Von Peter Klingauf Eine TruLaser 3040 von Trumpf sorgt bei ROS Schneidetechnik für saubere Blechschnitte. Die dabei entstehende Schlacke muss regelmäßig von den Auflageleisten entfernt werden, sonst kann die Qualität der Bleche darunter leiden. Der früher für diese Aufgabe eingesetzte Hammer ist inzwischen pensioniert und sein Nachfolger – das TruTool TSC2 – bei Mitarbeitern und Führungskräften sehr beliebt. Mit seiner Hilfe knackt ein Mann im Alleingang und ohne großen Kraftaufwand die Schlacke in kurzer Zeit.
Vor 40 Jahren von Reinhold Schneider als Ein-Mann-Betrieb gegründet, befindet sich das heute 120 Mitarbeiter zählende Unternehmen mit Sitz in Kastl (Kemnath) noch immer in Familienhand. Mit zwei eigenständigen Gesellschaften – der IEM Fördertechnik und der ROS Rollentechnik – sind die Schneiders spezialisiert auf Fördertechnik verschiedenster Art.
Neben dem Umformen und zerspanenden Aufgaben erledigt das Kastler Unternehmen auch das Schneiden der Bleche in eigener Regie. Das dafür gegründete Geschäftsfeld „ROS-Schneidetechnik“ bietet diese Dienstleistung seit einigen Jahren auch extern an – als klassische Lohnfertigung. Für Industriemeister Alexander Schneider, Enkel des Gründers und Leiter Lohnfertigung/Zuschnitt, ein logischer Schritt, denn „nach der Anschaffung einer TruLaser 3040 im Jahr 2002 konnten wir diese hochproduktive Laserschneidanlage nur etwa für eineinhalb Schichten mit eigenen Aufträgen auslasten. Damit sie sich schneller amortisiert, haben wir auch externe Aufträge angenommen, mit der Folge, dass wir sie jetzt fünf Tage die Woche dreischichtig durchlaufen lassen.“
Die Kunden von IEM und ROS stammen aus verschiedensten Branchen: vom Kläranlagenbauer über Kraftwerksbetreiber bis hin zum klassischen Maschinen- und Anlagenbau. Mit der Vielfalt einher geht ein steigender Anspruch der Kunden, wie Alexander Schneider feststellt: „Wir werden zunehmend zum Komplettbearbeiter, wodurch die zu fertigenden Produkte immer komplexer und qualitativ anspruchsvoller werden.“ Der Einsatz bester Maschinen wird damit zur Bedingung.
Vorausschauende Einkaufspolitik
Hier zahlt sich einmal mehr die Weitsicht der Familie Schneider aus, die im Jahr 2002 den Kauf der Trumpf 2D-Laserschneidanlage veranlasst hat. „Wir hatten damals klare Vorstellungen, wie groß die Maschine sein soll und was sie leisten muss. Bei Trumpf haben wir dann mit der 4 kW starken TruLaser 3040 zwar keine billige, aber eine technisch hervorragende Lösung gefunden mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis. Die Entscheidung haben wir nie bereut“, bekräftigt der Lohnfertigungschef. Die Maschine ist extrem zuverlässig, prozesssicher, produktiv und hält dank einiger Features die Nebenzeiten gering. Dazu trägt beispielsweise der integrierte Palettenwechsler bei, der sekundenschnelles Wechseln der Blechtafeln ermöglicht. Ebenso vorteilhaft: ein integriertes Längsförderband, das die anfallende Schlacke einfach abtransportiert.
Doch leider fällt nicht jegliche Schlacke einfach ab. Je nachdem, welches Material mit welcher Stärke bearbeitet wird, setzt sich mehr oder weniger davon an den Auflageleisten fest – zum großen Ärger der Bediener. Sie müssen dann in regelmäßigen Abständen die 2 x 4 m großen Paletten von dem angetrockneten Metall befreien – vor allem vor dem Schneiden von Edelstahl. Alexander Schneider unterstreicht: „Sind die Paletten nicht sauber, kommt es bei VA-Stahl vor, dass die Schlacke ans Blech zurückspritzt. Dann bekommen wir Qualitätsprobleme, und das dürfen wir uns nicht leisten.“
Das TruTool TSC2 ist der „Hammer“
Bis vor einem halben Jahr war das Leistenreinigen ein echter Knochenjob, wie ein Maschinenbediener erzählt: „Wir mussten mit dem Hammer ran und die Schlacke mit Gewalt abschlagen.“ Doch auch das funktioniert nur bis zu einem gewissen Grad. Etwa alle sechs bis acht Wochen mussten die Leisten ausgetauscht werden. Auch das ist eine kraft- und zeitaufwändige Arbeit. Jede Leiste muss einzeln herausgeschlagen werden, bevor eine neue eingesetzt werden kann. Mit dem neuen Auflageleistenreiniger TruTool TSC2 von Trumpf ist das kein Problem mehr. Die Mitarbeiter sparen Kraft, und Alexander Schneider hat errechnet, dass sich das Gerät in spätestens einem Jahr amortisiert. „Bisher liegen wir voll im Plan“, ergänzt er.
Der Lohnfertigungschef hatte vor knapp einem Jahr erstmals in einer deutschen Fachzeitschrift einen Beitrag über das Trumpf Werkzeug gelesen, schaute es sich dann auf der EuroBLECH in Natura an und vereinbarte einen Vorführtermin. Danach war Alexander Schneider vollends überzeugt und bekam das neueste Modell des TruTool TSC2 mit Einpersonenbedienung im Dezember 2008.
Das Feedback seiner Mitarbeiter ist seither durchweg positiv. Eine kurze Einweisung genügt, und schon kann’s los gehen. Entsprechend gerne führt der Maschinenbediener das Gerät vor und erklärt den Ablauf: „Wir schalten den TSC 2 ein, setzen ihn in die erste Leistenreihe und schon knackt er mit Eigenvorschub die angesammelte Schlacke. Eine integrierte Stahlbürste entfernt hierbei lose Metallreste aus den Zwischenräumen der Leisten und sorgt für hohe Reinigungsqualität. Mit der praktischen Gelenkstange kann ich das Gerät bis ans Ende der Palette führen. Dann genügt ein kurzer Zug, der Leistenreiniger stellt sich leicht auf und lässt sich über einen Gleitschuh einfach zurückziehen. Schließlich setze ich ihn in die nächste Reihe. So geht das, bis die ganze Palette sauber ist.“ Die gesamte Reinigung erfolgt hauptzeitparallel und ist je nach Palettengröße in rund 30 Minuten (bei 2m x 4m) erledigt.
Da die Reinigungsaufgabe dank des Trumpf Werkzeugs zur einfachen „Nebenbeschäftigung“ geworden ist, wird diese zuverlässig jede Woche mindestens einmal erledigt. Dadurch halten die Leisten deutlich länger als früher. Ein Austausch ist bei ROS im Durchschnitt nur noch alle drei Monate notwendig. Auch der Walzen-Verschleiß des TruTool TSC 2 ist gering, wie Alexander Schneider bestätigt: „Das erste halbe Jahr haben die Walzen bei uns jedenfalls unbeschadet überstanden.“
Für den automatischen Vorschub sorgt ein 1.400-W-Motor, der die Walzen antreibt. Sie passen sich flexibel an die Schlacke an und zertrümmern diese während der Vorwärtsbewegung. Die hohe Rollenpresskraft ermöglicht neben der Reinigung, dass sogar leicht verbogene Zacken automatisch gerade gestellt werden.W