Von Martin Bauer Das Traditionsunternehmen Schmalz hat in der 100 jährigen Firmengeschichte die Vakuumtechnik entscheidend mitgeprägt. Während andere in diesen Tagen noch die mehr oder weniger schweren Nachwehen der Krise zu bewältigen haben, sind die Glattener schon wieder dabei, den Stand der Vakuumtechnik neu zu definieren. Mit Vakuumerzeugern aus der Kompaktejektoren Baureihe SCPi/SMPi in Kombination mit zukunftsweisenden Leistungsmerkmalen verhelfen sie Anwendern zu einer Investition mit echtem Mehrwert.
Es wäre gelogen zu sagen, dass das Jahr 2008 keine Spuren bei Schmalz hinterlassen hat. Dennoch sehen die Vakuum-Experten keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen, ganz im Gegenteil. Dr. Kurt Schmalz, Geschäftsleitung bei Schmalz: „Wir sind Gott sei Dank in den verschiedensten Branchen mit der Vakuumtechnik vertreten.“ Das erklärt, warum das Unternehmen nicht wie manch andere von einem einzelnen Industriezweig und dessen Einbruch betroffen waren. „Die Vakuumtechnik ist kein abgegrenzter Markt, des Weiteren gibt es ‚die eine’ spezielle Anwendung nicht“, so Dr. Kurt Schmalz weiter. Vielmehr ist der Vakuummarkt ein eigenständiger Nischenmarkt, der von vielen kleinen und großen Anbietern und sehr vielen Nachfragern geprägt ist. Schmalz definiert den Markt auf seine Weise als Summe von automatisierten Vakuum-Anwendungen, manuell geführten Einsatzfällen und Anwendungen zum Aufspannen. Das Ziel: 2011 wollen die Glattener an die Zeit vor der Krise anknüpfen. Neben Funktionsdetails für mehr Effizienz ist auf diesem Weg vor allem eines im Gepäck: integrierte IO-Link-Funktionalität.
„Die verstärkte Automatisierung wird auf alle Fälle weitergehen“, so der ältere der beiden Schmalz Brüder. Daraus leitet er ab, dass die Trends in der Produktions- und Intralogistik-Automatisierung zu mehr Leistungsfähigkeit, kürzeren Zykluszeiten, höherer Zuverlässigkeit und maximaler Prozesssicherheit führen. Zusätzliche Anforderungen an die Technik sind die Minimierung von Energieverbrauch, die Reduktion von Installations-, Service- und Wartungskosten sowie die lückenlose Prozessüberwachung, um Störungen und Produktionsausfälle zu vermeiden. All diesen Anforderungen will Schmalz mit Vakuumerzeugern aus der Kompaktejektoren-Baureihe SCPi/SMPi gerecht werden.
Energieeinsparung und Prozessgeschwindigkeit sind nur zwei der Vorteile, die für den Anwender aus dem Einsatz der Kompaktejektoren SCPi/SMPi resultieren. So sorgt die integrierte Luftsparfunktion dafür, dass sich die Saugfunktion bei Erreichen eines als sicher definierten Vakuumwertes abschaltet – hier kann der Anwender bis zu 65 Prozent Druckluft gegenüber einem System ohne Luftsparfunktion einsparen. Unnötigen Druckluftverbrauch verhindert auch das integrierte Impulsventil, das im Falle von Maschinenstillstand beziehungsweise Stromausfall dafür sorgt, dass der zuletzt gültige Systemzustand beibehalten wird.
Für maximale Prozessgeschwindigkeit sorgt die Funktion Power-Abblasen, mit der auch empfindliche Werkstücke beschädigungsfrei abgelöst werden. Zudem wird durch den einstellbaren automatischen Abblasimpuls die Programmierung des Steuersignals ‚Werkstück abblasen’ künftig überflüssig. Technisch neue Maßstäbe setzt die Kompaktejektoren-Baureihe SCPi/SMPi durch die integrierte IO-Link-Funktionalität. Sie ist die Voraussetzung für standardisierte und damit kostengünstige Vernetzung der Systemkomponenten und für präventive Systemüberwachung. IO-Link ermöglicht die Fernparametrierung von Sensoren und Aktoren und lässt eine lückenlose Kommunikation bis in die unterste Feldebene zu. Manuelle Parametrierung vor Ort ist damit hinfällig, da sich sämtliche Konfigurationsdaten über das Gerät in das System einspeisen lassen. Mehr noch: Prozessparameter lassen sich einfach ändern und speichern und können im Fall eines Gerätetausches schnell auf das neue Gerät übertragen werden.
Der Anwender profitiert von geringen Installationskosten sowie kurzen Rüst- und Umrüstzeiten. Auch den Faktor Umrüstkosten kann der Anwender getrost vernachlässigen: Dank Verdrahtungstopologie per Standard-M-12-Steckverbindung funktioniert die Übertragung der Ausgangssignale herkömmlicher Sensoren, womit die Kompatibilität zu vorhandenen älteren Anlageneinrichtungen gewährleistet ist.
Quantifizierbaren Anwendernutzen liefert auch die integrierte System-Monitoring-Funktion, mit der Fehler und schleichende Veränderungen frühzeitig erkannt und einfach geortet werden können. Der Anwender hat jederzeit Zugriff auf den Anlagenzustand, kann Instandhaltungsmaßnahmen sinnvoll planen und Maschinenstillstandseiten reduzieren.
Die Vorteile der IO-Link-Technologie gegenüber der zur Zeit noch vorherrschenden E/A-Technik liegen auf der Hand: Der Anwender profitiert von geringeren Verkabelungs-/Hardwarekosten, von besserer Verbindungsüberwachung, von kürzeren Rüstzeiten und reduzierten Maschinen-Ausfallzeiten. Dr. Walter Schaaf, Leiter Produktentwicklung und Vorentwicklung Vakuumkomponenten vergleicht die IO-Link-Technologie mit einem farbigen Bildtelefon, mit allen nur erdenklichen Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten, der die E/A-Technik als Klingeldraht-Technologie gegenübersteht.
Die Kompaktejektoren SCPi ohne Funktion Power-Abblasen und SMPi mit Funktion Power-Abblasen gibt es in drei Leistungsstufen mit den Düsengrößen 1,5 mm, 2,0 mm und 2,5 mm. Bei den Saugventilfunktionen hat der Anwender die Wahl zwischen den Varianten NO (stromlos offen), NC (stromlos geschlossen) und IMP (bistabil über Impuls). Für die Systemüberwachung bietet Schmalz die Versionen VD, digitaler Vakuum-Schalter und RD, integrierte Luftsparfunktion mit digitalem Vakuum-Schalter. Insgesamt 36 Typen bedarfsgerechter Vakuum-Erzeugung stellt Schmalz dem Anwender damit zur Verfügung.
Durch das integrierte Schmutzsieb mit Selbstreinigungseffekt wird der Filterwechsel überflüssig – zeitaufwändige Wartungsarbeiten gehören damit der Vergangenheit an. Konstruktive Details wie die kompakte Ausführung, das geringe Gewicht, genormte Anschlüsse und ‚Quick-Change’-Adapter erleichtern den Einbau in Greifersysteme, verhindern eine Beeinträchtigung der Systemdynamik und reduzieren die Montagezeiten erheblich. Ein weiteres wichtiges Detail ist die konsequent auf den praktischen Betriebseinsatz ausgerichtete Bedienung über ein Display mit 3 x 7-Segment, vier LEDs, vier Einstelltasten und eine Vakuum-Zustandsanzeige.W