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Technik mit langem Atem

Der Siemenskunde soll auch noch in Jahren seine Investitionen nicht bereuen. Wie der Konzern unter anderem dies erreichen will, zeigt er auf der Hannover Messe.

Unter dem Motto „Create sustainable value“, wird sich Siemens auf der Hannover Messe in Halle 9 seinen Kunden und interessierten Messebesuchern präsentieren. Und, um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Der Konzern richtet seine Bestrebungen auf mehr Kundennähe, technische Lösungen mit ökologischer und effizienter Langzeitwirkung sowie im Dienstleistungssektor mit einem Geschäftsmodell aus, bei dem der Kunde anteilig nur nach dem tatsächlich erbrachten Nutzen zahlen muss. Die internationale Siemens-Vorpressekonferenz zur Hannover Messe fand auf ‚historischem Siemens-Schuckert-Land’, im hochmodernen Lieferzentrum der I IA & I DT in Nürnberg statt. Hausherr, Franz Grasser skizzierte das Potenzial des Zentrums und kam explizit auf die dort geleistete Qualität zu sprechen: „Maximal 5 Fehler bei tagtäglich 30.000 Lieferscheinpositionen sind zu erreichen – und dieses hehre Ziel erreichen unsere Mitarbeiter Tag für Tag.“ Dieser kurzen Einführung folgten dann die Vorträge der CEOs von Industry Automation, Anton S. Huber (Nachhaltige Werte schaffen), Drive Technologies, Klaus Helmrich (Nachhaltiger Wert durch fundiertes Applikations-Know-how, innovative Produkte und ein breites Service-Angebot) sowie Jens Wegmann von Industry Solutions (Wirtschaftlich produzieren trotz steigender Energiekosten − Energieeffizienz über die gesamte Prozesskette).

Software gegen physische Welten

Anton S. Huber verdeutlicht den Kundennutzen am Know-how seines Unternehmensbereiches „durch die Kombination von Industrie-Software und Automatisierungstechnik zu wesentlich kürzeren Markteinführungszeiten bei neuen Produkten zu gelangen bei gleichzeitig deutlich schnellerem Return of Invest.“ Ein Beispiel dazu ist die Simulation, die den physikalischen Prototypen immer mehr den Rang abläuft sowie die einzigartige Kenntnis in der Verknüpfung von CAD/CAM bis zur Produktionsmaschine. Anton S. Huber berichtete hier von einem Kunden aus der Digitalkamerafertigung, der überhaupt keine physischen Prototypen mehr anfertigt und erläuterte, dass durch die Softwaretechnologien von der Konstruktion bis zum fertigen Werkzeug z.B. zur Herstellung von Mobiltelefonschalen lediglich zwei Wochen vergehen werden! Noch allerdings ist es ein weiter Weg von der hier aufgezeigten Produktsimulation bis zur kompletten Produktionssimulation. Denn es gilt hier neben aller Komplexität enorme Datenmengen zu beherrschen, zu verwalten und zu verarbeiten. Übrigens, in Sachen PLM-Software sieht sich Siemens auf Platz 2 weltweit und setzt seine Teamcenter genannte PLM-Software vermehrt auch zur Verbesserung eigener Entwicklungsprozesse ein: „Wir werden in unserem Bereich 20.000 Lizenzen einsetzen, um die weltweite Kommunikation der Unternehmensteile zu verbessern. Damit werden wir von der Zeit unabhängig. Denn an einer Entwicklung wird weltweit im Team gearbeitet. Das beschleunigt den Produktentstehungsprozess und jeder teilnehmende Entwickler ist jederzeit auf dem aktuellen Stand“, erwähnt Huber. Auf die Frage, wer im PLM-Markt denn die Nr. 1 sei, nannte er den europäischen Mitbewerber Dassault.

Mechanik trifft Software

Klaus Helmrich zeigte anhand von Beispielen auf, wie es zur effizienten Reduktion von Opex-Kosten kommen kann, der Output erhöht wird, die Investitionssicherheit gesteigert werden kann und dass es in wirtschaftlich schwierigem Umfeld zahlreiche Chancen gibt, die es zu nutzen gilt. Und das geht in der Antriebswelt durch die Steigerung der Produktivität, der Optimierung der Systeme und Komponenten, der Energie- und Ressourceneffizienz, der Steigerung der Zuverlässigkeit und einem noch besseren und kundennäheren Service. Um energieeffizient zu produzieren, müssen die Kostentreiber in der Produktion identifiziert und bewertet werden. Hier verwies Klaus Helmrich auf die zwei Siemens-Software-Tools Simatic Powerrate (Identifizierung) und SinaSave (Bewertung).

„70 % des Energieverbrauches in Industrie-Anlagen geht auf die Motoren zurück“, so Helmrich und hier gelte es, Einsparpo­tenziale zu bergen. Am Beispiel des Vertikalmühlenantriebs Flender EMPP mit integriertem permanent erregten Elek­tromotor zeigte Helmrich auf, wie innovative Ideen Positives bewirken können: „Dieser Mühlenantrieb kommt mit weniger mechanischen Komponenten aus, ist rund 10 % leiser als herkömmliche Lösungen, kompakter und energieeffizienter.“ Ein ausführlicheres Interview mit Klaus Helmrich werden wir dazu in einer der nächsten Ausgaben von K&E veröffentlichen.

Energiekosten steigen – die Sorgen nicht

Warum sich Kunden trotz steigender Energiebedarfe und -kosten keine Sorgen machen müssen, erklärte Jens Wegmann, CEO von Industry Solutions. Er nannte drei Neuigkeiten aus seiner Division, die den Siemens-Kunden direkt zugute kommen werden: Zum Einen hat Siemens das Energieberatungsunternehmen EUtech akquiriert. Außerdem gibt es eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit der Siemens-Division Building Technologies im Bereich der Energieoptimierung – denn Gebäude und Produktionsanlagen zu optimieren gelingt gemeinsam noch besser. Zum Dritten treibt Siemens die „grünen Lösungen und nachhaltiges Engineering“ voran und hat dazu die so genannte Eco-Care-Matrix entworfen. Grob gesprochen ist auf dieser Matrix auf der X-Achse der Kundennutzen ablesbar und auf der Y-Achse die Umweltfreundlichkeit. Für jedes Unternehmen kann explizit nach einem vorgegebenen Raster ermittelt werden, ob und wie eine „grüne“ Produktion sich wirtschaftlich realisieren lässt. Eine interessante Lösung, die Siemens Industry Solutions zusammen mit einem italienischen Stahlwerk entwickelt hat, heißt ESP (Endless Strip Production). Hier ist es erstmals möglich, Gießen und Walzen in einem Prozess zu realisieren, was zu erheblichen Energieeinsparungen führt. Jens Wegmann zeigte noch zahlreiche weitere Kundenbeispiele, die zeigen, dass selbst in neuen Produktionsanlagen noch signifikante Einsparpotenziale schlummern. W

www.siemens.com



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