Schneiden mit dem Wasserstrahl ist ein seit langem bekanntes Verfahren, das für nahezu alle Materialien eingesetzt werden kann – aber bislang eine große Schwäche aufwies: die mangelnde Präzision. Genauer als aufs Zehntel ließ sich mit konventionellen Wasserschneidanlagen kaum schneiden. Der neue Microwaterjet der Schweizer Firmen Daetwyler und Waterjet macht Schluss mit der Ungenauigkeit und verbessert die Präzision ums Zehnfache.
Die Wasserstrahlschneidmaschine Womajet F3, die ab der Version F4 unter dem Namen Microwaterjet angeboten wird, wurde konsequent auf Präzision getrimmt. Dazu gehören ein sehr stabiles Maschinenbett und ein beidseitig gelagertes Portal, das über zwei Kugelrollspindeln angetrieben wird. Damit die Positioniergenauigkeit unter 1 µm eingehalten werden kann, wurden unter anderem Glasmaßstäbe über die volle Länge installiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die garantierte, reproduzierbare Maschinenfähigkeit liegt im Bearbeitungsbereich von 600 x 1.000 mm bei ± 1/100 mm. Die Genauigkeit der Bearbeitung hängt natürlich auch vom Werkzeug Wasserstrahl ab. Darum haben die Entwickler einen eigenen Schneidkopf entwickelt, in dem zum Beispiel anstatt des bisher üblichen Fokussierrohrs von 0,5 mm Durchmesser ein 0,3 mm-Rohr zum Einsatz kommt. Das erhöht in Kombination mit besonders feinem Granat-Abrasiv die Genauigkeit – und senkt ganz nebenbei den Verbrauch. Die Einsatzfelder fürs Wasserstrahlschneiden in Mikropräzision sind vielfältig. Da der Trennvorgang keinerlei Wärme entstehen lässt, eignet sich das Verfahren für nahezu alle, selbst für hitzeempfindliche Materialien, wo das Laserschneiden von vorneherein ausfällt. Auch Leitfähigkeit, wie sie fürs Drahterodieren erforderlich ist, wird in keiner Weise vorausgesetzt. Nicht nur die Medizintechnik und der Flugzeugbau können mit ihren sehr speziellen Werkstoffen sowie hohen Anforderungen an Oberfläche und Gefüge vom Präzisions-Wasserstrahlschneiden profitieren. Auch in der Automobil-, Elektro- und Uhrenindustrie sowie anderen Branchen werden die Anforderungen an Mikro- und Präzisionsteile immer höher – weshalb die Eigenschaften, die der Microwaterjet bietet, hoch im Kurs stehen. Mit ihm lassen sich Teile nicht nur präzise schneiden, sondern auch Oberflächengüten bis Ra = 0,8 µm erreichen, so dass sich die meisten so geschnittenen Teile ohne Nachbearbeitung einsetzen lassen. Sogar strukturierte Oberflächen und Gravuren können mit dem Microwaterjet hergestellt werden.W