Bereits zum zwölften Mal präsentieren sich vom 12. bis 16. April 2010 die Internationale Rohrfachmesse
Tube und die Internationale Fachmesse für Draht und Kabel ‚wire’ gemeinsam auf dem Düsseldorfer Messegelände. Die Branche hat die Talsohle von 2009 durchschritten und beide Leitmessen konnten verglichen
mit dem Rekordjahr 2008 ihre Ausstellerzahlen weiter steigern.
Die Tube findet 2010 in den Hallen 1 bis 7 und der Halle 7a statt. 1.174 Aussteller zeigen auf einer Gesamtfläche von 44.712 m2 zukunftsweisende Technologien, aktuelle Techniken und neueste Dienstleistungen rund um Rohre. Damit legt die Tube bei den ausstellenden Unternehmen verglichen mit der Vorveranstaltung 2008 um 12,6 Prozent zu. Flächenmäßig ist ein Plus von 7,4 Prozent – dies entspricht über 3.000 m2 – zu verzeichnen.
Präsentiert wird wie gewohnt die gesamte Palette von der Rohrherstellung über die Rohrbearbeitung bis hin zur Rohrverarbeitung. Das Angebot reicht von Rohmaterialien, Rohren und Zubehör, Maschinen zur Herstellung von Rohren und Gebrauchtmaschinen über Werkzeuge zur Verfahrenstechnik und Hilfsmittel bis hin zu Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Prüftechnik und Spezialgebiete wie Lagerautomatisierung, Steuerungs- und Kontrollanlagen ergänzen die umfangreiche Angebotspalette.
Großen Raum nimmt auch der Bereich Handel mit Rohren ein. Bereits zum zweiten Mal präsentieren sich nach erfolgreicher Premiere 2008 Pipelines und der Gesamtbereich der OCTG Technologie (oil country tubular goods).
Sonderschau rund um Profile
Premiere feiert in diesem Jahr eine Sonderschau rund um Profile und Profiltechnologie. Sowohl Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Profilen als auch deren Endprodukte werden in verschiedenen Materialien und Formen gezeigt. Voll im Trend sind derzeit höherfeste Stahlgüten, mit denen sich die Rohre noch vielseitiger als Leitungs- und Konstruktionselemente nutzen lassen. Wichtige Anwendungsbereiche sind die Gewinnung von Erdöl und Erdgas sowie der Transport von Öl, Gas, Wasser und anderen Medien. Weitere Abnehmer finden sich in der Kraftwerkstechnik, der Chemie und Petrochemie, dem Automobil- und Maschinenbau sowie der Bauwirtschaft. Seit mehreren Jahren können speziell die Hersteller von Stahlrohren große Zuwachsraten in der Produktion verbuchen. Dazu haben im Wesentlichen zwei Entwicklungen beigetragen: zum einen die enorme industrielle Entwicklung in China, zum anderen der stark zunehmende Energiebedarf.
Maßgeschneiderte Verbundwerkstoffe
Speziell bei Energierohren ist dabei eine Tendenz zu höherfesten legierten Werkstoffen zu beobachten. So ist zum Beispiel die Mülheimer Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (MGB) – nach eigenen Angaben Technologieführer bei Linepipe-Blechen – Lieferant des Vormaterials für das Nachbarunternehmen Europipe GmbH. Die Großrohre des Weltmarktführers werden von den Pipeline-Herstellern, die ihre Leitungen zunehmend unter härteren Umgebungsbedingungen und höheren Drücken betreiben müssen, verstärkt in hoch- und höchstfesten Stahlgüten wie X80, X100 und noch darüber hinaus angefordert. Außerdem geht der Trend auf dem Großrohrsektor hin zu höheren Wanddicken und hoher Tieftemperaturbeständigkeit. Als überaus interessante Entwicklung gelten auch Verbundwerkstoffe mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Dr. Horst Tamler, Senior Manager Process Technology bei der ThyssenKrupp Steel AG, nennt hier insbesondere das neue Produkt TriBond. Das warmwalzplattierte Material vereinigt unterschiedliche, teils gegensätzliche Werkstoffeigenschaften in einem dreischichtigen Stahlband. Die Grundidee bestand darin, einen Werkstoff zu entwickeln, der eine hohe Verschleißhärte mit einer guten Umformbarkeit vereint. Inzwischen gibt es weitere Entwicklungen, die ein preisgünstiges Qualitätsstahl-Warmband mit dünnen, korrosionsbeständigen Edelstahl-Oberflächen kombinieren. Geforscht wird darüber hinaus an MultiBond-Produkten, bei denen der dreischichtige TriBond-Aufbau auf fünf oder mehr Schichten erweitert wird. W