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Pneumatik bei 64 Positionen?

von Bernhard Foitzik

Natürlich nicht, kann die Antwort auf die Frage im Titel nur lauten. Aber vielleicht sollte man über das Angebot eines Pneumatikers nachdenken, der elektrische Achsen anbietet. Freunde einer schnellen Inbetriebnahme werden mit „Easy Setting“ ihre Freunde haben.



Geschrieben ist so ein Marketingsatz schnell: „Die neuen, leicht programmierbaren elektrischen Antriebe der Serie LE von SMC Pneumatik sind schnell zu installieren und einfach in der Bedienung.“ Für den Anwender kann eine solche Erkenntnis jedoch ein ganz wichtiges Argument sein. A&Q hat Christian Vollmer befragt, der bei SMC in Egelsbach den Bereich „elektrische Aktuatoren“ betreut und verantwortet. Wo denn die elektrischen Achsen unter all den verschiedenen Varianten des Marktes einzuordnen sind, frage ich ihn. „Wir sind, was die Einfachheit betrifft, nahe an der Pneumatik und in Bezug auf die Gestaltungsmöglichkeiten ganz auf der elektrischen Antriebsseite“, positioniert Vollmer die SMC-Antriebe. 64 einstellbare Positionen erreichen die elektrischen Achsen, die es mit Schritt- oder Servomotor gibt. Trotzdem: „Wir sind weit weg von einer komplexen Inbetriebnahme.“ Ein charakteristisches Merkmal der Antriebe sind im Controller voreingestellte Parameter. Schon aus der Typenbezeichnung ist zu erkennen, für welche elektrischen Achsen der Controller geeignet ist. Das vermeidet von vornherein eine Verwechslungsgefahr. Vollmer: „SMC speichert auf jedem Controller die passenden Parametrierungen für die jeweils dazugehörende Achse.“ So gehören auch Achse, Controller und Kabel zu einem Paket mit einheitlicher Bestellnummer. Das ist auch logistisch interessant, so fehlt nichts bei der Installation und Inbetriebnahme. Lediglich noch den Anschluss für die Versorgungsspannung aufstecken – fertig. Der Werker macht das Päckchen auf und kann anfangen zu montieren.

Die besten Eigenschaften kombiniert

Vollmer argumentiert: „Unsere leicht programmierbaren Easy-Setting-Antriebe sind eine logische Weiterentwicklung der traditionellen Drucklufttechnik.“ Und Armin Lerch, Marketing Manager von SMC Pneumatik sagt: „Damit schließt die neue Serie LE von SMC die technologische Lücke zwischen komplexen, herkömmlichen elektrischen Antrieben und druckluftbetriebenen Standardzylindern.“ Warum aber musste diese Lücke überhaupt geschlossen werden? Vollmer: „Klassische Elektroantriebe, wie sie auf dem Automatisierungsmarkt schon viele Jahre vorhanden sind, haben hohe Kosten, lange Inbetriebnahmezeiten und können oftmals nur von einem Elektrofachmann oder gar Programmierer bedient werden. Im Vergleich zur Einfachheit der Pneumatik entstand so eine Lücke, die einfache Antriebe, kurze Inbetriebnahmezeiten bietet und nahezu kein Fachwissen erfordert.“ Der preisliche Vergleich zwischen komplexen und einfachen Antrieben sei hierbei noch völlig außer Acht gelassen. Diese Lücke, so Vollmer, habe sich durch den kompletten Maschinenbau gezogen und konnte jetzt geschlossen werden. Einen Plan, wie schnell ein bestimmter Umsatzanteil mit elektrischen Aktuatoren erzielt werden soll, gibt es nicht. Jedenfalls will uns Christian Vollmer keinen solchen Plan verraten. Derzeit beträgt der Anteil der elektrischen Antriebstechnik vielleicht fünf Prozent vom Umsatz. Diesen Anteil zu erhöhen, ist Vollmers Aufgabe. Dennoch: „Unser Hauptgeschäft ist die Pneumatik und wird es auch bleiben.“ Elektrische Achsen von SMC - hätten Sie’s gewusst? – gibt es seit 15 Jahren. Erste Produkte waren elektrische Kurzhubzylinder. Auf den Durchbruch mussten die elektrischen Antriebe nicht bei SMC warten, weil der Aufwand mit Regelung, Controller, Verkabelung zu Beginn der Ära als sehr aufwändig erschien – und es wohl auch war. Achsen, die aus der Pneumatik abgeleitet waren, sind im Nachhinein als Zwischenschritt einer technischen Entwicklung zu werten. SMC hat daraus eigenständige Produktlinien und -gruppen entwickelt. Eine Eigenschaft sollten die elektrischen Achsen auf jeden Fall aus der Pneumatik übernehmen: Sie sollten einfach zu handhaben sein. Das gilt schon für die Entwurfsphase einer Anlage oder einer Vorrichtung. Unterlagen gibt es komplett elektronisch oder auf Papier, wobei der Katalog sich im Laufe der Zeit zu einer Art Handbuch entwickelt hat. Die technischen Daten sind um Sicherheitshinweise oder Wartungstipps ergänzt. Wer will, kann sich die CAD-Daten von der Internetseite laden. An einer komplett autark arbeitenden Auslegungssoftware wird noch gearbeitet. Bis dahin fragt man am besten den Außendienst. Das ist nach Ansicht von SMC ziemlich einfach, wie Christian Vollmer erläutert: „Wir haben das dichteste Vertriebs- und Beratungsnetz der Branche.“ Aus Sicht des Kunden hält er die Kombination Pneumatik/Elektrik für optimal. Sicher auch aus Sicht des Herstellers. „Ein Anlagenbetreiber bekommt bei SMC eben eine aufgabenbezogene Lösung“, meint Vollmer. Wer beide Antriebsarten im Portfolio habe, könne die beste Lösung herausarbeiten. Darüber hinaus sind Komponenten wie Achsen oder Greifer vergleichbar aufgebaut, für den Anwender und dessen Instandhaltungspersonal ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Teile kommen einem bekannt vor. Und auf die Lagerhaltung kann das „Gleichteile-Prinzip“ kostendämpfend wirken.

Wie effizient ist „easy"?

Ein optimaler Einsatz von Linearantrieben wie den Easy Setting-Antrieben erfordert eine entsprechend optimale Auslegung. Welche Tools stehen zur Verfügung?

Vollmer: Sie sprechen mit Ihrer Frage genau einen der wesentlichen Vorteile einer solchen Antriebslösung an. Ein Antrieb der LE-Serie kann wie ein pneumatischer Zylinder betrachtet werden. Die Auslegung erfolgt aufgrund der üblichen mechanischen Daten wie Last, Einbaulage oder Geschwindigkeit. Unser Datenmaterial bietet hier eine sehr einfache und umfassende Hilfe. Persönliche Beratung ergänzt im Bedarfsfall diese Auslegung, so dass der Kunde die bestmögliche Lösung erhält.

Lässt sich über das Tool zur Konfiguration auch ein Energieverbrauch berechnen?

Vollmer: Der Energieverbrauch kann aus den technischen Daten in den Produktkatalogen entnommen werden. Da Verbrauchswerte stark von der Applikation abhängen, empfehlen wir im Bedarfsfall die Maximalwerte einzusetzen. Im Alltag wird sich ein effektiv niedrigerer Wert einstellen.

Wie unabhängig von einer Beratung oder von einem Systemintegrator lassen sich solche Antriebe beispielsweise vom eigenen Betriebsmittelbau einsetzen?

Vollmer: Eine Beratung ist aus meiner Sicht immer der bessere Weg für eine optimale Ausnutzung der wesentlichen Produktmerkmale. Für die Serie LE jedoch nicht zwingend nötig. Aus Erfahrung nehmen unsere Kunden jedoch gerne die Beratung durch SMC-Experten in Anspruch.

www.smc-pneumatik.de


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