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Monokultur in Orange

Mit einer BySprint fing vor zehn Jahren alles an. Die beiden Geschäftsführer der Schnittpunkt GmbH, Olaf Rautner und Erwin Stuiber, starteten im rund 50 km nördlich von München gelegenen Geisenfeld in die Selbstständigkeit. Wenn man sich allein den heutigen Laser-Maschinenpark so ansieht, kann die Entscheidung so schlecht nicht gewesen sein. Zwei BySprint, eine BySprint Pro, zwei BySpeed, eine ByStar und – seit wenigen Wochen – eine ByStar mit Nachtaktmöglichkeit für 8 m Bearbeitungslänge füllen die mehrfach erweiterten Hallen. Das Laserschneiden prägt Bystronic in Reinkultur – und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Die beiden Schnittpunkt-Geschäftsführer Olaf Rautner und Erwin Stuiber und die inzwischen rund 50 Mitarbeiter vereint ein gemeinsames Ziel: Alle Kunden – kleine und große – bestens mit den Teilen zu versorgen, die sie brauchen – mit kleinen und großen, als Einzelstück oder Großserie. Olaf Rautner: „Wir sehen uns als Dienstleister und versorgen unsere Kunden in kürzester Zeit mit den gewünschten Blechteilen – in Top-Qualität versteht sich.“ Das offene Ohr für die Bedürfnisse der Kunden hatte dabei schon im ersten Jahr dazu geführt, dass sich der als reiner Laser-Lohnschneider gegründete Betrieb auf den Weg zum vollwertigen Blechbearbeiter machte und als Ergänzung zum Laser die erste Abkantpresse anschaffte.

Heute verfügt Schnittpunkt über alles, was zu einer kompletten Blechbearbeitung gehört – von Abkantpressen in diversen Größen und Ausbaustufen über Plasma- und Autogen-Schneidanlagen, Eckenformmaschine und Teilerichtanlage bis zur Gleitschleifmaschine und Durchlaufstrahlanlage.

Während Olaf Rautner und Erwin Stuiber bei den anderen Maschinen für alle Hersteller offen waren, herrscht beim Laserschneiden eine reine Monokultur vor. Frei nach Henry Ford: „Wir kaufen Lasersysteme mit jeder Farbe – solange sie orange ist.“ Nach den Gründen für die Treue zu Bystronic gefragt, braucht Erwin Stuiber nicht lange zu überlegen: „Wir haben mit Bystronic von Anfang an sehr gute Erfahrungen gemacht und sind mit den Maschinen und dem Service sehr zufrieden. Wir schätzen auch den familiären Umgang und fühlen uns bei jeder Art von Problemen sehr gut betreut. Und nicht zu vergessen: Die Systeme von Bystronic sind auch etwas günstiger als vergleichbare Anlagen der Wettbewerber.“

Zudem sind sie überaus robust und langlebig, wie der Blick auf den Betriebsstundenzähler der ersten BySprint des Unternehmens zeigt. Die Uhr hat die 60.000 Stunden längst überschritten, doch – so Olaf Rautner – „bis auf den normalen Verschleiß hatten wir keine ernsten Probleme. Die BySprint ist trotz ihres fortgeschrittenen Alters nach wie vor eine gute Alltagsmaschine, die wir gerne für kleinere Serien einfacher Teile nutzen. Dafür ist sie wunderbar, denn bei solchen Teilen ist die Rüstzeit der dominierende Faktor und die gegenüber den neueren Systemen geringere Schnittgeschwindigkeit fällt nicht ins Gewicht.“

Wenn die Serien größer, die Löcher mehr und die Konturen komplexer werden, sind natürlich die beiden BySpeed und die BySprint Pro die eindeutig bessere Wahl. Vor allem, wenn es so richtig in die Stückzahlen geht. Denn durch die Nähe zu Ingolstadt und München wird Schnittpunkt insbesondere beim Anlauf neuer Modelle von den beiden bayerischen Automobil-Herstellern gerne genutzt, um Kapazitätsengpässe zu beseitigen – zum Beispiel, wenn ein Stanzwerkzeug Probleme macht oder nicht rechtzeitig fertig wird. In diesen Fällen, oder wenn sich Teile durch extreme Werkstoffe gar nicht stanzen lassen, können auch die Serien, die sich bei den Geisenfeldern sehr oft nahe am theoretischen Minimum ‚1’ bewegen, durchaus Werte von 500.000 Stück erreichen. Genauso flexibel ist Schnittpunkt, wenn es um Blechdicken geht: Zwischen 0,1 und 150 mm ist alles möglich – gelasert wird üblicherweise bis etwa 25 mm. Wie groß die Bandbreite ist, belegt ein Blick in die CAD-Datenbank: Für mehr als 1.000 Kunden hat Schnittpunkt die Programme für über 200.000 Teile auf Knopfdruck parat. Hergestellt werden neben Automobil- und Lkw-Teilen insbesondere Komponenten für Aufzüge und Aufzugtüren, Träger, Hallen und – der Hauptmarkt von Schnittpunkt – den Maschinenbau.

Seit kurzem dürfen die Zuschnitte auch deutlich größer ausfallen, denn in der Krise mussten zwar auch Olaf Rautner und Erwin Stuiber auf die Bremse treten, doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, machten sich die beiden Geschäftsführer aktiv auf die Suche nach neuen Märken und Alleinstellungsmerkmalen. Die Entscheidung fiel auf die Großteilbearbeitung und entsprechend präsentiert sich das Ergebnis dieser Suche: knapp 20 m lang, im Minimum rund 3 m breit – und natürlich orange. Durch einmaliges Nachtakten kann die ByStar 4025 bis zu 8 m lange und 2,5 m breite Bleche bearbeiten. Die beiden Schnittpunkt-Chefs hatten sogar kurz mit einer noch größeren ByStar geliebäugelt, die mit zweifachem Nachtakten bis zu 12 m lange Bleche bearbeiten kann – doch die passte beim besten Willen nicht mehr in die Halle.

Geschnitten werden auf der 8 m Anlage beileibe nicht nur übergroße Teile. Olaf Rautner: Ein wichtiger Grund zum Kauf des Systems war für uns auch die Minimierung des Verschnitts. Wir haben einige wiederkehrende Zuschnitte, von denen nur jeweils einer auf eine 4 x 2,5 m große Blechtafel passt. Auf einer 8 x 2,5 m großen Tafel kriegen wir aber drei Teile unter, was uns den Verschnitt und damit die Kosten deutlich nach unten drückt.

Ausgerüstet mit einem 6 kW ByLaser 6000 sind selbst 25 mm dicke Bleche für die 8 m ByStar kein Problem. Geschnitten wird auf der Anlage vor allem Stahl und Edelstahl mit Blechdicken zwischen 3 und 25 mm. Obwohl Schnittpunkt mit der neuen ByStar erstmals einen 6 kW Laser verwendet, erteilt Olaf Rautner dem Wettrüsten in Richtung immer höherer Laserleistungen eine klare Absage: „Die hohe Leistung zählt für uns nicht. Was wir brauchen, ist eine sehr gute Schnittqualität und eine große Bandbreite der Bearbeitungsmöglichkeiten – und das zu vertretbaren Kosten. Denn mit dem Einsatz hochgezüchteter Strahlquellen steigen auch die Wartungskosten stark an und es häufen sich die Reparaturen. Dies will aber kein Kunde bezahlen, der nur ein ‚normales’ Laserteil braucht.“

Auf einen weiteren Aspekt weist Erwin Stuiber hin: „Auf Messen und bei Präsentationen verwenden die Hersteller üblicherweise sehr hochwertige und damit teure Bleche. Nur so lassen sich die hohen Schnittgeschwindigkeiten überhaupt erreichen. Unsere Kunden sind aber nicht bereit, für ihre Zuschnitte den Mehrpreis für so ein Top-Material zu bezahlen. Unsere Strategie ist es deshalb, günstige Standardbleche mit ‚normalen’ Strahlquellen und Parametern zu schneiden. Wir wollen einfach das Blech auflegen und das Programm muss laufen. Dafür brauchen wir aber keine ausufernde Laserleistung.“

Aufgrund der Probleme in der Vergangenheit, zu einem bezahlbaren Preis an vernünftiges Material zu kommen, war Schnittpunkt vor drei Jahren sogar noch einen Schritt weiter in die andere Richtung gegangen und hatte den Lasermaschinenpark mit einer Plasma-Anlage ergänzt. Dies auch, um einen großen Auftrag mit vielen Laser- und einige Plasma-Zuschnitten komplett im eigenen Haus erledigen zu können. Die Erfahrungen von Olaf Rautner, was die Unterschiede zwischen Laser- und Plasmaschneiden betrifft: „Bei hochwertigen Blechen ist der Laser unschlagbar, er kann schneller, genauer und qualitativ hochwertiger schneiden sowie wesentlich kleinere Bohrungen und engere Konturen erzeugen. Doch viele unserer Kunden haben einfache Teile und wollen dafür weder den hohen Materialpreis, noch den entsprechenden Stundensatz des Lasers bezahlen. Billige Bleche sind aber oft verzundert oder verrostet. Für solche Bleche mit mehr als 20 mm Dicke ist das Plasmaschneiden einfach das stabilere und günstigere Verfahren.“

Olaf Rautner kann allerdings die Laser-Community beruhigen: Nicht ohne Grund stehen bei Schnittpunkt sieben Laser- und nur eine Plasmaschneidanlage. Denn – so Rautner: „Es ist wesentlich aufwändiger, mit Plasmaschneiden ein gutes Teil zu erhalten. Zudem ist eine Nacharbeit beim Plasmaschneiden nicht zu umgehen.“ Und so steht bei Schnittpunkt direkt neben der Plasmaschneidmaschine auch eine Durchlauf-Strahlanlage, deren Kosten natürlich ebenfalls im Teilepreis berücksichtigt werden müssen.

Was die Großteil-Bearbeitung betrifft, haben Olaf Rautner und Erwin Stuiber übrigens gleich Nägel mit Köpfen gemacht und als Ergänzung zur 8 m ByStar gleich noch eine dazu passende Abkantpresse angeschafft – ebenfalls in Orange. Zwei direkt nebeneinander aufgestellte Bystronic Beyeler Xpert 400 mit je 400 Tonnen Presskraft und 4 m Kantlänge lassen sich getrennt oder synchronisiert betreiben und können so auch 8 m lange Zuschnitte der ByStar kanten. Zum Beispiel zu Hallenträgern oder Längsträgern für Lkw, für die die Kombination aus ByStar und Beyeler Xpert geradezu prädestiniert ist.

www.bystronic.com

www.laserschnitt.de

 



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