Von Lothar Handge Als eines der leistungsstärksten Stahl-Service-Center in Deutschland sieht sich Hövelmann & Lueg in Schwerte. Das Unternehmen bietet eine nahezu komplette Vielfalt von Produkten und Bearbeitungsmöglichkeiten im Bereich längs- und quergeteilter Stahlerzeugnisse.
Das seit Anfang 1997 zur Salzgitter-Gruppe gehörende Unternehmen beschäftigt 200 Mitarbeiter und setzt im Jahr rund 350.000 bis 400.000 Tonnen Stahlprodukte ab. „Hövelmann & Lueg ist das Stahl-Service-Center mit der wohl komplettesten Material- und Leistungspalette“, betont Dr. Gerhard Erdmann, Sprecher der Geschäftsführung.
Beeindruckend an dem Unternehmen ist zunächst einmal die schiere Größe: In fünf Hallen, die eine überdachte Fläche von 50.000 m2 zur Verfügung stellen, finden sich mehrere Eingangs- und Ausgangslager, Querteilanlagen, Längsteilanlagen sowie weitere zusätzliche Bearbeitungsmöglichkeiten, darunter als Highlight eine Multi-Blanking-Line. Der Lagervorrat des in einem ehemaligen Eisenbahn-Ausbesserungswerk untergebrachten Unternehmens beträgt rund 60.000 Tonnen. Das Werksgelände ist so weitläufig, dass sich mancher Mitarbeiter aufs Fahrrad schwingt, um schnell von A nach B zu kommen.
Kompetenz und Leistungsfähigkeit
Die hohe Leistungsfähigkeit des Unternehmens sieht Dr. Erdmann durch Synergieeffekte im Konzernverbund der Salzgitter AG gewährleistet. So ist denn auch die Salzgitter Flachstahl GmbH auf der Lieferantenseite der wichtigste Partner von H & L. Dennoch ist das Unternehmen bestrebt, den Lieferanteil aus Salzgitter nicht zu umfangreich werden zu lassen, um einerseits Marktmöglichkeiten nutzen zu können und um andererseits auch für andere Stahlhersteller ein interessanter Partner zu sein.
„Auf der Kundenseite richten wir uns auf die Anforderungen unserer Partner ein“, heißt es im Unternehmen. Die Kunden kommen mit ungefähr jeweils der Hälfte des Gesamtabsatzes aus dem Bereich der Automobilindustrie und deren Zulieferern und aus dem Bereich der Industrie. Bei Hövelmann & Lueg legt man Wert darauf, auch anspruchvollste Kunden zufrieden stellen zu können und hat dafür die Voraussetzungen geschaffen. Das Unternehmen ist nach ISO/TS 16949 und nach der Umweltnorm EN ISO 14001 zertifiziert und hat als eines der ersten Unternehmen im Bereich Stahlservice das Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystem BS OHSAS 18001 eingeführt.
Um die komplexen Leistungen in Schwerte erbringen zu können und auch beim Kunden sichtbar werden zu lassen, ist natürlich eine perfekte Ablaufsteuerung und eine lückenlose Logistikkette notwendig. Hier punktet H & L beispielsweise mit Anschlussgleisen, die direkt in die großen Produktionshallen führen und den Straßenverkehr in Schwerte deutlich entlasten. Dazu kommen eine durchdachte Verkehrsführung auf dem Betriebsgelände sowie eine auf Barcode/Scanner abgestellte Bestandsführung sowohl von Vor- als auch Fertigmaterial.
Multi-Blanking-Line erhöht Formenvielfalt
Die technisch anspruchsvollste Bearbeitungsanlage ist die in Halle 1 untergebrachte Multi-Blanking-Line. Auf dieser Schneidanlage wird ausnahmslos hochwertiges und unter besonderen Gesichtspunkten zu produzierendes Material bearbeitet. Neben Innen- und Außenhautteilen für die Automobilindustrie werden hier auch organisch beschichtete Materialien und schmelztauchveredelte Platinen geschnitten.
Neben normalen Rechteckzuschnitten können auf der Multi-Blanking-Line auch Sonderplatinen mit speziellen Geometrien hergestellt werden. Dies wird durch eine eigens zu diesem Zweck konstruierte Schwenkschere ermöglicht, die neben den gängigen Trapezzuschnitten auch Form- und Bogenschnitte herstellen kann. Dabei wird mit engsten Toleranzen gearbeitet, und eine Vakuum-Abstapelung erlaubt auch den Einsatz von Nichteisen-Metallen. Eine elektrostatische Einölung auch für die Applikation von Trockenschmierstoffen und zur Erreichung fein dosierter Auflagengewichte runden das Leistungsprofil dieser Anlage ab.
Aber auch mit den anderen Bearbeitungsanlagen braucht Hövelmann & Lueg keinen Vergleich zu scheuen: Auf zwei Längsteilanlagen wird Spaltband von 0,50 bis 7,00 mm Dicke und 20 bis 1.600 mm Breite hergestellt. Die Querteilanlagen decken den Dickenbereich von 0,50 bis 8,00 mm ab und glänzen mit einer maximalen Breite von 2.150 mm und einer maximalen Tafellänge von 22.000 mm im Bandblechbereich. Ergänzt wird das Leistungsangebot noch durch ein Nachwalzaggregat sowie Schneidzentren und halbautomatische Scheren.
Gut gerüstet für die Zukunft
So sieht sich Hövelmann & Lueg gut aufgestellt für die Zukunft: „Das auch für uns schmerzvolle Jahr 2009 haben wir genutzt, um Strategie, Prozesse und Kundenorientierung zu verfeinern. Heute können wir unseren Abnehmern noch umfangreichere Leistungen auch über das Schneiden von Stahl hinaus bieten“, erklärt Ulrich Becker, der für Vertrieb und Beschaffung zuständige Geschäftsführer. W