Conta-Clip zählt heute nach eigenen Angaben zu Europas führenden Herstellern von Reihenklemmen. Die geschäftsführende Gesellschafterin Bianca Klaß und der leitende Produktmanager Jörg Nowastowski-Stock erklären das Erfolgsrezept, die Ziele und was der Konstrukteur davon hat.
W Frau Klaß, Conta-Clip zählt neben Phoenix Contact, Wago und Weidmüller zu den führenden Klemmenherstellern in Europa. Worauf kommt es dabei an?
Klaß: Hohe Qualität und günstige Preise zählen angesichts eines starken Wettbewerbs zu den Minimalforderungen. Entscheidend sind die Innovationen. Wir überprüfen kontinuierlich, mit welchen Entwicklungen wir dem Elektriker die Arbeit erleichtern können.
W Worauf kommt es für Sie als Hersteller an?
Klaß: Bei Reihenklemmen sind wir in einem Produktsegment tätig, in dem eine Vielzahl von existierenden Patenten Neuentwicklungen erschwerten. Deswegen sind einerseits gründliche Kenntnisse der bestehenden Patente und des Patentrechts von wesentlicher Bedeutung. Andererseits sind vertrauensvolle Beziehungen zu den Kunden wichtig, denn die Anwender inspirieren uns zu Innovationen. Wer seinen Kunden gut zuhört, erfährt viel über das Verbesserungspotenzial der eingesetzten Technik und was wirklich benötigt wird. Da gehen die Ideen nie aus. Das ist ein Teil unseres Erfolgsrezepts, setzt allerdings auch kurze Wege und durchlässige Strukturen im Unternehmen voraus, wie es bei uns der Fall ist.
W Hängt die Struktur nicht letztlich von der Unternehmensgröße ab?
Klaß: Bei Unternehmen, die sich nicht aktiv um ihre interne Kommunikation kümmern, besteht immer die Gefahr, dass mit zunehmender Unternehmensgröße die Bodenständigkeit verloren geht, dafür gibt es ja einige negative Beispiele. Aber die Größe ist hier nicht allein das ausschlaggebende Kriterium; wie gut die Kommunikation im Unternehmen funktioniert, hängt maßgeblich von der Unternehmensleitung ab. Conta-Clip ist ein inhabergeführtes Unternehmen, bei dem wir bewusst flache Hierarchien pflegen und auf die Mitsprache der Mitarbeiter setzen. Eigenverantwortung und kurze Wege bilden die Grundlage für effektive Kommunikation. So können wir schnell und flexibel reagieren und auch unsere Entwicklungszeiten sehr kurz halten.
W Welchen Kriterien spielen bei Innovationen im Klemmenbereich eine Rolle?
Nowastowski-Stock: Wir konzentrieren uns zum Beispiel darauf, dass sich die Klemmen schneller und einfacher montieren lassen. Unser Ziel ist es zudem, den erforderlichen Werkzeugeinsatz bei der Montage zu reduzieren und das notwenige Zubehör zu vereinheitlichen, um den Aufwand für die Lagerhaltung gering zu halten. Bei unsere Reihen- und Schutzleiterklemmen aus der neuen Schraubanschluss-Klemmenfamilie SRK und SSL haben wir eine Vielzahl solcher Verbesserungen umgesetzt. Unter anderem haben die Klemmen einen zweifachen Querverbindungskanal, wodurch sich unterschiedliche Potenziale ohne Polverlust parallel führen lassen. Querverbindungen sind auch zwischen Klemmen für unterschiedliche Ader-Querschnitte möglich, da alle Kontaktzungen eine einheitliche Geometrie haben. Die Querverbinder können je nach Bedarf einfach zugeschnitten werden; zu Isolierung der gekürzten Enden bieten wir ein Kappensystem an, das sich einfach auf die Seiten aufstecken lässt.
Klaß: Andere aktuelle Beispiele für solche kleinen, aber wirkungsvollen Verbesserungen finden Sie bei unseren Trafoklemmen oder bei unserem Trenn- und Sicherungsklemmensystem. Die Gehäuse der Trafoklemmen haben eine aufklappbare, arretierbare Frontseite, was das Anlöten der Wicklungsdrahtenden ungemein erleichtert. Die Trenn- und Sicherungsklemmensystem haben wir als modulares System konzipiert, bei dem der Anwender die Basis-Klemmen der FTRK-Reihe je nach benötigter Funktion bestücken kann. Damit ergibt sich ein Vorteil für die Lagerhaltung.
W Stichwort: vereinfachte Montage. Wieso haben Sie ausschließlich Schraub-, aber keine Schneidklemmen im Angebot?
Nowastowski-Stock: Wir haben uns dagegen entschieden, weil wir Zweifel an der Zuverlässigkeit des Anschlusses hatten. Die Klemmen können mit zunehmender Nutzung verschleißen. Hundertprozentige Kontaktsicherheit ist dann nicht mehr garantiert. Aus unserer Sicht ist damit die Industrietauglichkeit nicht mehr gegeben. Die Marktentwicklung hat uns Recht gegeben, Schneidklemmen konnten sich nicht richtig durchsetzen.
W Was bedeutet die Wirtschaftskrise für Conta-Clip?
Klaß: Wir erleben derzeit zwar auch einen Rückgang der Nachfrage, aber wir sind gut aufgestellt. Bisher brauchten wir niemanden zu entlassen und nutzen die Zeit für den Ausbau unserer Produktionsanlagen.
Klemmen werden immer gebraucht werden und ohne Verbindungstechnik läuft gar nichts. Da sind wir ganz optimistisch.