von Bernhard Foitzik Besuchern der 29. Motek steht auf der Suche nach Komponenten oder Systemen ein reichliches Angebot zur Verfügung. Denn die Motek wird 2010 vom 13. bis 16. September über 1000 Aussteller haben – jedenfalls wenn man die rund 100 Aussteller der Bondexpo dazu zählt. Außerdem gibt es ja noch die Microsys. Wie die Vorschau der A&Q zeigt, werden die Stände reichlich mit Neuheiten bestückt sein.
Mit einem Ausrufezeichen versieht Messeveranstalter Schall die Feststellung: „Einmal mehr wird die Motek ihrem Ruf als Welt-Leitmesse für Fertigungs- und Montageautomation gerecht!“ Nun wird es die Besucher möglicherweise freuen, auf einer Welt-Leitmesse zu sein. Für die betriebliche Praxis zählt dann doch das Angebot der Aussteller. Und wenn der Messeveranstalter hier wirbt, „Motek = Montagetechnik und mehr“, dann wird das angesichts der zahlreichen Neuheiten, die von Ausstellern präsentiert werden, durchaus bestätigt. Die Motek setzt zweifellos ihre Erfolgsserie zu den komplementären Prozessketten-Themen Produktions- und Montageautomatisierung plus Füge- und Verbindungstechnik nahtlos fort und soll, so hofft man bei Schall, im Herbst 2010 weiter für eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung sorgen. Mit über 1.000 Ausstellern, davon gut 900 zur 29. Motek und fast 100 zur 4. Bondexpo, befördert das Fachmessen-Duo die Landesmesse Stuttgart im wirtschaftlichen starken Zentrum Europas einmal mehr zum international beachteten Mekka der Produktions- und Montageautomation sowie der für die Montage unerlässlichen Klebetechnik. Besonders erfreulich ist aus Sicht des Veranstalters, aber auch der Besucher, dass neben den meisten „Altausstellern“ auch viele Neu-Aussteller, und vor allem Systemintegratoren und Anlagenbauer, an der Motek teilnehmen. Das lasse einen Rückschluss auf den hohen Stellenwert der Motek als „dem Branchentreff“ der Produktions-, Montage- und Materialfluss-Automatisierer zu, schreibt Schall in der Messeankündigung Interessant sei in diesem Zusammenhang, dass sich die Motek eines spürbar verstärkten Zustroms an Herstellern und Anbietern von Robotern erfreuen kann. Dies ist nicht zuletzt als Ausdruck der Zunahme an Robotern, als universellem, jedoch standardisierten Baustein der Produktions- und Montageautomatisierung, zu werten. Parallel dazu finden sich an der Motek traditionell alle Hersteller und Anbieter von Anlagen- und System- sowie Peripherie-Komponenten zu den Themen Materialfluss, Vereinzelung, Zuführung und Fügen/Verbinden ein, womit sich für die Fachbesucher ein abgerundetes Informationsbild ergibt. Damit sich diese in dem riesigen Angebot auch ohne großen Zeitaufwand zurecht finden, verteilt sich die komplett ausgebuchte Ausstellungsfläche von 60.000 m2 kompakt auf die Hallen 1, 3, 5, 7 und 9 und erlaubt so ein effizientes weil gezieltes „Abzeilen“ der einzelnen Hallen und des Angebots nach nutzenbringenden Produkten und Lösungen.
Mit der Microsys ein Messetrio
Parallel zur Motek gibt es einen Re-Start der Microsys, die nach dem Umzug der Fachmessen von Schall nach Stuttgart zugunsten der damaligen Fachveranstaltung MiNat zunächst aufgegeben werden musste. Damit knüpft der Messemacher Paul E. Schall an die Philosophie der Vorjahre an, in denen sich die Kombination der drei genannten Fachmessen als ideal erwies, weil sie ausschließlich und konsequent dem Gedanken der Prozessketten-Darstellung folgt und nicht irgendwelchen Trends. Die 4. Microsys geht zuversichtlich ins Rennen, weil sie die Elemente der früheren Veranstaltungen beinhaltet und wesentliche Teile der MiNat aufnimmt, um den Fachbesuchern ein „rundes“ Informations- und Präsentationsangebot offerieren zu können. Letztmals im Jahr 2006 als Microsys veranstaltet, zeigt sich diese Fachmesse heute in neuem Gewand und mit aktualisierten sowie erweiterten Inhalten, womit den großen Fortschritten der Mikrotechnik, der Mikrosystemtechnik und der Nanotechnik in den letzten Jahren Rechnung getragen wird. Zumal die Motek und ihre Partner aus Forschung und Industrie in den Jahren 2007, 2008 und 2009 mit ihrem höchst erfolgreichen Themenpark „Mikrosystemtechnik“ immer am Ball blieben, was sich jetzt als absolut richtig erweist. Denn sowohl Industrieprodukte als auch Konsumgüter basieren heute mehr und mehr auf miniaturisierten, funktionserweiterten Bauteilen und Baugruppen bzw. Subsystemen, die jedoch weitgehend im Verborgenen arbeiten und von außen kaum als Mikrosystem-Lösung wahrgenommen werden. Da es bis dato weltweit keine speziell auf diesen Themenkomplex ausgerichtete Informations-, Kommunikations-, Beschaffungs- und Business-Plattform gibt, kommt der Microsys die Rolle des „Branchen-Zugpferds“ zu.
ISRA Vision (Halle 3, Stand 3115) befasst sich auf der Motek mit dem "Griff in die Kiste" als zentralem Thema. So soll ein neuer 3D-Sensor die einfache, aber hochflexible Entnahme unsortierter Bauteile ermöglichen. Der Sensor 3D SHAPEscan ermöglicht mithilfe zweier Standard-Kameras und einer speziellen Laserbeleuchtung die genaue Bestimmung der Lage einzelner Teile in Behältern. Der Sensor wird stationär über der Kiste befestigt und hat standardmäßig Behälter bis etwas mehr als die Größe einer Europalette komplett im Blick. Eine aufwändige Kinematik zum Verfahren des Sensors ist nicht notwendig. Trotzdem arbeitet das System sehr schnell: Für die Abtastung einer typischen Gitterbox (ca. 1200 mm x 1000 mm x 800 mm) über das komplette Volumen beträgt die Scanzeit weniger als zwei Sekunden. Die besondere Intelligenz der ISRA Sensorlösung steckt in der ausgereiften Software: Die 3D Kameras scannen die Kisten und es entsteht eine so genannte 3D Punkte-Wolke, welche die zu erfassenden Objekte in der Transportverpackung repräsentiert. Mit der neu entwickelten Auswertemethode des 3D Shape-Sampling werden nun zuerst geometrische Primitive in der Punktewolke bestimmt. Die Software setzt dann komplexere Objekte aus diesen Primitiven zusammen. So können ohne Vorkenntnisse unterschiedlich geformte Objektteile sicher identifiziert werden.
Mitsubishi Electric (Halle 7, Stand 7210) will in diesem Jahr auf der Motek den Fokus auf speziellen Lösungen für die Bereiche Verpackung und Wasser/Abwasser legen. „Wir haben genau die richtigen Produkte für diese Märkte. Es ist uns wichtig, sowohl für den Endkundenbereich als auch für Systemintegratoren und den Maschinenbau passende Lösungen anzubieten“ so Andreas König, Division Manager Industrial Automation für Central Europe. In diesem Zusammenhang zeigt Mitsubishi eine ausgefeilte Visualisierungs-Roboterapplikation auf dem Messestand. Zum Einsatz kommt dort der neue Hochgeschwindigkeits- und Multifunktionsroboter MELFA RV-2SDB, der erst kürzlich auf der Automatica für den europäischen Markt vorgestellt worden war. Der mehrachsige Knickarmroboter hat eine Traglast von 2 kg (maximal 3 kg) und arbeitet mit Zykluszeiten von bis zu 0,6 Sekunden. Er ist schnell, birgt einzigartige Gestaltungsdetails zu Verkürzung der Zykluszeiten und kann am Boden, der Wand oder Decke angebracht werden. Mit seiner großen Bewegungsfreiheit auf engstem Raum kann er für Applikationen in allen Branchen eingesetzt werden. Sein Einsatz, sagt Mitsubishi, führe zu deutlichen Durchsatzsteigerungen in Produktions- und Montagezellen.
AutoVimation (Halle 7, Stand 7128) präsentiert sein Baukastensystem zum Bau von Bildverarbeitungsanlagen auf dem „Application Park Vision“ und zwar in den Montagezellen 7 (Vision Components) und 5 (Sick). Das Baukastensystem von autoVimation erlaubt den einfachen und schnellen Aufbau von Bildverarbeitungsanlagen aus Fertigteilen. Die Teilnahme am „Application Park Vision“ bietet dem Unternehmen eine Plattform, um die Flexibilität und Industrietauglichkeit seiner Produkte zu demonstrieren. Kameraschutzgehäuse oder -Montageblöcke dienen zur Aufnahme, Schutz-, und passiven Kühlung aller gängigen Kameras. Die Schwalbenschwanzprofile an jeder Außenseite der Montageblöcke oder Gehäuse erlauben die direkte Montage von Beleuchtungshalterungen. Mit Hilfe von Adapterplatten kann fast jede Beleuchtung direkt montiert und flexibel justiert werden.
Schneeberger (Halle 9, Stand 9208) präsentiert auf der Motek eine Entwicklung, die in der Ankündigung als „Meilenstein in Richtung Miniaturisierung“ vorgestellt wird. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich bei dem „Miniscale“ um die weltweit erste Miniaturführung mit integriertem optischen Messsystem. Miniscale basiert auf den seit Jahren auf dem Markt bewährten Minirail. Damit die Schiene Minirail mit der zusätzlichen Messfunktion ausgestattet werden kann, wird sie mit einer gravierten Skala versehen (Skalierung 40 µm). Das Kernstück bildet ein Miniatur-Messsensor, der im Führungswagen integriert ist. Weil separate Mess-Systeme und Zwischenteile entfallen, vereinfacht sich die Konstruktion. Zudem sind Montage und Demontage unkompliziert und werden somit günstiger. Das Design ermöglicht zudem Messungen direkt in der Führung. Bis 30 mm wird eine Genauigkeit von 4 µm erzielt, bei der Maximallänge von 300 mm sind es noch 10 µm. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 5 m/s.
Baumeister & Schack (Halle 9, Stand 9004) schaffen mit ihren patentierten Innenläufer-Hubsäulen Abhilfe bei einem besonderen Problem: Gewöhnliche, teleskopische Hubsäulen kommen bei Anwendungen außerhalb der üblichen Auf- und Abwärtsbewegung durch ihre Bauweise schnell an Ihre Grenzen. Bei den Innenläufern handelt es sich um einseitig offene Aluminiumprofile mit einem oder mehreren motorisch angetriebenen, innen geführten Läufern zur Realisierung von Hubbewegungen innerhalb dieser Profile. Die Innenläufer-Hubeinheiten gibt es in zwei Ausführungen und zwar mit einem Profildurchmesser von 67mm für Einbaulängen bis 2000 mm und in einer größeren, stabileren Variante mit einer Profilbreite von 141mm, einer Einbaulänge bis 2000 mm und Hubkräften bis 1800 N bei einer Verfahrgeschwindigkeit von 40mm/s. Mit dem entsprechenden Zubehör und Montagematerial können die Innenläufer leicht in bestehende Konstruktionen oder Projekte integriert werden oder in die Planung mit einfließen.
FMB (Halle 7, Stand 7310) präsentiert das kompakte Be- und Entladesystem unirobot MH 5L-5P. Herzstück ist der Motoman Roboter MH5L mit 5 kg Traglast. Die Roboter-Steuerung DX100 baut so kompakt, dass sie sich komplett in die Zelle integrieren lässt und die Stellfläche nur noch 1.800 x 900 mm² misst. Für die mechanische und elektrische Kopplung von Roboter und CNC-Maschine hat FMB eine kostengünstige und umrüstfreundliche Einheitsschnittstelle realisiert. Programmiert wird der unirobot im Teach-in-Verfahren. Das ergonomische Bedientableau ist abnehmbar und erweist sich nach Formgebung und Gewicht als sehr handlich. Programmparameter und Programmablauf werden durch ein Farbdisplay visualisiert. Schnittstellen für USB und CF-Cards sind integriert. Die Robotersteuerung integriert eine SPS und kann via RS-232C sowie Ethernet zum Beispiel zwecks Anlagenfernüberwachung Daten kommunizieren.
Gimatic (Halle 3 Stand 3230) eröffnet mit den neuen Lineareinheiten LL und LP konstruktiven Spielraum für viele Einsatzmöglichkeiten. Die beiden Linearmodule LL und LP sind gut geeignet für Anwendungen im kleineren bis mittleren Lastenbereich bei mittlerer Führungsgenauigkeit und werden in der Länge kundenspezifisch gefertigt. Basis ist ein kompaktes Aluminiumprofil, das über eine T-Nut einfach montiert werden kann. Der Führungsschlitten mit patentierter Kugelumlaufführung nimmt Kräfte von 1200 N (Serie LP) bis 2500 N (Serie LL) auf. Für die Lineareinheiten gibt es vielfältige Antriebsmöglichkeiten. So kann der Antrieb über Zahnriemen, Pneumatikzylinder oder Linearmotor erfolgen, ganz abhängig von der individuellen Anforderung oder dem bereits im Einsatz befindlichen System. Beide Typen sind auch als Omega-Antrieb, also mit Antrieb über den Führungsschlitten und mit freien Enden erhältlich und eignen sich im Einsatz als Z-Achse.
IAI (Halle 3, Stand 3355) baut mit den neuentwickelten Drehachs- und Greifer-Modulen seine Elektrozylinder-Produktlinie RoboCylinder weiter aus. Die Genauigkeit und Leistungsdichte der neuen AC-Servo-Rotationsachsen eröffnen ein breites Anwendungsspektrum, insbesondere in Kombination mit den schnellen Servo-Linearachsen derselben Baureihe. Die neue Modellreihe besteht aus drei Baugrößen mit Breiten von 85, 99 und 123 mm und Hohlwellendurchmessern von 30, 40 und 54 mm, welche flexible Kabeldurchführungen zulassen. Schaut man auf die übrigen Eckdaten, ergeben sich Ansatzpunkte für hochdynamische und -präzise Positionieraufgaben: Die maximale Drehgeschwindigkeit liegt bei 1200°/s, die Wiederholgenauigkeit ± 0,005 °. Im Vergleich zu den seit 2005 erhältlichen DC-Schrittmotor-Rotationsachsen bieten die neuen RCS2-RTC-Modelle durchgängig eine fast doppelte Leistungsdichte mit einem Spitzendrehmoment von 8,6 Nm, eine höhere Verdrehsteifigkeit aufgrund der stabilen Rahmenbauweise und eine zusätzliche Bremsen-Option.
IEF Werner (Halle 1, Stand 1420) präsentiert ein neues 2-Achs-Positioniersystem. Es verbindet die hohe Genauigkeit der Lineareinheit mit Direktantrieb euroLINE 32 KLA mit der sehr kurzen Zykluszeit der Z-Achse miniSPIN. Dieses hochdynamische Pick-&-Place-System eignet sich speziell für massearme, flache Bauteile. Es setzt Zykluszeiten von unter 0,5 Sekunden um, hat einen geräuscharmen Lauf und ist kompakt gebaut. Eingesetzt werden kann es in einer Vielzahl von Anwendungen – zum Beispiel in der Mikromontage oder in der Medizintechnik. In Kooperation mit dem industriellen Bildverarbeitungsunternehmen SmartRay zeigt IEF Werner die Kombination von Handhabungskomponenten mit Bildverarbeitungstechnik. Auf dem Messestand werden Applikationen in der Werkstoffprüfung und Verbindungstechnik vorgestellt. Präsentiert wird zum Beispiel die XYZ-Einheit profiLINE, welche unterstützt von einer Kamera Schweißnähte vermisst. Ein weiteres Modul wird für Pick-&-Place-Aufgaben eingesetzt und überprüft kameraunterstützt Produkte auf Lage- und Größentoleranz.
Jenny Science (Halle 9, Stand 9332) stellt auf der Motek zwei neue Baureihen Linearmotor-Achsen vor. Mit den Komponenten Lxs und Lxu, wobei „s“ für shuttle und „u“ für universal steht, eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten von Achskombinationen, teilt der Hersteller in seiner Messeankündigung mit. Die Komponenten der beiden Baureihen seien eine Bestandsaufnahme dessen, was hinsichtlich Platzbedarf, Langlebigkeit und Effizienz technisch möglich sei. Sicher beachtlich ist die Intention des Herstellers, der Kernkomponenten wie die Linearmotoren oder Gewichtskompensation selbst entwickelt. Die neue Generation Linearmotor-Achsen hat bei praktisch gleichem Platzbedarf 50 % mehr Leistung.
Tretter (Halle 5, Stand 5538) setzt die Schwerpunkte des Motekauftrittes bei Miniatur-Linearführungen und Präzisionsrolltischen im Miniaturformat. Zum Sortiment gehören zum Beispiel Hochgeschwindigkeitswagen (bis über fünf Meter pro Sekunde) in den Größen 9 bis 15 mit integrierter Zusatzschmierung. Außerdem sind die Miniaturführungen des Herstellers als Komplettführung (Wagen und Schiene) in allen Größen und Wagen und Schiene austauschbar in den Größen 7 bis 15 ab Lager verfügbar. Sie werden mit eingeengtem Spiel und von oben angeschraubten Schienen in der hochgenauen Klasse geliefert. In der Standardbreite und für höhere Quermomente sind sie auch in breiter Ausführung vorrätig. Selbst bei Schienengröße 3 sind serienmäßig 500 Millimeter Schienenlänge oder mehr erhältlich. Einen weiteren Schwerpunkt setzt Dr. Tretter auf der Motek mit seinen Präzisions-Miniatur-Rolltischen. Diese erfüllen höchste Ansprüche an Genauigkeit, Leichtgängigkeit und Lastaufnahmevermögen, teilt der Hersteller mit.
Minitec (Halle 1, Stand 1308) zeigt auf der Motek Lineartechnik für anspruchsvolle Aufgaben. Laufrollenführungen, deren modularer Aufbau zahlreiche Varianten ermöglicht, bieten die Pfälzer mit Präzisionswellen von 6, 12 und 16 mm an. Hier lassen sich bei Verfahrgeschwindigkeiten bis zu 8 m/s Modullängen von 12 m realisieren. Bei Bedarf erhalten alle Laufrollenmodule einen Antrieb mit stahldrahtverstärktem Zahnriemen, wobei die Motoren direkt an den Umlenkungen montiert sind. Diese Module, die mit außen liegenden Profilnuten für den Anbau von Sensoren und die Befestigung der Achse in einem System versehen sind, lassen sich sehr einfach zu Mehrachssystemen kombinieren. Für besonders anspruchsvolle Anwendungen wie beispielsweise die Fertigung von Solarzellen oder für hochpräzise Handlingaufgaben stehen Linearachsen mit Schienenführung zur Verfügung. Der Antrieb dieser Achsen erfolgt zum einen über geschliffene Kugelumlaufspindeln und zum anderen – für besonders dynamische Anwendungen – über Linearmotoren der neuesten Generation.
Mafu (Halle 3, Stand 3101) hatte auf der letzten Motek den „Griff in die Kiste“ gezeigt. In diesem Jahr spielt Bildverarbeitung in einem anderen, innovativen Zusammenhang eine Rolle: Durch die Kombination von Zuführsystem, Handling und integrierter Bildverarbeitung lassen sich unterschiedlichste Teile, auch in kleinen Losgrößen, sortieren, ausrichten und zuführen. Neue Teilegeometrien werden durch einfache Teach-In Funktion in der Software schnell eingelernt. Auch der aktuell vorgestellte Mafu-Shaker, eine kompakte, pneumatisch oder elektrisch angetriebene Entwirrkammer, in der durch Hubbewegung und integrierten Schikanen diverse Schüttgüter entwirrt und vereinzelt werden, ist leicht zu integrieren. Dies bedeutet höchst mögliche Flexibilität in der Produktion bei Leistungen bis 60 Teilen pro Minute.
KML (Halle 5, Stand 5225) verfolgt konsequent die Weiterentwicklung seiner Mechatronikprodukte. Nachdem vor kurzem das Pick&Place Linearmotorsystem LMS M mit einem absoluten Längenmesssystem ausgestattet wurde, ist dieses ab der Motek auch für das Linearmotorsystem LMS E2 verfügbar. Die Wahl dieser Option macht das hochdynamische System fit für eine Vielzahl anspruchsvollster Anwendungen. Bei diesem System lassen sich hohe Beschleunigungswerte erzielen. Ein Beitrag zur Prozessoptimierung soll die Implementierung des absoluten Längenmesssystems sein. Der größte Vorteil des induktiven und damit wartungsfreien absoluten Längenmesssystems sei es, teilt der Hersteller mit, dass nach einem Stillstand der Anlage zur neuerlichen Inbetriebnahme keine Referenzfahrt des Linearmotorsystems mehr nötig ist.
Harmonic Drive (Halle 9, Stand 9122) hat wieder einmal „Optimierung des Bauraumes“ als Entwicklungsziel ausgegeben und präsentiert auf der Motek einen neuen Servoantrieb, den kompakten LynxDrive. Der Antrieb besteht aus einem präzisen Harmonic Drive Getriebe der Baureihe HFUC, einem neu entwickelten AC-Servomotor mit konzentrierter Wicklung sowie einem Mess-System für die Drehzahl- und Lageerfassung. Bei der Entwicklung des AC-Servomotors wurde besonders auf Kompaktheit, hohe Leistungsdichte und gute Gleichlaufeigenschaften geachtet. Der LynxDrive Servoantrieb ist zum Betrieb an marktüblichen Servoverstärkern für 230 bis 400 VAC geeignet, insbesondere auch für den Betrieb am ebenfalls neuen volldigitalen Servoregler YukonDrive von Harmonic Drive.
Beckhoff (Halle 9, Stand 9108) präsentiert auf der Motek seine PC- und EtherCAT-basierte Steuerungstechnik. Ein Schwerpunkt auf dem Messestand ist die Softwaregeneration TwinCAT 3, die durch ihren modularen Aufbau und Multicore-Support neue Möglichkeiten in der modernen Steuerungstechnik bietet. Da Montagelinien normalerweise aus mehreren Aggregaten bestehen, die in der Regel weitgehend unabhängig voneinander entwickelt und getestet werden, hat Beckhoff die neue Laufzeitumgebung von TwinCAT 3 entsprechend aufgebaut. Damit kann der Entwickler auf eine Vielzahl vorhandener Module zurückgreifen und sie in einer auf Visual Studio basierenden Entwicklungsumgebung zu neuen Modulen oder ganzen Steuerungsprogrammen zusammenstellen.
Schmalz (Halle 1, Stand 1020) zeigt in Stuttgart erstmals die Weiterentwicklung des Vakuum-Spezialgreifers SWG (Schmalz Wafer-Greifer). Der um die Hälfte seines ursprünglichen Gewichts optimierte Greifer handhabt Wafer und Solarzellen jetzt noch dynamischer und erlaubt so schnellere Handlingzyklen. Ein zweites attraktives Thema des Greiferspezialisten ist der Kompakt-ejektor SMPi, der beispielsweise bei der Blechbe- und -verarbeitung in der Automobilherstellung zum Einsatz kommt. Er eignet sich insbesondere für automatisierte Anlagen mit hohen Taktzahlen, bei denen die Prozesse effizient überwacht werden müssen. Mittels IO-Link ist der pneumatische Vakuum-Erzeuger schnell in vorhandene Bus-Systeme integrierbar.
Schunk (Halle 1, Stand 1501) rückt wieder einmal eine Besonderheit in den Mittelpunkt. Neben neuen Greiferideen – einige waren schon auf der Automatica zu sehen – ist der 6-Achsen-Kraft-Momenten-Sensor FTNet ein echtes Universaltalent: Mit seiner Highspeed Datenausgabe, vier möglichen Kommunikationsprotokollen, Fernüberwachung via LAN sowie Konfiguration über Web-Interface ist er derzeit der am vielseitigsten einsetzbare Kraft-Momenten-Sensor für die industrielle Automation. Die insgesamt 14 Baugrößen decken Lastbereiche zwischen 12 N und 40.000 N ab. Der Sensor verfügt über Ethernet, Ethernet/IP, DeviceNet und ein CAN-Bus Interface und damit über eine einzigartige Schnittstellen-Kompatibilität für eine Vielzahl von Anwendungen. Er lässt sich für Produkt-Tests, Robotermontagen oder Bearbeitungsaufgaben wie Schleifen und Polieren ebenso verwenden wie für die Roboter-Chirurgie, für Anwendungen in der Rehabilitation, in der Neurologie und in vielen anderen Bereichen. Mit ihm ist es sogar möglich, schwierige Montage-, Bearbeitungs- und Finish-Aufgaben zu automatisieren, die bisher nur von Hand oder durch komplexe Sondermaschinen ausgeführt werden konnten. Der Sensor misst in allen sechs Freiheitsgraden sowohl Kraft als auch Drehmoment. Die Signalausgabe erfolgt über Highspeed Ausgänge via Ethernet mit bis zu 7.000 Hz oder CAN. Mit FTNet sind also auch hochdynamische Regelungskonzepte zu realisieren. Zur Fernüberwachung kann der Sensor einfach mit dem LAN verbunden werden. Über ein Webinterface lassen sich die Systemeinstellungen konfigurieren, anzeigen und einstellen.
Sommer automatic (Halle 1 Stand 1201) kommt mit einem elektrischen Parallelgreifer auf den Markt, der nach Überzeugung des Herstellers Ernst macht mit Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Der schnelle Greifer bietet neben einer integrierten Steuerung auch eine Positionsabfrage. Der Parallelgreifer passe perfekt zum Thema „Green Automation“: Der so genannte Impulsgreifer arbeitet mit kurzen Stromimpulsen und wird nur während der Backenbewegungen für etwa 20 Millisekunden bestromt. Im offenen oder geschlossenen Zustand ist er dagegen stromlos und verbraucht keinerlei Energie – ideal also für alle Automatisierungsaufgaben, bei denen es sowohl auf sehr kurze Zykluszeiten als auch auf einen geringen Energieverbrauch ankommt. Der Impulsgreifer hat eine integrierte Steuerung, die einen Plug&Play-Einsatz ermöglicht: Einfach die 24-V-Stromversorgung und die Steuerleitung anschließen. Die im Greifer integrierte Positionsabfrage per Hall-Sensor gibt der übergeordneten Steuerung zuverlässig Aufschluss über den aktuellen Zustand des Greifers und trägt damit wesentlich zu einer hohen Prozesssicherheit bei.
Weiss (Halle 1, Stand 1155) kommt klassisch vom Rundschalttisch, dem Grundstock der Maschine. Von daher stammt die Produktphilosophie in puncto Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Präzision. Von Herzen der Anlage entwickelt sich das Weiss-Produktprogramm sukzessive zur Peripherie. In diesem Jahr werden auf der Motek die High Torque Dreheinheiten, Rundschalttische mit Hybrid Drive und die hochdynamischen Linearmotorachsen präsentiert. Der Direktantrieb ist ihre übergreifende Gemeinsamkeit. Die Rundschalttische erben seine Vorteile: frei programmierbar, dynamisch, präzise, energieeffizient und hoch verfügbar. Und sie erweitern das Anwendungsspektrum der Weiss-Produktfamilie. Kennzeichen des TW Rundschalttisches mit Hybrid Drive sind ein integrierter Torque-Motor mit präziser Untersetzung, ein absolutes Messsystem und eine eingebaute Haltebremse. Alles gepaart mit robuster und präziser Mechanik. Hinsichtlich Baugröße, Präzision, Leistungsdichte, Freiprogrammierbarkeit und Bedienkomfort lässt er pneumatische Drehtischlösungen weit hinter sich. Bei vergleichbaren Anschaffungskosten entsteht schon nach wenigen Monaten ein klarer Kostenvorteil in puncto Produktivität, Betriebs- und Wartungskosten. Die HL Linearmotorachsen, die Weiss in Stuttgart zeigt, bieten moderne Antriebstechnik hoch integriert und einbaufertig. Kompakte und präzise Kugelumlaufführungen und ein absolutes Messsystem gehören ebenso zum Konzept wie die automatische Schmierung.
Montech (Halle 1, Stand 1170) demonstriert die Funktionsweise des Transportsystems Montrac einmal anders. An einer Bar können Gäste mit einem TouchPanel Getränke bestellen, die vom Transportsystem Montrac serviert werden. Diese Anwendung demonstriert die Montrac-Eigenschaften sanfter Transport sowie direkte Ansteuerung der gewünschten Empfängerstation mit der Chaos-Technology. Für den Transport von Werkstücken bis 120 kg zeigt Montech auf der Motek ein mehrspuriges Transportband mit Gurt oder Zahnriemen. Das Transportband hat drei verschiedene Antriebsvarianten mit Stirnrad-Getriebemotor. Je nach Antriebsvariante sind Beschleunigung, Verzögerung, Bandgeschwindigkeit sowie Anfahrpositionen frei wählbar. Für einen sanften Transport der Werkstücke sorgt eine definierte Beschleunigungs- und Bremsrampe.
Balluff (Halle 3, Stand 3328) zeigt auf der Motek eine neue Produktlinie seines bewährten Vision Sensors BVS. Neben den bewährten Vision Sensoren der BVS-C-Serie mit separatem Konfigurator und der BVS-E Serie, die komfortabel mittels der Vision-Software ConVis per PC konfiguriert werden können, ist mit dem BVS-E Identification jetzt auch eine dritte Produktlinie speziell für die schnelle und einfache Erkennung von Barcodes und Data-Matrixcodes erhältlich. Mit ihr kann der Anwender innerhalb einer Prüfung auch mehrere Codes lesen. Der neue Vision-Sensor ist genauso einfach und schnell zu bedienen wie ein normaler Lichttaster oder eine Lichtschranke und dank seiner kompakten Abmessungen leicht in Applikationen zu integrieren. Langwierige Schulungsmaßnahmen oder das Erlernen einer speziellen Programmiersprache wie bei Smart Kameras sind gänzlich überflüssig. Zwischen unterschiedlichen Inspektionen lässt sich bequem per SPS umschalten.
Axelent (Halle 7, Stand 7240) geht in die Breite - jedenfalls was das Angebot auf der Motek betrifft. Die Schutzzaunserie X-Guard, welche die Anforderungen an die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG erfüllt, bietet eine große Auswahl an Systemkomponenten. Neben der klassischen Systemvariante Gitter ist die Realisierung ebenso in den Ausführungen Kunststoff und Stahlblech möglich. Seit Mitte des Jahres stehen allen Anwendern und Konstrukteuren unter www.axelent.solidcomponents.com sämtliche Systemkomponenten in den relevanten CAD-Formaten online zur Verfügung. „Wir folgen mit dieser Implementierung einem ausgesprochenen Wunsch unserer Kunden und Geschäftspartner. Selbstverständlich versprechen auch wir uns hierdurch eine weitere Marktdurchdringung im Segment Maschinen-, Roboter- und Anlagenschutz“, zeigt Axelent-Geschäftsführer Fredrik Ljungman auf.
ICS International (Halle 7 , Stand 7338) stellt zur Motek die Frage: Wie lassen sich Halbzeuge, Montagebauteile oder Endprodukte auf kleinsten Flächen kennzeichnen und eindeutig identifizieren? ICS zeigt, wie es geht und präsentiert wirtschaftliche Lösungen für die Kennzeichnung auf kleinsten Flächen innerhalb industrieller Fertigungsabläufe. So demonstriert der Hersteller unter anderem die Realisierung des DataMatrix-Codes per Laser-Direktbeschriftung in einer Größe von bis zu drei mal drei Millimetern auf Bohrer und Fräser im Werkzeugbau sowie auf Komponenten und Steckverbinder im Elektroanlagenbau. Das hochbeständige, materialschonende Direct Part Marking eignet sich dabei insbesondere für gewölbte Oberflächen und überall dort, wo das Erscheinungsbild von Produkten oder Bauteilen durch die Miniaturkennzeichnung nicht verändert werden soll. Das sichere Identifizieren von Code-Inhalten ist auch bei sehr kleinen Kennzeichnungen mit Imager-Scannern möglich, die ICS herstellerunabhängig anbietet.