Gewinner des Swedish Steel Prize 2009 ist der kanadische Müllwagenhersteller Labrie Environmental
Group. Der Preis wurde dem Unternehmen für sein neues Fahrzeugmodell Wittke Starlight verliehen. Laut Urteil der Jury zeigt sich bei dieser Konstruktion am deutlichsten, wie das breite Spektrum der Möglichkeiten, die hochfester Stahl bietet, genutzt werden kann. Ausschlaggebend ist die optimale Gestaltung sämtlicher Fahrzeugteile, die größtenteils aus hochfestem Verschleißstahl gefertigt sind.
Martin Lindqvist, Vorsitzender der Swedish Steel Prize-Jury, über den Gewinner: „Labrie hat beim Einsatz von hochfesten Stählen sehr hohe Kompetenz bewiesen. Die prämierte Konstruktion besteht fast ausschließlich aus hochfesten Stählen. Den Konstrukteuren ist es gelungen, die Konstruktion im Hinblick auf eine möglichst hohe Gewichtseinsparung zu optimieren, ohne bei deren Stärke und Funktionalität Abstriche zu machen.“
Wittke Starlight – wie Labrie das neue Fahrzeug nennt – ist ein Frontlader-Müllwagen, der mit seiner verbesserten Ladekapazität rund 700 kg mehr fasst als die bisherigen Modelle. Die neue Konstruktion ist jetzt nicht nur leichter, sondern auch so ausgelegt, dass sie bei der Verpressung des Mülls höherem Druck im Müllbehälter besser standhält. Das Ergebnis ist ein effektiveres Fahrzeug, das dazu beiträgt, die Zahl der Transporte zu reduzieren.
Wie Martin Lindqvist erklärt, „erbringt Labrie mit seiner Konstruktion aus hochfestem Stahl den Beweis, dass energiesparende Lösungen zum Greifen nahe sind. Oft ist die Umstellung auf hochfeste Stähle eine einfache Maßnahme, um energieeffizientere Produkte zu schaffen und im gleichen Zuge seine Konkurrenzkraft zu stärken.“ Die Umstellung auf hochfesten Stahl erlaubte zudem Änderungen beim Design und damit eine klarere Linienführung und ein eleganteres Aussehen.
Hochfeste Verschleißstähle haben sich als Konstruktionsmaterial für Müllfahrzeuge für beanspruchte Teile wie etwa den Boden in den Müllbehältern schon seit langem bewährt. Neu ist, dass Labrie jetzt dasselbe Material auch für die Seitenwände und das Dach verwendet und dadurch die Konstruktion optimieren und Gewicht einsparen konnte.
Für die Seitenwände und das Dach wird ein 3,2 mm dicker Hardox 450-Verschleißstahl verwendet. Für den Boden haben die Konstrukteure ein etwas dickeres Blech gewählt – hier beträgt die Dicke generell 4 mm. Bei der Befüllungsmulde und der Pressvorrichtung, die kräftigen Stößen und Verscheiß am stärksten ausgesetzt sind, hat man sich für noch dickeres Material entschieden. Hier fiel die Wahl auf 4 mm dickes Blech für die Wände und auf 4,8 mm dickes Blech für den Boden.
Robuster und verschleißfester
„Dadurch ist die Konstruktion nicht nur stärker, sondern hält Verschleiß und höherem Druck bei der Verpressung des Mülls besser stand“, erklärt Éric Trembley, Marketing- und Verkaufsleiter bei Labrie. „So wird das Beladen effizienter. Außerdem benötigt eine stärkere Konstruktion weniger Wartung und es fallen weniger Reparaturen an.“ Auch die beiden großen Ladearme, die seitlich am Fahrzeug angebracht sind, sind aus hochfestem Stahl gefertigt. Hier verwendet Labrie sowohl hochfestes Feinblech als auch hochfestes Grobblech der Festigkeitsstufen 690 bis 700 MPa. Trotz der schlankeren Konstruktion der Hubvorrichtung gewährleisten diese Baustähle eine hohe Hubkapazität und ermöglichen ein schnelleres Befüllen. Bis zu 4 Tonnen können die beiden Ladearme heben.
„Wir sind sehr zufrieden mit diesem Resultat, das uns nicht nur wertvolles neues Know-how über die Fertigung vermittelt, sondern auch ein wettbewerbsfähiges Produkt gegeben hat, das wesentlich leichter und für die Anwender rentabler ist als die Produkte der Konkurrenten“, sagt Éric Trembley abschließend. „Der nächste Schritt für uns wird sein, dass wir mit den anderen Modellen in unserem Produktprogramm weitermachen und hier ebenfalls diese hochfesten Stähle einführen. Die Nominierung für den Swedish Steel Prize hat uns zusätzliche Kraft gegeben und unser Selbstvertrauen für die Zukunft gestärkt, und wir sind überzeugt, dass der Erfolg auch weiterhin auf unserer Seite ist.“
Für den Swedish Steel Prize 2009 waren drei weitere Unternehmen nominiert, die jeweils einen zweiten Preis erhielten. Andreoli Engineering S.r.l , Italien, gelang es mit der völligen Neugestaltung der Fachwerkkonstruktion eines Sprüharmes für Pflanzenschutzspritzgeräte hochfesten Stahl auf ganz innovative Art und Weise einzusetzen. Die Fachwerkkonstruktion besteht aus zwei lasergeschnittenen Blechen, die mit einer extrem geringen Anzahl Schweißnähten zusammengefügt wurden, was Gewicht und Fertigungskosten spart und gleichzeitig die Steifigkeit erhöht.
Hydroform Design Light AB, Schweden, erhielt den zweiten Preis für einen einzigartigen Rollski, in dem die gute Elastizität und die hohe Festigkeit des ultrahochfesten Stahls auf innovative Art und Weise genutzt wurden.
Lecitrailer SA, Spanien, wurde für einen Anhänger ausgezeichnet, dessen Ladefläche aus einer Sandwichkonstruktion aus ultrahochfestem Stahl besteht, und die in Gewicht, Stärke, Steifigkeit und Kosten alternativen Materialien überlegen ist.W