Es ging wahrscheinlich nicht nur den Motoren so. Viele der 4.500 Aussteller standen unter Effizienzzwang. Einige hatten spannende Exponate vorbereitet, andere konstruktive Ideen und Strategien im Gepäck − die hohe Ziele fokussieren. K&E zeigt die spannendsten Ansätze.
Vor allem optisch nahm der Eccerobot von maxon motor in Halle 15 die Besucher ins Visier. Seine zwar einäugigen, aber farblich brillanten Wahrnehmungen offenbarte der Flatscreen über ihm. Nüchtern betrachtet folgt das EU-Forschungsprojekt Eccerobot aber einem völlig neuen Ansatz: Es baut menschenähnliche Roboter mit Knochen, Muskeln und Sehnen. Ziel ist, auch die innere Struktur und den Bewegungsapparat zu kopieren. 80 Aktuatoren wurden verbaut. Diese bestehen aus einem maxon-Motor mit Getriebe, Encoder, Spindel, Drachenschnur und einem Gummiband. Die Steuerelektronik ist extern. Das maßgebliche AIL der Uni Zürich will weitere humanoide Roboter auch mit der maxon-Technologie ausstatten.
Bereits deutlich besser ausgestattet sieht unterdessen CEO Olaf Hübner seine Kabelschlepp GmbH durch die Integration in die japanische Tsubaki-Gruppe: „Wir arbeiten seit 42 Jahren mit Tsubaki, auch in unserem Joint Venture in China. Jetzt ist also zusammen, was zusammenpasst. Die Marke Kabelschlepp bleibt natürlich bestehen“, versicherte Olaf Hübner. Großer Pluspunkt für Kabelschlepp sei jetzt, die Synergien mit der über 5.000 Mitarbeiter zählenden Tsubaki-Gruppe besser nutzen zu können. Die eigenen Entwicklungskapazitäten wurden so auf einen Schlag deutlich verstärkt. „Wir haben jetzt eine weiter beschleunigte Produktentwicklung durch konzernweite Ressourcen, verfügen mit den Tsubaki Produkten über ein noch breiteres Produktspektrum und sind mit einem Netz von über 40 Tochtergesellschaften engmaschiger als bisher in den Regionen vertreten, in denen unsere Kunden präsent sind“, unterstreicht Olaf Hübner. „Ziel ist für uns, schon auf absehbare Zeit der führende Lösungsanbieter für Energieführungssysteme zu werden.“ Derzeit rangiert Kabelschlepp hinter igus auf Platz 2. Als ‚Specials 2010’ stellte Kabelschlepp die robuste Kunststoffkette Uniflex Advanced 1320 vor, die geräuscharme 1555 für 3-Achs-Roboter, Gleitschuhe für die Uniflex Advanced sowie die Steel-Line S/SX 0650.
Das Highlight der Wittenstein AG war der Formel-1-starke Komplettmotor. Samt Elektronik und Getriebe zielt Wittenstein mit dem kompakten Antriebssystem und 2 kW/kg Leistungsgewicht auf Elektrofahrzeuge. „Ziel von Wittenstein ist es, sich im Leitmarkt der Elektromobilität als Technologieführer für mechatronische High-End-Antriebslösungen zu positionieren", erklärte Dr. Bernd Schimpf, Leiter Generierungsprozess. Neben umfangreichen Sicherheitsfunktionen verfügt der Motor über hohe Kraft- und Drehmomentdichte und ist mit rund 97% Wirkungsgrad prädestiniert für Autos, Motorräder, Schiffe, Baumaschinen. Ähnlich wirkungsvoll ist die neue industrial line. „Das sind Mini-AC-Servomotoren mit neuem Wicklungsaufbau und bis zu 45 % Kupferfüllfaktor, üblich sind 30%“, verrät Javier Stillig, Vertriebsleiter der Wittenstein cyber motor GmbH.
Ganz auf effiziente Antriebskonzepte und Motoren fokussiert hat sich Danfoss. „Auf der technischen Seite bieten jetzt die nächste Generation unserer Frequenzumrichtermotoren mit Motoren der Wirkungsgradklasse IE2 an.“ Zudem hilft laut Ole Møller-Jensen, Senior Vice President Danfoss, die Danfoss Solutions mit einem Konzept für garantierte Energieeinsparungen. Im Gegensatz zu traditionellen Energieberatern beteiligt sich Danfoss auch aktiv an der Implementierung. Dabei sichert Danfoss die Erstfinanzierung und garantiert vereinbarte Einsparungen. „In größeren Industriebetrieben lassen sich so pro Jahr zwischen 10 und 20% der Energiekosten einsparen.“ Als Referenzen nennt Ole Møller-Jensen Carlsberg, Coca-Cola oder die eigene Fabrik in Flensburg, wo seit 2008 jährlich 21% Kosten und 3.500 CO2 eingespart werden. Hohe Effizienz signalisierte ebenso die Baumüller-Gruppe mit einem hybriden Antriebssystem. Dafür kooperierte der Antriebstechnikhersteller mit Sensor-Technik Wiedemann aus Kaufbeuren. Ergebnis ist die mobile diesel-elektrische Arbeitsmaschine powerMela. „Der Generator wird dabei von einem Dieselmotor angetrieben. Mit integriertem Gleichrichter werden 750 V für das Gleichstrom-Bordnetz erzeugt“, erklärt Vertriebsexperte Sven Andresen. Weitere Elektromaschinen würden daraus direkt oder über Getriebe die Räder antreiben und sich einfach über CAN-Bussystem ansteuern lassen. „Mehrere Jahre Entwicklungsarbeit steckt in dem Konzept, das derzeit etwa für Pistenraupen mit einer Leistung von 140 kW getestet wird und den Verbrauch um bis zu 30% senken kann“, berichtet Produktmanager Valentin Hulm über seine Diplomarbeit. W