssen die Systeme auch in der Montage sein“, verdeutlicht Gerhard Dirscherl.

Wartungsfreie Polymergleitlager mit Zentrierfunktion

Der Photovoltaikspezialist setzt in allen Solar-Nachführsystemen schmier- und wartungsfreie Kunststoff-Gleitlager von igus GmbH ein. In „s:wheel“ nehmen sie vor allem eine Zentrierfunktion ein. Und in der Schwenkachse des Horizontalkippsystems „s:track“ beweisen sie auf vielseitige Weise ihre Stärken. Eingepresst in ein voll verzinktes Standardrohr, kombiniert mit einer Stahlwelle, müssen sie trotz der vorhandenen Einbautoleranzen zuverlässig funktionieren. Dabei kippen sie täglich um +/- 45°. Hier kommt es vor allem auf Unempfindlichkeit bei der Montage an, auf reibungsloses Handling und lange Lebensdauer. Die Systeme sind nicht immer auf den letzten Millimeter ausgerichtet. „Im Stahlbau muss man mit Toleranzen rechnen“, so Dirscherl. Dabei entstehen hohe Kräfte, denen die Polymerlager standhalten müssen. Hinzu kommen schwierige Umgebungsbedingungen: So dürfen Staub, Sand, Regen und Hitze keinerlei Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems haben. Alle Komponenten müssen dauerhaft im Außeneinsatz bestehen. „Sollte beispielsweise das Kunststofflager bei der Montage aus Versehen einmal auf den staubigen Boden fallen, spielt das für die Funktionsfähigkeit überhaupt keine Rolle“, so der Entwicklungsleiter. „Bei einem empfindlichen Kugellager dagegen bekämen wir spätestens jetzt ernsthafte Probleme. Im Fokus unserer Gesamtsysteme steht die Einfachheit für den Anwender“, erläutert Entwicklungschef Dirscherl. „Unsere Kunden sind über die ganze Welt verstreut. Wir können nicht alle paar Monate die Lager tauschen. Darüber ­hinaus bieten wir unseren Kunden die Garantie, dass sie ihre Anlagen mindestens 25 Jahre betreiben können.“ Der technische Verkaufsberater von igus, Bernhard Hofstetter, berichtet in diesem Zusammenhang von einer Lebensdauerberechnung, die im Vorfeld durchgeführt wurde. „Wir haben alle kritischen Anlagenparameter wie Temperatur, Reibung und Belastung einfließen lassen. Dabei konnte bewiesen werden, dass die Lebensdauer der Polymerlager selbst die Anlagenlebensdauer bei weitem überschreitet.“

Als Polymerlager-Werkstoff wurde iglidur G gewählt. Diese wirtschaftliche Allroundlager decken eine sehr große Anwendungsbreite ab. Sie laufen im Trockenlauf bei Temperaturen von –40 bis 130°C. Dabei sind sie, unempfindlich gegen Staub und Schmutz, geeignet für einfache Dreh- und Schwenkbewegungen. Auch Spitzen- oder Kantenlasten meistern die robusten Lager ohne Probleme.

Zurzeit sind im s:track insgesamt 15 iglidur-G-Buchsen in den fünf Stahlbauverstrebungen der Nord-Süd-Achse verbaut. Aufgrund der hohen Toleranzen sind jeweils drei Buchsen pro Verstrebung verbaut. „Die dritte Buchse hat im Grunde keine Funktion. Sie wird nur vorsichtshalber eingebaut“, sagt Gerhard Dirscherl. So besteht die Möglichkeit, je ein Sonderlager mit einer Länge von 47 mm von links und rechts als Bundbuchse einzusetzen. Dergestalt kann ein Lager eingespart werden, was Fehlerquellen weiter minimiert und die Montage weiter erleichtert. Dirscherl zeigt sich überdies mit der technischen Beratung sehr zufrieden: „Die Zusammenarbeit stimmt, wie man schon an dem igus-Vorschlag für das Sonderlager sehen kann. Obwohl ja oft die Stückzahl bei Neuentwicklungen anfangs noch nicht abzusehen ist, fühlen wir uns immer bestens betreut.“ W

www.igus.de

 



Druckansicht
Seite an einen Freund senden

Publikationen

 BLECH
 EuroLaser
 Konstruktion & Entwicklung
 NC-Fertigung


Fachmessen

17.04.12-20.04.12
PaintExpo
Internationale Leitmesse für industrielle Lackiertechnik
Veranstalter: FairFair GmbH
(Karlsruhe)

23.10.12-25.10.12
parts2clean
Internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung
(Stuttgart)

alle Termine im Überblick


Veranstaltungen / Hausausstellungen

alle Termine im Überblick