von Günter Kögel In den letzten Monaten hat Penn Engineering – bekannt für die PEM Einpressverbindungselemente und die Pemserter Verarbeitungsmaschinen – sein Engagement in Deutschland weiter vorangetrieben. Über die Hintergründe, Strategien und Ziele sprachen wir mit Liam Foy, Director Marketing EMEA von PennEngineering.
Schnell – sauber – effizient
PennEngineering hat mit dem Pemserter Serie 3000 ein automatisches Presssystem zur Installation von Befestigungselementen entwickelt. Das System arbeitet sehr umweltfreundlich, da es ohne Hydraulik alle Arten von Einpresselementen schnell, genau und dauerhaft in dünne Metallbleche presst. Die Basis dieser Presse ist ein kundenspezifisch entwickelter, servogesteuerter, elektromechanischer Stellantrieb, der im Gegensatz zu herkömmlichen Techniken wesentlich mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit bietet. Das Presssystem der Serie 3000 ist über den Zeitraum seiner Lebensdauer abgedichtet und geschmiert, was weitere Umweltaspekte berücksichtigt, sowie die Wartung und damit verbundene Kosten minimiert. Zu den wichtigsten Pressfunktionen zählen der zweiachsige Antrieb zur Stempelgeschwindigkeits-Optimierung, hohe Presskräfte und ein wesentlich geringerer Energieverbrauch. Ein proprietäres Kupplungssystem ermöglicht einen sanften, energieeffizienten Übergang zwischen den Servoachsen; ein Rollspindelmechanismus erlaubt größere Lasten bei höheren Geschwindigkeiten, und regeneratives/dynamisches Bremsen sammelt Inertialenergie und verwendet sie zur Verzögerung, was einen geringeren Energiebedarf gewährleistet. Die Presse der Serie 3000 ist einfach bedienbar. Nach einem anfänglichen PC-Setup wird sämtliche Betriebslogik in einem Servocontroller-Speicherchip festgehalten, was weniger Energie als bei herkömmlichen Systemen erfordert. Verschiedene Arten von Einpresselementen lassen sich automatisch platzieren, ohne dabei Umbauten an den Einrichtungen vornehmen zu müssen. Das Presssystem der Serie 3000 weist eine Ausladung von 61 cm auf, läuft mit hohen Taktraten, bietet eine Einpresskraft von bis zu 71,2 kN und lässt sich über ein Netzwerk aus der Ferne steuern. Die Presse ist CE-konform und entspricht sämtlichen europäischen Sicherheitsstandards.
Herr Foy, Penn Engineering hat in der letzten Zeit die Aktivitäten im deutschen Markt deutlich forciert. Warum ist der deutsche Markt für Penn Engineering so wichtig?
Wir hatten schon immer einen großen Fokus auf den deutschen Markt, denn dieser Markt ist für uns extrem wichtig. Deutschland ist die treibende Kraft der europäischen Industrie. Unsere Lösungen passen hervorragend zu den Produkten, die in Deutschland produziert werden. Zum Beispiel ist der Automobilmarkt, der weltweit einen erheblichen Teil unseres Geschäfts ausmacht, in Deutschland traditionell sehr stark. Gleiches gilt für die Elektronikindustrie.
Große Hoffnungen setzen wir auch auf den Markt für erneuerbare Energien, der nach unserer Überzeugung in den kommenden Jahren einen wichtigen Teil unseres deutschen Geschäfts ausmachen wird. Denn Deutschland wird in den nächsten Jahren viele Kernkraftwerke schließen und gleichzeitig den Anteil der erneuerbaren Energien steigern. Hier ist Penn Engineering der ideale Partner, denn wir liefern schon heute zahlreiche Produkte für den Bereich der erneuerbaren Energien, zum Beispiel zum Verbinden und Befestigen von Solarzellen. In den USA und in Italien ist dies schon jetzt ein sehr großer Markt für uns, und wir sehen dies auch als einen unserer wachsenden Schlüsselmärkte in Deutschland.
Was zeichnet denn die Produkte von Penn Engineering aus? Wo unterscheiden Sie sich von den Wettbewerbern?
Wie bei Produkten, bei denen ‚Made in Germany’ als Herkunftsnachweis für höchste Qualität steht – so steht auch bei Penn Engineering die Qualität der Produkte und Lösungen als das oberste Unternehmensziel. Dies und unsere absolute Kundenorientierung sind die wesentlichen Gründe für unseren Erfolg in Deutschland. Nur so konnten wir mit unserem Vertriebspartner KVT König, mit dem wir seit über 30 Jahren im deutschen Markt aktiv sind, so stark wachsen.
Ein weiterer wichtiger Unterschied: Wir entwickeln und produzieren nicht nur die Verbindungselemente und die zur Herstellung nötigen Maschinen, wir entwickeln und liefern auch die Systeme zur Verarbeitung der Verbindungselemente. Das ist außerordentlich wichtig. Wir können dadurch sicherstellen, dass nicht nur das Verbindungselement die Anforderungen des Kunden erfüllt. Wir haben auch direkten Einfluss auf die prozesssichere Verarbeitung, denn wir liefern mit unserer Marke Pemserter auch die passende Produktionslösung dazu.
Also komplette Problemlösungen?
Genau. Wir verfolgen mit unseren Partnern ganz klar einen Problemlösungsansatz. Wir hören sehr genau zu, was unsere Kunden wollen, und liefern dann die Produkte, die sie brauchen. Unser Ziel ist ein intensiver Austausch mit unseren deutschen Kunden, um ihre technologischen Strategien zu verstehen und sie mit unseren Produkten auf diesem Weg begleiten zu können. Wir wollen heute klären und verstehen, was die Unternehmen in den kommenden Jahren brauchen und in einer engen Zusammenarbeit die dafür nötigen Montagelösungen entwickeln. Entweder durch die Modifikation bestehender Produkte oder durch komplette Neuentwicklungen.
Auf diese Art haben wir heuer schon vier neue Produkte auf den Markt gebracht, die völlig neue Lösungen möglich machen. Zwei dieser Produkte sind übrigens Mikroverbindungen, darunter eine einzigartige Montagelösung für sehr kleine Bauteile. Wir können dadurch winzige Schrauben durch unsere Verbindungen ersetzen.
Und was bringt dies in der Praxis?
Dazu ein Beispiel: Bei einem Mobiltelefon wird die Schale heute von einer Schraube und einem dazugehörigen Gewinde zusammengehalten. Diese Telefone werden in riesigen Stückzahlen hergestellt und es ist ein sehr mühsames Unterfangen, diese winzigen Schräubchen zusammen mit dem Deckel in ein winziges Gewinde einzusetzen. Mit unserem MPP – Mikro PEM Produkt – können wir diese Schraube samt Gewinde durch einen sehr einfach zu beherrschenden Prozess ersetzen. Wir reduzieren die Montagezeit des Kunden, vereinfachen die Montage und reduzieren die Zahl der zu montierenden Bauteile.
Wie werden diese Verbindungselemente eingebracht?
Dazu gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Entweder inline direkt beim Stanzprozess – ideal für anspruchsvolle Großserienprodukte. Hierfür haben wir eine automatische Zuführeinrichtung entwickelt, mit der die Verbindungselemente bei der letzten Stanzoperation direkt im Stanzwerkzeug eingebracht werden. Für Blechteile, die mit CNC-Stanzmaschinen oder Laserschneidanlagen hergestellt werden, bieten wir eine zweite Möglichkeit an: den Pemserter 3000, der die gängigen Anforderungen der Industriebetriebe perfekt erfüllt: Schnelligkeit, Genauigkeit und – was immer wichtiger wird – niedriger Energieverbrauch.