von Harald Klieber Maßgeschneidert noch schneller in Serie - das ist für Geschäftsführer Hartmut Hänchen eine entscheidende Strategie. Vor kurzem hat Hänchen die Lieferzeiten nahezu halbiert. Unsere Standard-Zylinder gehen jetzt schon binnen zwei bis drei Wochen in der gewohnten Hänchen-Qualität zum Kunden raus, sofern alle Teile auf Lager sind. In Sondersituationen können wir noch schneller liefern. Und selbst technisch besonders aufwändige Testzylinder aus dem Katalogprogramm sind in 5 bis 11 Wochen fertig", betont Geschäftsführer Hartmut Hänchen. Vor zwei Jahren mussten Hänchen-Kunden auf die hochwertigen Hydraulikzylinder aus Ostfildern bei Stuttgart noch rund vier bis fünf Wochen warten. „Und mit unserem neuen Kolbenstangen-Konfigurator sind beispielsweise selbst Standard-Zylinder mit zusätzlichem Sondergewinde in dieser kurzen Zeit lieferbar", unterstreicht Hartmut Hänchen, allerdings zunächst nur für diese Serienprodukte. Je nach Art und Qualität der Sonderwünsche sei darüber hinaus noch mit ein paar Tagen Aufschlag zu rechnen. Die aber dennoch beachtliche Minimierung der Produktionszeit auf nur noch rund die Hälfte der alten Lieferzeit begründet Hartmut Hänchen unter anderem mit der Optimierung der Variantenkonstruktion der Kolbenstangen-Enden. Die gesamte Konstruktion nimmt jetzt für Katalogprodukte nur noch einen Tag in Anspruch. „Wir haben Mitte 2010 ERP eingeführt und können jetzt mit einer neuen Datenbank die Prozesse deutlich optimieren." Mit dem Konfigurator verfolgt Hänchen weiter die Strategie, auch komplexe Konstruktionsprozesse in die Serienfertigung zu integrieren. Früher war das Anfügen von Flächen an die Hydraulik-Zylinder gleichzusetzen mit einer Sonderkonstruktion. „Das haben wir jetzt komplett in eine Software integriert. Damit ist diese Konfiguration der Flächen jetzt keine Aufgabe mehr für unsere Konstruktionsabteilung. Der Zylinder wird jetzt quasi direkt als Auftrag in die Fertigung geschickt. Lediglich ein Konstrukteur muss nochmals die Machbarkeit kontrollieren." Dies ist eine von vielen Detaillösungen, so Hartmut Hänchen, welche die besonders von den Hänchen Stammkunden schon sehr positiv aufgenommene Lieferzeit- und Engineering-Verkürzung gebracht hat. Kolbenstangen-Enden lassen sich optimieren „Es sind praktisch alle technisch möglichen Varianten vorgedacht", betont Hänchens Leiter Entwicklung Standard Klaus G. Wagner. „Und die passenden Makros sind bereits in der Konstruktion hinterlegt. So liefern wir mit einem geringen Kostenaufschlag ein modifiziertes Serienprodukt, wo bisher teure Sonderkonstruktionen nötig waren. Zusätzlich wird dabei automatisch überprüft, ob die gewünschte Änderung unter Gesichtspunkten wie Belastbarkeit oder Materialdicke den Anforderungen genügt." Auch Anschlusszapfen, zylindrische Andrehungen mit umlaufender Nut für Schnellverschlüsse mit Klammern sowie für Bolzenverbindungen, sind jetzt frei in der Geometrie konfigurierbar. Einstichlänge, -durchmesser und Position können vom Anwender mit Hilfe des Konfigurators bestimmt werden. So lassen sich die Kolbenstangen-Enden beispielsweise für Schnellverschlüsse mit Klammern optimieren, eine Anforderung unter anderem für Anwendungen zum Formentausch in Gießereien, zum Werkzeug- oder Vorrichtungswechsel. Die Gewinde können in diesen Produkten jede Länge und alle gängigen Gewindegrößen haben. Alle Gewinde-Enden und Gegenhalte-Flächen für Hakenschlüssel, Schlüsselflächen oder mit Sechskant lassen sich so abbilden: Im Konfigurator sind alle Normen einschließlich ISO 4395 vorgesehen. Hänchen bevorzugt Hakenschlüssel, da diese die Montage - insbesondere im Wartungsfall auf der Baustelle - erleichtern. Um die Qualität sicherzustellen, entwickelte Hänchen aber auch für die Sechskant-Schlüsselflächen eine Geometrie, die Dichtungen nicht verletzen kann. Durch diese serienmäßige Flexibilität kann der Kunde auf teuere, montageaufwändige Adapterstücke verzichten.