Das Sprichwort „Probieren geht über Studieren“ hat beim Werkzeugbauer Weba seit mehr als zehn Jahren ausgedient. Werkzeuge für Tiefziehteile, die früher im Tryout mit viel Erfahrung und feinem Bauchgefühl ausprobiert und funktionsfähig gemacht wurden, durchlaufen heute standardmäßig die Simulationsprogramme von AutoForm Engineering und werden schon vor dem ersten Hub systematisch analysiert und optimiert. Bereits im Jahr 2000 stellte die weba Werkzeugbau Betriebs GmbH aus Österreich die Weichen in Richtung Innovation. Damals wurde ein Arbeitsplatz zur Umformsimulation mit Software von AutoForm Engineering eingerichtet. Im Vergleich zu Werkzeugbaufirmen von ähnlicher Größe übernahm weba mit diesem Schritt eine Vorreiterrolle und besetzt sie bis heute erfolgreich. In der Rückschau auf das vergangene Jahrzehnt hat sich für Christoph Gmainer, Abteilungsleiter Methodenplanung und Simulation bei weba, der Einsatz der Simulationssoftware mehr als ausgezahlt. Christoph Gmainer startet mittlerweile bereits in der Angebotsphase mit ersten Simulationen. Da nur ein Teil der Offerte zu einem Auftrag führen, hält er den Aufwand bewusst gering. Trotzdem kann Christoph Gmainer die Risiken eines Projektes ausreichend abschätzen und erkennt zuverlässig die möglichen Knackpunkte. Den Anspruch auf die Vorreiterrolle unterstrich weba im Jahr 2009 erneut. Der Werkzeugbauer aus Dietach führte AutoForm-Sigma ein. Damit wird überprüft, ob die Blechteilproduktion robust ablaufen wird und wovon das abhängt. weba bietet seinen Kunden damit einen Mehrwert, der über den Stand der Technik hinaus geht. Bei allen schwierigen Bauteilen – und das sind bei weba mehr als 50 Prozent der Aufträge – wird konsequent AutoForm-Sigma eingesetzt. Die Firma verlässt sich dabei auf die Empfehlungen der Software und hat so ihre Arbeitsweise standardisiert. weba’s Spezialisierung auf Werkzeuge zur Umformung von höchst- und ultrahöchstfesten Blechwerkstoffen bringt zwangsläufig die Auseinandersetzung mit Rückfederungseffekten mit sich. Diese gilt es zu kompensieren. Hierbei hat weba längst erkannt: Erst muss sichergestellt sein, dass die Rückfederung nicht stärker streut als die Formtoleranz des Bauteils von beispielsweise ± 0,5 mm und erst dann kann kompensiert werden. Die Streuung bleibt, mit und ohne Kompensation, denn auch in der Praxis lassen sich Schwankungen nicht vermeiden. Quantifizierbare Robustheit Die Blechhalterkraft und die Schmierung sind nicht bei jedem Hub identisch, genauso variieren die Materialeigenschaften von einem Coil zum nächsten. Selbst wenn das Material die versprochenen Toleranzen erfüllt, kann eine leicht abweichende Eigenschaft den Umformprozess stören. Den Einfluss dieser streuenden Parameter, der Noiseparameter, gilt es in den Griff zu kriegen. Dazu führt Christoph Gmainer eine Robustheitsanalyse mit AutoForm-Sigma durch. Mehrere Simulationen, während derer die Noiseparameter streuen, bilden die Praxis wirklichkeitsgetreu ab. AutoForm-Sigma macht die Robustheit quantifizierbar und vorhersehbar. weba kann somit Umformprozesse definieren, die sich bei Schwankungen der Noiseparameter robust verhalten und Ausschuss vermeiden. Ist sich Methodenplanung gewiss, dann wird das Werkzeug gebaut. Der Tryout profitiert, indem die Einarbeitung leichter vonstatten geht, das Werkzeug schneller läuft und es damit auch zügiger zur Auslieferung gelangt. Das Presswerk hat Vorteile, weil ein Werkzeug nach dem Einbau reibungslos funktioniert, indem es die erwartete Hubzahl bringt, die Produktion stabil läuft und es keine Nacharbeit oder Ausschuss gibt – ganz im Interesse der Kunden. Mehrwert für den Kunden Hannes Feuerhuber, Geschäftsführer von weba: „Als Geschäftsführer ist für mich der Nutzen unserer Kunden zentral. Dank AutoForm-Sigma bieten wir unseren Kunden einen Mehrwert. Sie können ihre Einarbeit beschleunigen und erzielen eine problemlose Produktion mit weniger Ausschuss, Nacharbeit und Stillstandszeiten." Die Fokussierung auf die zentralen Kunden-interessen ist sicherlich mit ein Grund, weshalb die Firma weba 2012 ihr dreißigjähriges Bestehen feiert. Über all die Jahre konnten die Mitarbeiter einen reichen Erfahrungsschatz erarbeiten. In den mehr als zehn Jahren, in denen die Softwarelösungen von AutoForm Engineering in Dietach im Einsatz stehen, profitierte weba darüber hinaus vom Innovationsdrang des Schweizer Softwareentwicklers. Insbesondere im Umgang mit Materialien aus dem Haupttätigkeitsfeld von weba zahlt sich die beständige Weiterentwicklung der Software aus. Diese höchstfesten oder gar ultrahöchstfesten Werkstoffe sind mitunter erst kurz am Markt erhältlich, sodass die Erfahrung schon mehr als einmal von der grünen Wiese aus erarbeitet werden musste. AutoForm-Simulationen sind hier von großem Nutzen. Sie arbeiten mit den Kennwerten der neuesten Materialien und ermöglichen damit wertvolle Erkenntnisse, noch bevor überhaupt gefräst wird. Korrekturen beschränken sich in diesem Stadium der Entwicklung auf ein paar Tastatureingaben und das reale Werkzeug kann vom Stand weg überzeugen. Das verhindert Änderungen zu einem späten Zeitpunkt. Je später diese in einem Projekt notwendig werden, umso nachteiliger wirken sie sich aus. Dagegen sind Anpassungen oder Korrekturen in einer frühen Entwicklungsphase bedeutend einfacher umsetzbar und kosten viel weniger. Christoph Gmainer, Abteilungsleiter Methodenplanung und Simulation bei weba: „Wir setzen AutoForm-Sigma vor jeder Kompensation ein. Dadurch erkennen wir zuverlässig instabile Prozesse. Diese zu kompensieren wäre absolut sinnlos. Für mich ist klar: Sigma vor Kompensation." AutoForm-Sigma zeigt auch die Auswirkungen der beeinflussbaren Parameter auf. Mit diesen Designparametern, zum Beispiel der Rückhaltekraft von Ziehleisten, kann Christoph Gmainer den Prozess aktiv gestalten und stabilisieren. Die Software zeigt ihm den Einfluss seiner Einstellungen auf den Prozess sowie dessen Sensitivität. Darüber hinaus kann er jenen Designparameter identifizieren, der ein bestimmtes Qualitätsziel zur Hauptsache beeinflusst. Auswertung und Darstellung der Simulationsergebnisse erfolgen grafisch auf dem Bauteil. Zeitraubende Untersuchungen von Zahlen und Diagrammen entfallen. Christoph Gmainer kann sich voll und ganz dem Bauteil widmen. Die aussagekräftigen Simulationsergebnisse helfen ihm und seinem Team, Entscheidungen sachlich und objektiv abzustützen. Er kann die Zuverlässigkeit des Umformwerkzeugs gewährleisten und dem Kunden eine robuste Produktion zusichern. Durch die anschauliche Präsentation der Simulationsergebnisse gestaltet sich für ihn nicht zuletzt die Kommunikation mit den Kunden einfacher. Kommunikation ist wichtig für Christoph Gmainer, denn weba’s Kunden gehen ans Limit – da gilt es sich perfekt abzustimmen. Die Kunden wollen Rentabilität. Beispielsweise den Materialverbrauch senken, eine längere Standzeit des Werkzeugs erzielen oder noch schneller am Markt sein. Dank der Erkenntnisse aus AutoForm-Sigma kann sie weba dabei zielgerichtet unterstützen. Kritische Bereiche werden im Vorfeld beseitigt, geplante Methoden verlässlich absichert und ein Prozessfenster definiert, das auch Schwankungen erlaubt.