„Die Konjunktur erholt sich“, stellt der AMA Fachverband für Sensorik
fest und sieht bereits gute Chancen, gestärkt aus der Krise heraus zu gehen.
Seine Fachmesse Sensor+Test soll jetzt zusätzliche Impulse geben.
Für Holger Bödeker ist der Trend zur späten Entscheidung eine große Herausforderung. Doch obwohl potenzielle Aussteller ihre Teilnahme heute deutlich abwartender buchen, konnte der Geschäftsführer der AMA Service GmbH auf der Jahrespressekonferenz des AMA Fachverbands für Sensorik e. V. am 18. Februar in Nürnberg der versammelten Presse über eine positive Entwicklung und das gewachsene Gesamtangebot an Produktneuheiten zu der bevorstehenden Sensor+Test berichten. Im Mittelpunkt stand dabei das Schwerpunktthema der diesjährigen Messe: Energieeffizienz.“
Das Neueste aus Sensorik, Mess- und Prüftechnik
Die Sensor+Test vom 18. bis 20. Mai 2010 auf dem Gelände der Messe Nürnberg sei, so Holger Bödeker, „weltweit die wichtigste Veranstaltung ihrer Art“ und werde in Kombination mit den parallel stattfindenden Foren und Kongressen „auch von den Unternehmen der Sensorik-, Mess- und Prüftechnik-Branchen so gesehen.“
Trotz der wirtschaftlichen Einbrüche rechnet der AMA Fachverband für das Jahr 2010 mit deutlich mehr als 500 Ausstellern. Zum Vergleich: In 2009 beteiligten sich 537 Aussteller aus 26 Nationen an der Messe und lockten insgesamt 7.015 Besucher an.
Die Sensor+Test ist die Messe des AMA Fachverbands für Sensorik e. V.; für die Organisation der Messe ist dessen Tochtergesellschaft AMA Service GmbH verantwortlich. Veranstaltungschef Holger Bödeker gegenüber Konstruktion & Entwicklung: „Wer immer in der Produktion, Entwicklung oder Forschung mit den Themen Sensorik, Mess- und Prüftechnik zu tun hat, wird auf der Sensor+Test Neues entdecken und seine aktuellen Aufgaben einer Lösung näher bringen. Der besonders hohe Innovationsdruck auf Seiten der Anwender zeigt sich als sehr große Herausforderung für die Präsenz der Anbieter.“
Sensorikbranche erholt sich
Ihre Jahrespressekonferenz hielt die AMA traditionsgemäß in Nürnberg ab. Dabei brachte der Fachverband seine neuesten Erkenntnisse zur konjunkturellen Lage der Sensorikbranche in den vier Worten auf den Punkt: „Die Konjunktur erholt sich“. Als Basis dieser Erkenntnis fungiert die traditionelle AMA Januarumfrage, an der heuer 90 deutsche Unternehmen aus der Sensorikbranche einschließlich Mess- und Prüftechnik teilgenommen haben.
Den Ergebnissen zufolge erlitt die Branche seit dem dritten Quartal 2008 einen kontinuierlichen Umsatzeinbruch von insgesamt 25 %. Dieser Sinkflug schwächte sich während des zweiten Quartals 2009 ab, und kehrte sich im dritten Quartal um. Anschließend stieg er zwei Quartale in Folge wieder um jeweils 5 % an. Die Befragung ergibt, dass die Branche zum Ende 2009 insgesamt rund 17 % an Umsatz verloren hatte aber für 2010 mit 5 % Umsatzwachstum rechnet. Der Gesamtumsatz der Branche wird im Übrigen auf rund 10 Mrd. EUR geschätzt. Die Exportquote lag in 2009 hochgerechnet auf die Branche bei 48 % und zeigte einen deutlichen Zuwachs im innereuropäischen Geschäft um 6 Prozentpunkte.
Um mit dem Nachfrageschwund klarzukommen, baute die Sensorik in 2009 rund 3 % der Arbeitsplätze ab. Für 2010 will man personell abermals um rund 1 % schrumpfen. Auch die Investitionsbereitschaft litt unter dem sinkenden Umsatz und den ungewissen Aussichten: In 2009 wurden 14 % weniger als im Vorjahr investiert. Für 2010 plant die Branche demgegenüber jedoch wieder eine Steigerung von etwa 4 %.
„Als die ersten Zeichen von möglicher Stabilisierung erschienen, argwöhnten viele, dass es sich hierbei lediglich um das vorübergehende Nachfüllen leergewordener Lager handeln könnte. Nun aber, nach zwei Quartalen Wachstum in Folge, ist davon auszugehen, dass sich die Konjunktur tatsächlich allmählich erholt“, so Wolfgang Wiedemann, Vorstandsvorsitzender des AMA Fachverbands.
Trend zu mehr Sensorik in den Anwenderprodukten
Johannes Steinebach, Schatzmeister der AMA bemerkt: „Unsere Branche befindet sich momentan in dem Dilemma, dass sie heute auf einem vergleichbaren personellen Niveau steht wie zu Anfang 2007, jedoch bei dem wesentlich niedrigeren Umsatz von 2005. Wir müssen also weiterhin sehr gut haushalten und in einigen Fällen stehen noch harte Entscheidungen an. Immerhin bietet aber die Krise unser Branche auch eine schöne Chance, denn der verschärfte Wettbewerb unter unseren Kunden dürfte den Trend zu mehr Sensorik in ihren Produkten in näherer Zukunft weiter beschleunigen.“W