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Für die Medizin komplett stahlfrei

Wachstum generieren, Marktposition ausbauen, dies ist das Ziel der Deprag Schulz GmbH. Großes Potenzial verspricht der neue Druckluftmotor aus Keramik, der speziell für die Kernspintomographie entwickelt wurde.

Druckluftmotoren aus Stahl sind nach Erfahrung der Experten von Deprag Schulz gegenüber dem Keramikmotor zwar kostengünstiger, Keramik hat aber viele technische Vorzüge: sie ist elektrisch nicht leitfähig, beeinflusst Magnetfelder nicht und ist sehr verschleißfest und korrosionsbeständig. Und grundsätzlich können Keramikmotoren die gleiche Leistung wie Motoren aus Stahl bringen.

Die Werkstoffe sind schon länger am Markt verfügbar. Deprag Schulz hat sie aber jetzt erstmalig für den Bau von Druckluftmotoren verwendet und ein paar Prototypen gebaut.

Als Hintergrund verfügt Deprag nach eigenen Angaben über ein einzigartig breit gefächertes Standardprogramm von Druckluftmotoren. Produktmanagerin Dagmar Hierl hebt aber hervor: „85 Prozent aller Projekte bei uns sind Sonderlösungen. Druckluftmotoren aus unserem Katalogprogramm ändern wir auf Kundenanfrage individuell ab. Sondermotoren entwickeln wir kostengünstigst auf Basis unseres Baukastensystems. Das Spektrum reicht vom Druckluftmotor bis hin zum vollautomatischen Produktionssystem. Kreativität und Kundennähe sind uns dabei wichtig.“ Deprag ist mit rund 600 Mitarbeitern in über 50 Ländern vertreten.

Der Keramikmotor entstand letztlich aus der Anfrage eines Forschungszentrums, ob es möglich sei, einen vollständig ferritfreien Druckluftlamellenmotor zu konstruieren. Gerd Zinn, Leiter der Entwicklung Serienmaschinen, erinnert sich: „Dieser Motor sollte in einem Magnetresonanztomographie-System zur Diagnostik zum Einsatz kommen, wo Metalle Störfelder verursachen und daher als Werkstoff nicht geeignet sind.“ Mit dem Wissen aus jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit, Druckluftmotoren immer besser zu machen, ging das Team ans Werk.

Heraus kam dabei ein Druckluftmotor aus Keramik und Kunststoff, der kein einziges Teilchen Metall in ­irgendeiner Form enthält. Der Prototyp des ferritfreien Keramik­motors hat einen Durchmesser von 40 mm und eine Baulänge von nur 78 mm. Bei einem Betrieb mit Druckluft erreicht der Motor eine Leistung von 150 W bei einer Drehzahl von 14.000 min-1.

Dieser Motor eignet sich als Antrieb in Umgebungen, in denen Metalle als Werkstoff nicht in Frage kommen. Die Magnetresonanztomo­graphie (MRT) als modernes, besonders schonendes bildgebendes Verfahren zur medizinischen Diagnostik ist so ein Fall. Ehrgeizige Forschungsvorhaben, die die begleitende MRT-Untersuchung im Operationssaal zum Ziel haben, beschäftigen sich mit der Verbesserung der Situation. Statt der MRT-Tunnelsysteme entstanden unterschiedliche offene MRT-­Untersuchungssysteme, die das Operationsgebiet des Patienten für den Arzt auch während der Bildgebung gut zugänglich machen. Die Entwicklung innovativer ferritfreier Antriebssysteme ist ein weiterer entscheidender Schritt. „Unser ferritfreier Druckluftmotor ist eigens für ein solches Anforderungsprofil konzipiert und entwickelt worden. Dieser Deprag-Druckluftmotor könnte bei der Entwicklung medizinischer Geräte eine wichtige Rolle spielen“, erklärt Dagmar Hierl. W

www.deprag.com

 



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