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Schnelle Schüsse

Der Bau von Sonnenkollektoren zeigt, dass Bolzensetzen in Hochgeschwindigkeit zu hochfesten, sicheren Verbindungen führt. Und das ohne Vorlochoperation sowie bei ­einseitiger Zugänglichkeit.

Schweißen, Schrauben, Nieten, Fügen − welches ist im jeweiligen Anwendungsfall das am besten geeignete Verbindungsverfahren? Als Antwort auf die oftmals heikle Frage stelllt Böllhoff in Bielefeld seit kurzen eine ganz neue Lösung bereit, eine Art von Hochgeschwindigkeits-Bolzensetzen ­bezeichnet mit Rivtac.

Bei dem neuartigen mechanischen Fügeverfahren wird ein na-gelähnliches Hilfsfügeteil auf hohe Geschwindigkeit beschleunigt und in die nicht vorgelochten Fügeteile eingetrieben. Dabei verdrängt der spitze Setzbolzen den Werkstoff, ohne dass ein Butzen entsteht.

Fügen bei einseitiger Zugänglichkeit

Das innovative Fügeverfahren, mit dem sich auch bei einseitiger Zugänglichkeit sichere Verbindungen erstellen lassen, wurde jetzt bei dem Sonnenkollektorhersteller Clage erstmalig in der Allgemeinindustrie realisiert. Die Clage GmbH ist Spezialist für die Herstellung energieeffizienter Durchlauferhitzer und sieht in der wirtschaftlichen Nutzung erneuerbarer Energien gleichfalls ein wichtiges Thema.

Für das Unternehmen mit Sitz in Lüneburg ist wesentlich, dass beim Bau der nur 32,5 kg wiegenden Hochleistungs-Flachkollektoren das Fügen der Solarkollektorrahmen aus Aluminium erst im letzten Arbeitsgang erfolgt. Die hochfeste und sichere Verbindung des gewichtoptimierten Rahmens ist hierbei von entscheidender Bedeutung.

Der Aufbau des zur Vermeidung von Strukturschwächen einteiligen Fügerahmens bedingt eine einseitige Rahmenzugänglichkeit. Andere Fügeverfahren wie beispielsweise Stanzniete sind somit keine Option. Und die bei Direktverschraubungen notwendigen Vorlochoperationen würden nachteilige Späne und Festigkeitseinbußen verursachen.

Die in Entwicklungspartnerschaft mit Böllhoff geschaffene Verbindungslösung erstellt die Eckverbindungen in der neuen ­Rivtac-Technologie. Dazu setzt das pneumatische Handgerät Rivtac Portable bei einseitiger Zugänglichkeit und in Hochgeschwindigkeit insgesamt acht Fügepunkte − zwei an jeder Ecke. ­ Die gewählte Werkzeugvariante hat eine große Standfläche und besitzt zugleich eine nur geringe Störkontur des Werkzeugkopfes.

Bolzensetzen in Kombination mit Klebetechnik

Der Ablauf passiert in wenigen Schritten: Das Bauteil wird in ­einen Sonder-Montagetisch eingelegt. Angesetzt an eine spezielle Positioniervorrichtung löst der Werker den Fügeprozess aus. Der Bolzen trifft mit hoher Geschwindigkeit auf, durchdringt das Aluminium-Rahmenprofil und verbindet am Ende die Ecken hochfest miteinander.

Von außen sichtbar bleibt der optisch ansprechende Kopf des Setzbolzens. Die Füge-Geschwindigkeit ist über den einstellbaren Druck regelbar. Und noch ein Aspekt ist für Clage wichtig: Die mit dem neuen Verfahren gefügten Ecken sind gut kombinierbar mit der verwendeten Klebetechnik. Die Rivtac-Bolzen fixieren den Rahmen, so dass das dichtende Silikon nicht mehr belastet wird. Das trägt mit zur langen Lebensdauer der Sonnenkollektoren bei und stellt ein wesentliches Merkmal der Clage-Erzeugnisse dar. Nicht zuletzt bestätigt die Firma aus Lüneburg eindeutig: „Die Rivtac-Technologie hat die Realisierung unseres Projekts entscheidend verkürzt.“W

www.boellhoff.de

 



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