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Regeln aus dem schlauen Buch

Bewusst hat Schneider Electric für die Frequenzumrichter-Familie Altivar 32 die Buchbauform gewählt − womit die Neuen streng nach dem Motto ‚schlank im Schrank‘ montierbar sind.

Zwar ist die Parametrierung von Frequenzumrichtern mit einer PC-Software Stand der Technik. Doch jetzt setzen die Entwickler des Altivar 32 dem noch eins drauf. Warum, so fragten sie sich offenbar, solle es nicht möglich sein, dass das Mobiltelefon gleichermaßen als ,elektronischer Schraubenzieher' fungieren kann.

Datenaustausch mit dem Frequenzumrichter per Handy

Die Programmiersoftware im Falle des Altivar 32 heißt SoMove. Sie bringt alles mit, was der Anwender für die einfache Projektierung und Inbetriebnahme von Umrichtern und Servoantrieben braucht. Weil aber heutzutage fast jeder ein Mobiltelefon mit Bluetooth-Schnittstelle in der Tasche hat, kündigt speziell dafür Schneider Electric mit Sitz in Ratingen jetzt die Programmiersoftware SoMove Mobile an.

Damit sollen sich die Parameter im Umrichter per Handy schnell und einfach anpassen lassen. Und umgekehrt sollen sich über diesen Weg Daten aus dem Umrichter auslesen und als SMS versenden lassen. Letzteres, damit beispielsweise im Servicefall ein Spezialist die Parameter überprüfen kann. Und noch eine pfiffige Idee erleichtert bei Altivar 32 die Programmierbarkeit: Mit dem so genannten Multi-Loader kann der Nutzer Parameter und Firmwareupdates auch in spannungslosem Zustand in die Umrichter übertragen. Geräte, die als Ersatzteil im Regal liegen, lassen sich so schnell und einfach ohne Fachpersonal mit der richtigen Parametrierung für die jeweilige Applikation versehen (siehe Bild oben rechts).

Antriebstechnik, schlank im Schrank

Nun aber zu der Technik selbst: Mit dem Altivar 32 präsentiert Schneider Electric eine neue Familie von Frequenzumrichtern in Buchbauform für den Leistungsbereich von 0,18 kW bis ­ 15 kW. Mit Baubreiten von 45 mm bis 1,5 kW und 60 mm bis ­ 4 kW sind die Geräte Platz sparend im Schaltschrank montierbar. Die Gerätebreite entspricht der Baubreite von Leistungsschützen und Motorschutzschaltern, wie beispielsweise der TeSys-Familie von Schneider Electric.

Die Buchbauform bietet auch Vorteile bei Anwendungen, in denen sowohl Frequenzumrichter als auch Servoantriebe zum Einsatz kommen. Bei Applikationen, die neben Frequenzumrichtern auch Servoantriebstechnik benötigen, zahlt sich die Familienähnlichkeit von Altivar 32 und der Servoantriebs-Familie Lexium 32 gleicher Herkunft aus: Die beiden Geräteserien sind nach dem gleichen Grundkonzept aufgebaut und sehen sich äußerlich sehr ähnlich, was eine gemischte Montage von Umrichtern und Servotechnik stark vereinfacht. Darüber hinaus verfügen sie über das gleiche Zubehör. Die Zahl der benötigten Komponenten wird somit stark reduziert.

Einfache Anwendungen kann der Anwender mit dem Altivar 32 direkt realisieren: Umfangreiche Ein-/Ausgänge und die passende Logikfunktionalität sind standardmäßig integriert. Die Geräte verfügen über zehn Eingänge, von denen sechs für die Logik sowie vier für Sicherheitsfunktionen verwendet werden können, einen separaten Eingang für die Power-Removal-­Sicherheitsfunktion sowie drei Analogeingänge, von denen zwei als Logik-Eingänge konfiguriert werden können. Außerdem stehen zwei Relais-Ausgänge, ein Transistor-Ausgang sowie ein Analogausgang zur Verfügung.

Für einfache Verknüpfungen und Automatisierungsaufgaben − also beispielsweise die logische oder mathematische Verknüpfung von Ein-/Ausgänge sowie von Daten aus dem Umrichter − ist ein Controller integriert. Er bietet Funktionen wie Vergleicher, Timer und Zähler, sowie mathematische Operationen wie Multiplikation, Division und Wurzelfunktionen.

Kommunikationsschnittstellen sorgen für die Einbindung in dezentrale Architekturen. Standardmäßig integriert sind CAN-open, Modbus, und eine Bluetooth-Schnittstelle. Zur Vereinfachung der Verkabelung kann CANopen als Daisy Chain realisiert werden. Optional erhältliche Schnittstellen sind Profibus DP, DeviceNet, Ethercat und Ethernet/IP, die bei Bedarf über ein Einschubfach im Gerät nachgerüstet werden.

Synchronmotoren im Open-Loop ansteuerbar

Eine Besonderheit des Altivar 32 ist die Möglichkeit, Synchronmotoren im Open-Loop-Betrieb anzusteuern. Dies stellt vielfach eine Alternative zum drehzahlgeregelten Betrieb mit Rückführung dar und erspart somit den Einsatz von Drehgebern.

Motor- und Bremsanschluss sind bis 4 kW steckbar ausgeführt. Dies erspart beispielsweise bei der notwendigen Hochspannungsprüfung für den Schaltschrank wertvolle Zeit. Die Verbindung wird getrennt, der Test ausgeführt und anschließend wird die Verbindung wieder gesteckt. Ein Vertauschen der Motorphasen und somit der Lauf in die falsche Drehrichtung ist ausgeschlossen. Leistungs- und Steuereinheit sind trennbar ausgeführt. Dies bietet nicht nur Vorteile für den Service, wo beide Einheiten separat ausgetauscht werden können, so sind beispielsweise alle Einstellungen im Steuerteil gespeichert.

Die beiden Einheiten lassen sich voneinander abgesetzt montieren. Das eröffnet dem Anwender − zusammen mit der frei wählbaren Einbaulage, die beispielsweise auch einen liegenden Einbau zulässt − völlig neue Möglichkeiten für die Montage seiner Umrichter und damit für den Aufbau seines Schaltschranks. W

www.schneider-electric.de

 





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