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Datenzugriff nach Punkt und Strich

Die Basis sind Tagging, Barcode, Blackberry bis MES-IT. Mitsubishi Electric, Drago Messtechnik, Schad, Euchner und Leuze stellten auf der SPS/IPC/Drives ihre digitalen Neuheiten zur Montage, Anlagenüberwachung und -sicherung vor.

Viel Potenzial für den Maschinen-, Anlagenbauer und Betreiber demonstrierte Mitsubishi Electric auf der SPS/IPC/Drives mit dem neuen MES-IT-Modul. Deutlich wurde, wie einfach und komfortabel sich das e-F@ctory-Konzept von Mitsubishi Electric in die Praxis umsetzen lässt, das nach Erfahrung von Ralf Lichte, Product Manager Software Solutions bei Mitsubishi Electric in Ratingen, weit mehr als eine Datenbank-Anbindung der Produktion an die IT-Welt ist: „Mit unserem e-F@ctory-Konzept bekommen Sie ein komplettes Paket für die Automatisierungstechnik – von der Maschine bis in die MES/ERP-Welt. Dafür haben wir auf Basis unseres Standard-C-Controllers das MES-IT-Modul entwickelt.“

Das MES-IT-Modul wird auf das Basis-Rack als zusätzliche CPU aufgesteckt. Mit einer Konfigurationssoftware wird die Verbindung zwischen SPS und Datenbanktabellen parametriert. Fehler sind ausgeschlossen durch den direkten Zugriff auf die SPS-Register und die Datenbank-Tabellen. Zudem können auch Daten von anderer Hardware wie Fremd-SPSen, Scanner oder RFID-Reader über Ethernet-Anbindung verarbeitet werden. Das vereinfacht vieles, und das sonst unumgängliche, aufwändige manuelle Anlegen und Programmieren jedes Registers für die Kommunikation zwischen Produktion und IT entfällt. „Jeder SPS-Programmierer – auch ohne Datenbank-Vorkenntnisse – kann SPS-Daten direkt in vorhandene Datenbank-Tabellen eintragen bzw. aus ihnen lesen“, verspricht Ralf Lichte.

„So lässt sich eine Maschine oder eine Anlage ganz leicht komplett verwalten und überwachen.“ Erste Anwender finden sich in der Automobil- und Lebensmittelindustrie, wo während der Produktion viele Qualitätsdaten erfasst und gespeichert oder zur Produktionsoptimierung auch ausgewertet werden müssen. „Das kann unser e-F@ctory-Konzept perfekt und das perfekt einfach – und bei Unterbrechung ist über das neue MES-IT-Modul auch die Datensicherheit gewährleistet, da die zwischengespeicherten Daten erst nach wieder hergestellter Systemverfügbarkeit übermittelt werden.“ Weiterer Pluspunkt ist laut Ralf Lichte auch der Preis: „Unser MES-IT-System kostet gegenüber einer Standard-IT Lösung unterm Strich rund 30 % weniger, erzeugt also nur rund 70 % der IT-Kosten. Und da das MES-IT-Modul ein Realtime-Betriebssystem nutzt, arbeitet es zudem noch 100 % virenfrei!“

Leitstand für die Hosentasche

Auch auf dem Stand von Mitsubishi Electric präsentierte Schad-Geschäftsführer Christian Schad das Extend 7000, die weltweit bislang einzige Anwendung, die das mobile Bedienen und Beobachten und damit den direkten, aktiven Zugriff auf Anlagesteuerungen und Leitsysteme problemlos gewährleistet. Gegenüber vergleichbaren Technologien verspricht Christian Schad deutliche Vorteile. „Unser System ist eine Erweiterung des Leitstands für die Hosentasche. Es ermöglicht die detaillierte Information über alle Störungen, den präzisen Zugriff auf Anlagen und die Koordination aller Einsätze − und das vollkommen ortsunabhängig. Damit spart Extend 7000 Zeit, Geld und Ressourcen.“ Das System greift über mobile Endgeräte wie einem BlackBerry auf speicherprogrammierbare Steuerungen zu und kann sich prinzipiell mit allen adressierbaren Parametern mit einer automatisierten Anlage verbinden. Die Meldungen aus den Steuerungen werden über Extend 7000 direkt und ohne Umwege über den Leitstand zum technischen Personal gesendet. Messwerte, Zustände oder Fehlermeldungen sind sofort auf dem mobilen Endgerät der verantwortlichen Mitarbeiter ablesbar. Techniker können Parameter wie Drehzahl, Temperatur oder Freigabestatus bestimmter Anlagenteile mobil auslesen. Das Management kann auf Maschinen- und Betriebsdaten zugreifen wie Auslastung, Verfügbarkeit oder Betriebsstunden. Die Kommunikation zwischen den BlackBerrys und der Anlage erfolgt dabei kostensparend und praktisch über öffentliche Funknetze. Die Qualität und Detailtiefe der Informationen ist mindestens genauso hoch wie das Ergebnis einer zeitraubenden Rücksprache mit dem Leitstand.

Mit Barcode zum Messumformer

Speziell für den schnellen Zugriff auf Gerätedaten haben dagegen die Automatisierungstechnik-Experten von Drago Messtechnik ein neues Internet-Tool kreiert. Mit dem ‚Webinfo 4 Easy’ können nun Konstrukteure, Entwickler, aber auch Monteure und Einkäufer durch Einlesen des Barcodes umfangreiche Informationen sämtlicher Drago-Messumformer und -Trennverstärker abrufen. „Das hat bisher noch keiner gemacht. Gerade für Planungsbüros, die auch Schaltschränke planen, sich Muster zuschicken lassen, weitere Infos zu Varianten suchen und schließlich Prinzipskizzen, Zeichnungen und Daten zur Dokumentation brauchen, geht es mit unserem Webinfo 4 Easy alles viel schneller. Sie brauchen nur einen Barcode-Leser dazu“, skizziert Hagen Klemp, Leiter SW-Entwicklung bei Drago Messtechnik in Berlin. Das Prinzip ist einfach: Nach dem Einscannen des Barcodes vom Drago-Messumformer in die Adresszeile eines Standard-Webbrowsers geht es direkt auf die passende Website von Drago, die nicht nur die Gerätedaten, sondern auch Varianten samt Datenblätter und Zeichnungen bereit hält. Umständliches Suchen, Übernahme falscher oder veralteter Daten entfällt. Installations-, Planungs- und Einkaufsvorgänge werden erheblich beschleunigt. „Besonders bei der Komplexität und Vielfalt unserer Geräte ist diese Transparenz und Datensicherheit ein großes Plus. Der Barcode macht die Sache unverwechselbar und schließt Übertragungsfehler aus“, betont Hagen Klemp.

Superschneller Service: Tagging auf Lichtvorhängen

Bereits kurz vor der SPS/IPC/Drives machte übrigens Leuze electronic das Handy zum Servicetool. „Wir präsentierten erstmals auf der Motek die Quick Response Codes für unsere Sicherheits-Sensoren“, berichtet Elmar Schauppel, Produktmanager Sicherheits-Lichtvorhänge. Die QR-Codes sollen vor allem die Inbetriebnahme und Wartung von Anlagen erleichtern. Der Trick: Per Mobiltelefon wird das Tagging eingelesen, das die erforderlichen Adressdaten enthält. So bleibt dem Nutzer das mühsame Eingeben der Internetadresse oder eines Suchbegriffs über die Handytastatur erspart. Diese Technologie nutzt Leuze nach Angaben von Elmar Schauppel nun auch erstmalig, um dem Anwender rasch und unkompliziert direkt vor Ort eine optimale Hilfestellung anzubieten – völlig unabhängig von Ethernetanschlüssen oder WLAN-Verfügbarkeiten sowie aufwändigen Konfigurationen. Leuze electronic hat seine Sicherheits-Lichtvorhänge der Baureihe Solid-4E mit QR-Codes versehen. Diese Codes sind der Schlüssel, um dem Fachmann, beispielsweise bei einer Wartung oder einer erneuten Einrichtung, wichtige Information direkt auf dem Display seines Mobiltelefons bereitzustellen: etwa zur Diagnose der Sensormeldungen oder FAQs, Datenblätter und Kontaktdaten zum Leuze-Service für die schnelle Hilfe. Das Verfahren ist einfach: In der Regel befindet sich bereits auf neuen Mobiltelefonen die erforderliche Software (QR-Code Reader).

Rundum-Sorglos-Sicherheitssystem für Türen

Der Anwender startet die Software, wobei diese wiederum die Kamerafunktion des Telefons aktiviert. Nach dem Scannen des Codes zeigt die Software direkt die Adresse (URL) für die dazugehörende mobile Website an. Mit einem weiteren Klick bestätigt er die Adresse und sofort wird die angefragte Seite geöffnet. Leuze electronic stellt hier jene Dokumente zur Verfügung, die den Anwender im täglichen Umgang mit den Sicherheits-Sensoren unterstützen.

Besonders für große Schwenktüren hat auch Euchner auf der SPS eine interessante Neuerung vorgestellt. Ein Sicherheitssystem, ausgelegt für die Absicherung in Kategorie 4, PL e. Konkret handelt es sich um das Sicherheitssystem MGB, Multifunctional Gate Box. Produktmanager Daniel Seng spricht von einem Komplettsystem für die Absicherung von Schutztüren. „Es ist quasi ein Rundum-Sorglos-Sicherheitssystem. Das System erreicht bereits in der Basisversion PL e die EN ISO 13849-1 und erleichtert damit den Umgang mit der neuen Norm erheblich. Die MGB ist einfach zu montieren, speziell auf den Alu-Standardprofilen. Es ist eine Kombination aus mechanischer Zuhaltung und Transpondertechnologie. Das gibt es sonst so noch nicht.“

Kern des modularen Systems ist das Auswertemodul in Kombination mit einem Griffmodul, die optionale Fluchtentriegelung rundet das System ab. Das Auswertemodul gibt es auch mit integrierten Bedientasten und Anzeigeleuchten für Freigabe, Betriebsartenwahl und viele weitere Funktionen. W

www.leuze.com

www.drago-messtechnik.de

www.mitsubishi- automation.com

www.schad-automation.com

www.euchner.de

 



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