von Günter Kögel Kurz nach dem ersten Spatenstich für die neue Niederlassung der Bystronic Deutschland GmbH Ende 2008 stürzte die Branche in die tiefste Krise der Geschichte. Doch Bystronic hielt an den Planungen fest, baute weiter und kann jetzt in Deutschland optimal auf die steigende Nachfrage reagieren.
Die Geschichte von Bystronic in Deutschland ist eine echte Erfolgsstory: 1990 mit vier Mitarbeitern als reine Service-Gesellschaft gestartet, zählte das Unternehmen 1999 schon rund 25 Mitarbeiter – zu viele für die damals genutzten Büros, die sich im Gebäude der Schwesterfirma Lenhard (Bystronic glass) befanden. Es folgte der Umzug in ein gemietetes Bürogebäude im Gewerbegebiet von Leonberg. 2003/2004 fiel dann in der Schweiz die strategische Entscheidung, den Vertrieb, der bis dahin über Agenturen und Handelsvertretungen lief, auf einen Direktvertrieb umzustellen. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigte, denn von 2004 bis 2007 konnte Bystronic in Deutschland den Umsatz verfünffachen. Ungefähr gleichauf mit den USA ist Deutschland damit einer der beiden wichtigsten Märkte für die Schweizer. Damit wuchs auch die Mitarbeiterzahl auf mehr als 80, was wiederum die Möglichkeiten in den Räumen in Leonberg sprengte. So fiel Ende 2007 der Entschluss, einen eigenen Neubau ins Auge zu fassen. Patrick Diederich, Geschäftsführer der Bystronic Deutschland GmbH, erinnert sich noch gut: „Anfang 2008 haben wir die Pläne und die dafür nötigen Investitionen in der Schweiz präsentiert und das Okay bekommen. Wir haben dann viele Varianten und Standorte durchgespielt, denn der Standort war uns sehr wichtig. Nach langen Überlegungen entschieden wir uns gegen Nordrhein-Westfalen und für den Großraum Stuttgart. Beide Standorte lagen in etwa gleich auf, den Ausschlag gaben letztendlich unsere sehr guten Mitarbeiter hier am Ort, die wir unbedingt halten wollten.“ Doch mit dem Spatenstich Ende 2008 ging dann auch die Krise richtig los – ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für eine solche Investition. Zur Freude von Patrick Diederich und seinem Team entschied sich die Firmenleitung, den Neubau durchzuziehen: „Wir alle haben an den deutschen Markt, an unsere Mitarbeiter und an das zukünftige Potenzial geglaubt. Im Nachhinein steht fest: Wir hätten es nicht besser machen können. Jetzt, wo es wieder anzieht, sind wir mit unserem neuen Gebäude und unseren 80 hochqualifizierten Mitarbeitern bestens aufgestellt und können voll vom Aufschwung profitieren.“ Bystronic Deutschland hat jetzt die ersehnte Möglichkeit, sich räumlich weiter zu entwickeln und sich damit vor allem im Dienstleistungsbereich noch viel stärker zu engagieren. So soll insbesondere das Thema Schulungen forciert werden. Denn die Maschinenhalle in Heimsheim ist nicht als Demo-Halle gedacht, sondern primär als Schulungshalle. Für die Vorführungen stehen in der Schweiz bessere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Mit dem Neubau wurde zudem das Ziel verfolgt, die Rolle von Bystronic als Nummer 2 im deutschen Markt auch baulich zu dokumentieren. Patrick Diederich: „Was das Laserschneiden und Biegen angeht, gibt es in Deutschland zwei große Player, Bystronic und Trumpf. Wenn man sich Produkte, Service und Dienstleistungen betrachtet, spielen alle anderen in einer niedrigeren Liga. Dies wollten wir auch mit unserem Firmensitz entsprechend darstellen.“ Bei der Konzeption des Gebäudes, dessen Alu-Fassade das Blech-Thema aufgreift, hatte Bystronic auch die Mitarbeiter im Auge. Denn wie Patrick Diederich erklärt, „konkurriert Bystronic im Großraum Stuttgart als mittelständisches Unternehmen mit Firmen wie Bosch, Daimler oder Porsche. Um gute Leute bekommen und halten zu können, müssen wir attraktive Arbeitsplätze bieten – und genau das tun wir auch.“ Dass die Entscheidung für den Firmensitz auf Heimsheim fiel, erwies sich als echter Glücksgriff. Patrick Diederich: „Die Verkehrsanbindung direkt an der A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe ist perfekt und wir sitzen mitten in einer absolut starken Wirtschaftsregion, in der wir gut vertreten sind. Zudem haben wir das Grundstück zu sehr guten Konditionen erhalten und sind mit der Zusammenarbeit mit dem ausgesprochen flexiblen Bürgermeister überaus zufrieden.“ Flexibilität prägt auch den insgesamt 2.800 m2 großen Neubau: Das 1.400 m2 große Bürogebäude ist inklusive aller Schulungsräume extrem variabel: Bis auf die Außenwand, vier tragende Säulen und das Treppenhaus besteht alles aus hochwertigem Trockenbau, der sich sehr schnell verändern lässt. Patrick Diederich: „Wir haben mit viel Weitsicht gebaut und mit Blick auf die nächsten Jahre, in denen wir in Deutschland noch enormes Potenzial und viele Wachstumsmöglichkeiten sehen. Wir sind heute in Deutschland die Nummer 2 hinter Trumpf und das werden wir auch bleiben, alles andere wäre vermessen. Dennoch lässt die jetzige Situation verbunden mit unseren neuen Möglichkeiten noch einiges mehr erwarten, und das werden wir auch angehen.“W
EuroBLECH :
Halle 11, Stand G 46;
Halle 12, Stand B 30