Aufbruchstimmung: nicht nur beim Veranstalter und den genau 509 Ausstellern
auf der 17. Sensor+Test, sondern auch bei den deutlich mehr Fachbesuchern der Mess-
technik-Messe in Nürnberg. Einige gute technologische Gründe gab es dafür ...
Erster Grund war der Sensor Innovationspreis, bei dem es nach Angaben des Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Andreas Schütze vor allem um die Machbarkeit des wirtschaftlichen Erfolges geht. „Wir stellen hier keine fertigen Produkte vor, sondern echte Innovationen, maximal Prototypen, die uns auch mit einer genauen Innovationsbeschreibung vorgestellt werden müssen.“ Auch Patentfragen müssten dann schon geklärt sein. Mit Platz 1 gekürt wurde die Gemeinschaftsentwicklung des CiS-Forschungsinstituts, die mit der Audia Akustik GmbH und dem Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen ein Im-Ohr-Sensorsystem für Vitalparametermessungen' entwickelten. In der engeren Wahl standen der 'Time-of-Flight-3D-Abstandssensor mit integriertem Pulsverfahren' vom Fraunhofer IMS sowie von der finnischen Gasera Ltd. mit dem tragbaren 'FTIR-PAS Gas Analysator' für die Erkennung toxischer Substanzen in Sicherheitsanwendungen unter Verwendung eines neuartigen ultraempfindlichen MEMS-Cantilever-Sensors.
Unterdessen demonstrierte CAEMax-Chef Henning Pöschl, was seine bewährte Messdatensoftware RemusLab leistet: „Mit unserer Edition 2010 erfüllen wir den Wunsch vieler Anwendern nach einer Standardsoftware zu Messdatenerfassung: modernste Bedienoberfläche, intuitiv, sofort einsetzbar − ohne lästigen Hardware-Kopierschutz, in einer einzigen Komplettversion, für 990 Euro.“ Als größten Benefit gibt es neben Erfassen, Speichern, Anzeigen auch die durchgängige Parametrierung für alle automotive-relevanten Messgeräte aus der CAEMax-Palette. Dafür lassen sich auch andere CAN-Quellen einbinden.
Neu aufgestellt hat sich Flir Systems, nach eigenen Angaben Infrarotkamera-Weltmarktführer, in nun nur noch 2 statt 3 Divisionen. Frankfurt als Zentrale für die Region Zentral-Europa sei aber ebenso unumstritten, wie der Invest von jährlich rund 8 bis 9 Mio. Euro, erklärte Loic Premartin, der als neuer Flir-Vertriebsdirektor die neue SC645 auf der Sensor+Test vorstellte. Die hochauflösende Infrarotkamera sei vor allem wegen des Bolometerdetektors für F&E und wissenschaftliche Anwendungen prädestiniert. Eine hohe Bildwiederholungsfrequenz bis zu 200 Hz und ein 640 x 480 Pixel-Detektor würden genaueste Temperaturmessdaten liefern.
Nicht nur als gewohnt gut, sondern auch sehr günstige Möglichkeit zur Temperaturerfassung an schwer zugänglichen Messorten empfiehlt Jumos Steuerungs- und Regelungsexperte Manfred Walter die programmierbaren Kopfmessumformer mit Funkübertragung. „Unsere Wtrans-B-Geräte sind mit einem Einstiegspreis von knapp 400 Euro für den Empfänger und 270 Euro für den Sender sehr schnell amortisiert, weil sie sonst anstehende, hohe Montagekosten für Kabeltrassen ersparen. Sie sind ebenso perfekt für Adhoc-Messungen, weil mit einer Reichweite von bis zu 300 m problemlos und schnell installierbar“, so Manfred Walter. Ausgestattet sind die Geräte mit Universalmesseingang für Thermoelemente, Widerstandsthermometer, Potenziometer und mV-Messignal.
Mehr als nur Prototypenstatus genießt auch die Zukunftstechnologie Thermoelektrik. Dr. Dirk Ebling vom Fraunhofer IPM in Freiburg zeigte bereits einen Sensor, dem schon ein paar Minuten ‚Handwärme’ reichen, um Daten senden zu können. „Die Automobilindustrie ist daran sehr interessiert. Mit Thermoelektrik können Autos 5 bis 7 % Sprit sparen. Wärmequelle ist der Auspuff. Der Wirkungsgrad liegt bei 10 %. Das reicht für alle Sensoren im Auto“, definiert Dirk Ebling das Potenzial. Zudem könnten energie-autarke Sensoren auch Daten ohne Strom übertragen. W