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Schweißkanten ohne Nacharbeit

von Peter Klingauf

Als Lieferant für die Schwerindustrie muss die Liechtensteiner Elkuch AG stets dichte Schweißnähte an ihren Druckbehältern und Tanks gewährleisten. Sauber vorbereitete Kanten sind dafür die entscheidende Basis. Diese erzeugt das Unternehmen vor allem mit Schweißkantenformern von Trumpf. Gründe dafür sind neben der hohen Qualität, die keine Nacharbeit erfordert, die Produktivität und Wirtschaftlichkeit dieser elektrischen Handwerkzeuge. Besonders gerne setzen die zuständigen Facharbeiter das neue TruTool TKF 1500 mit Eigenantrieb ein, das ihnen seit 2009 zur Verfügung steht.



Vor mehr als 60 Jahren hat Ludwig Elkuch damit begonnen, Behälter zur Öllagerung zu bauen. Auch heute noch gehören solche Tanks zum Aufgabenspektrum der Elkuch Ludwig AG, die – wie die gesamte Firmengruppe – vom Gründersohn Günter Elkuch im Fürstentum Liechtenstein geleitet wird. Umfang und Spektrum der Aufträge haben sich entsprechend der Firmengröße deutlich erweitert. Das Unternehmen beliefert die komplette Schwerindustrie mit verschiedensten Silos, Biogas-, Öl- sowie Benzintanks und vielen anderen Druckbehältern verschiedener Größe. Dank eines eigenen Stahlservicecenter mit rund 30.000 Tonnen bevorratetem Stahl sind die Liechtensteiner extrem schnell, flexibel und einzigartig.

Schlossermeister Reinhard Arzberger, Produktionsleiter bei Elkuch, sieht darin eine große Stärke seines Betriebs: „Wir haben nahezu alle relevanten Materialien vorrätig – von diversen Bau- bis hin zu Chrom- und anderen Edelstählen. Dadurch können wir unsere Durchlaufzeiten sehr gering halten. Abhängig von der Projektgröße brauchen wir vom Auftragseingang bis zur Auslieferung zwischen drei und zwölf Wochen. In Ausnahmefällen sind wir sogar noch schneller."

Der Auftragsablauf ist bei Elkuch meist ähnlich: Die Bestelldaten des Kunden laufen über die Konstruktion in das Stahlservicecenter. Die dort beschäftigen Mitarbeiter schneiden das benötigte Material maßgerecht zu und leiten es in die Produktion weiter. Nun gilt es, die Schweißkanten anzubringen und dann das Blech in die bestellte Form (meist zylindrisch oder kubisch) zu walzen. Danach wird es geheftet, geschweißt und schließlich unter hohem Druck auf Dichtigkeit geprüft. Bevor die fertigen Behälter das Werk verlassen, werden sie noch gestrahlt und nach Wunsch lackiert.

Schweißkantenformer gewährleisten hohe Qualität

In Elkuch-Behältern und -Tanks werden häufig umweltkritische Medien aufbewahrt. Außerdem sind sie bisweilen großem Druck ausgesetzt. Dementsprechend haben die Schweißnähte höchsten Anforderungen zu genügen und müssen hundertprozentig dicht sein. Qualifizierte Schweißer sind dabei ebenso wichtig wie eine bestmöglich vorbereitete Kante. Dies betont auch Reinhard Arzberger, der über eine Zusatzqualifikation zum Schweißfachmann verfügt. Um die notwendige Qualität zuverlässig und gleichzeitig wirtschaftlich zu erreichen, setzt er seit rund acht Jahren vor allem auf die großen Schweißkantenformer TruTool TKF 1500 von Trumpf.

Mit diesen elektrischen Handwerkzeugen lassen sich an
6 bis 40 mm dicken Baustahlblechen mit 400 N/mm2 Fasen mit bis zu 15 mm Länge in einem Arbeitsgang abtragen. Der Schrägungswinkel kann zwischen 20° und 55° stufenlos eingestellt werden. Leistungsmerkmale, die den Bedürfnissen der Elkuch-Fertigung entsprechen. Die Behälterbauer verwenden vor allem Materialstärken von 8 bis 30 mm, bringen Schrägen von 30°, 35° oder 45° an und dimensionieren ihre Fasenlängen mit maximal 15 mm. Ein zweiter Arbeitsgang wird daher nur erforderlich, wenn Edelstähle zu bearbeiten sind.

Schweißfachmann Arzberger kennt alle Alternativen zu den Trumpf Werkzeugen – von der Schweißkantenfräse über das Schneidrad bis hin zum Autogenbrenner. Überzeugen kann ihn jedoch keine. Er fasst zusammen: „Die Schweißkantenfräse ist für unseren Bedarf zu unflexibel und viel zu teuer. Beim Schneidrad brechen oft Blechkanten aus, wodurch die Röntgensicherheit gefährdet wird und teure Nacharbeit erforderlich ist. Noch mehr Nacharbeit resultiert aus dem Einsatz von Autogenbrennern. Um die für uns notwendigen sauberen Schweißkantenoberflächen zu bekommen, müssen wir diese auf ganzer Linie nachschleifen."

Produktivität deutlich gesteigert

Ergänzend nennt der Produktionsleiter ein Beispiel: „Für eine kleine Serie von Standardtanks müssen wir regelmäßig an
20 mm dicken Baustahlblechen mit Abmaßen von 3 x 3 m rundum Schweißkanten anbringen. Mit Autogenbrennern und Schleifmaschinen waren meine Mitarbeiter damit durchschnittlich eine Arbeitswoche beschäftigt. Aufgrund des hohen und somit kostspieligen Arbeitsaufwands haben wir nach Lösungen gesucht und diese mit dem eigenangetriebenen Schweißkantenformer TruTool TKF 1500 gefunden. Die Arbeit kann nun in eineinhalb Tagen erledigt werden."

Entscheidend für die enorme Zeiteinsparung: Das Trumpf Werkzeug erzeugt stets oxydfreie und metallisch blanke Kantenoberflächen, die nicht mehr nachbearbeitet werden müssen. Auch die Steghöhe bleibt bei der Bearbeitung mit dem TKF 1500 durchwegs gleichmäßig – egal ob eine K-, V-, X- oder Y-Kante erzeugt wird.

Der integrierte Eigenantrieb erlaubt zudem, ohne große Kraftanstrengung zu arbeiten. Bevor ein Facharbeiter den Bearbeitungsprozess startet, stellt er lediglich den Schrägungswinkel, die Fasenlänge und Blechdicke ein. Anschließend schaltet er den Schweißkantenformer ein, setzt ihn an der Blech-Vorderseite an, und der Bearbeitungsprozess beginnt. Jetzt läuft das Gerät alleine und muss bis zum Blech-Ende lediglich überwacht werden. Dadurch spart der Anwender Kraft und kann mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 2 m/min äußerst produktiv unterschiedliche Schweißkanten in hoher Qualität erzeugen. Reinhard Arzberger fügt hinzu: „Die Bedienung der Maschine ist zwar einfach, trotzdem ist eine kurze Einweisung von etwa eineinhalb Stunden unumgänglich, damit die Maschine anschließend optimal genutzt werden kann."

Andreas Starchel, der als Apparatebau-Meister in der Abteilung von Reinhard Arzberger arbeitet, gehört zu den erfahrenen Anwendern des Schweißkantenformers. Er bestätigt, dass sämtliche Leistungsdaten des Trumpf Werkzeugs ohne weiteres erreichbar sind, stellt aber gleichzeitig klar, dass er in der Regel langsamer fährt und verdeutlicht: „Wir tragen das Material fast immer ohne das empfohlene Fett ab, weil wir darin ein Restrisiko für das anschließende Schweißen sehen. In punkto Festigkeit macht das sicher nichts aus, aber Dichtigkeitsprobleme könnten eventuell auftreten, die wir dann erst beim finalen Prüfvorgang bemerken." Aus diesem Grund lässt der Schweißprofi seinen TKF 1500 nur mit einem Meter Vorschub laufen und nimmt zudem in Kauf, dass der Stoßstahlverschleiß etwas höher ist als üblich. Anstatt den durchschnittlich erzielbaren 350 Metern tauscht er ihn nach gut 100 Metern aus.

Minutenschneller Stoßstahlwechsel

Doch auch diese Werte sind für Produktionsleiter Reinhard Arzberger gut, vor allem weil er weiß, dass ein geübter Bediener nur wenig Zeit zum Werkzeugwechsel braucht. „Meine Leute erledigen das in wenig mehr als einer Minute", stellt er fest und ergänzt: „Dazu kommen noch zwei Minuten, in denen sie den Stoßstahl auf einem Standardschleifbock in der Metallwerkstatt nachschleifen." Das ist mehrfach möglich, muss aber nur jedes zweite Mal praktiziert werden, weil die Stoßstähle zwei Schneidkanten haben. Das Nachschleifen verlängert letztlich die Lebensdauer des Stoßstahls und spart somit Kosten.

Die Summe der Vorteile aus hoher Produktivität, zuverlässiger Qualität und günstigen Unterhaltskosten haben dafür gesorgt, dass sich der neue Schweißkantenformer mit Eigenantrieb bei Elkuch schon nach wenigen Monaten amortisiert hat. Zudem hebt Reinhard Arzberger die gute und intensive Zusammenarbeit mit allen Trumpf Mitarbeitern hervor. Beim eigengetriebenen TruTool TKF 1500 war seine Abteilung als Testkunde sogar wesentlich in die Entwicklungsarbeit einbezogen. „Unsere Anregungen wurden immer gerne aufgenommen und letztlich ist eine tolle Maschine entstanden", bekräftigt der Produktionsleiter, der Ende März 2011 ein weiteres Trumpf Werkzeug gekauft hat – den Nibbler TruTool N700. Mit ihm wurden die Rohrleitungen einer Verbrennungsanlage demontiert. Ein Winkelschleifer durfte dort wegen dem auftretenden Funkenflug aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. Der Nibbler war laut Reinhard Arzberger dafür die perfekte Lösung.

www.elkuch.com
www.trumpf-powertools.com



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