Denso Robotics kooperiert mit Yamaha
Ein weiteres Mal forciert Denso Robotics seinen Auftritt in Europa. Jetzt gab das Unternehmen eine Kooperation mit Yamaha im Bereich kleiner Industrie-Roboter bekannt. Der bei Denso Europe für das Marketing zuständige Alvaro Cruz Lerma betonte im Gespräch mit A&Q: „Dank der Kooperation erweitern wir unsere Produktpalette.“
Angekündigt wurde die Kooperation für den Bereich kleiner Roboter. „Tiny Robots“ nennt man die Allerkleinsten unter den Scaras, die in der Traglastklasse bis 1 kg agieren. Hier hat Yamaha eine ansehnliche Produktpalette. Wie in Japan üblich, zählen die beiden kooperierenden Unternehmen allerdings auch so genannte karthesische Roboter und einzelne Achsen zum Roboter-Portfolio und damit in der Statistik.
Eine Software für beide Roboterwelten
Warum ausgerechnet Denso und Yamaha zueinander passen erklärt Alvaro Cruz Lerma, Denso Europe, Mörfelden-Walldorf: „Die technische Basis der Robotersysteme ist vergleichbar. Man kann praktisch mit einer Software beide Robotertypen programmieren.“
Anfang 2008 hatte Kazunobu Ageishi, Präsident von Denso Wave, im Interview mit A&Q das Potenzial im Markt kleiner Montageroboter noch lange nicht ausgeschöpft gesehen. 2006, so Ageishi, habe Denso weltweit knapp 6.000 Roboter verkauft.
Bei der Konzentration auf das Geschäft mit kleinen Robotern ist die jetzige Kooperation nur konsequent. Vor allem auch unter der allgemein gültigen Erkenntnis, dass immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen kompakte Industrieroboter brauchen und einsetzen. bei Mittelständlern, so Cruz Lerma, seien kleine und Platz sparende Lösungen gefragt, die einfach zu installieren und zu bedienen sind: „In diesem Bereich ist Denso Robotics weltweit Marktführer mit seinen vier- und sechsachsigen Montage-Robotern, die in einer durchgängigen Produktlinie verfügbar sind“, erklärt Cruz Lerma.
Mit Blick auf die vielseitigen Einsatzbereiche und um das eigene Portfolio zu komplettieren, lag es für Denso Robotics nahe, sein Angebot hin zu noch kleineren und einfachen Roboterlösungen zu erweitern. Eine Kooperation mit Yamaha bot sich an, da sich die Produkte perfekt ergänzen: So können zum Beispiel Yamahas Einachsen- und kartesische Roboter als zusätzliche Achsen innerhalb von Denso-Robotiklösungen eingesetzt werden. Auch die Synchronisation beider Systeme ist einfach, da für alle Produkte die Windows-basierende PC-Plattform ORiN2 als Middleware genutzt werden kann. Diese Software-Bibliothek dient unter anderem zur Einbindung verschiedener Automatisierungskomponenten. Cruz Lerma dazu: „Eine kombinierte Anlage lässt sich mit ORiN als Zwischen-ebene kaum einfacher realisieren. Denn ebenso wie ein Denso-Roboter lassen sich Achsen von Yamaha oder ein Feeder eines anderen Herstellers anschließen.“ Auch die große Ähnlichkeit der Programmiersprache beider Systeme sei für Anwender von Vorteil, da sie beim Einsatz von Yamaha-Robotern oder Achsen keine grundlegend neue Entwicklungsumgebung erlernen müssen. Damit ist auch eine grundsätzliche Anforderung von Denso Robotics erfüllt. Sowohl Anwender als auch Systemintegratoren sollen flexible, leicht bedienbare und zuverlässige Robotiklösungen angeboten werden, die den wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen – so die Vorstellung.
Yamaha passt zu Denso
Wer bei Yamaha Robotics an Motorräder denkt, liegt richtig, denn das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Yamaha Motor Company. Über 400 Mitarbeiter entwickeln Linearachssysteme, kartesische Systeme, und Scara-Roboter. Eine Neuentwicklung sind Achsen, die vom japanischen Hersteller zwar als Roboterachsen bezeichnet und in der Statistik vermutlich auch als Roboter gezählt werden, tatsächlich aber als Linearachsen gelten müssen. Diese Achsen allerdings weisen beachtliche Leistungswerte auf. Yamaha als Hersteller spricht von „Hochleistungsachsen“, bei denen Kosten und Leistung günstig kombiniert wurden.
Die kartesischen Roboter des japanischen Herstellers zeichnen sich nach Angaben des Kooperationspartners Denso durch Zuverlässigkeit und hohe Geschwindigkeiten bei gleichzeitiger Kompaktheit aus. Da diese Modelle einen sehr steifen Rahmen und eine besonders genaue Positionierungsfunktion haben, sollten sie auch für anspruchsvolle Anwendungen geeignet sein. Der Motor ist in die Struktur der Achse integriert, wodurch das Gerät kurz genug ist, um leicht in die Anlage eingefügt zu werden. Die kleinen Scara-Roboter des Herstellers hingegen sind eine interessante Option, wenn es auf kurze Taktzeiten und flexiblen Einsatz bei beengten Platzverhältnissen ankommt. Sie sind im Vergleich zum 6-Achsroboter sehr schnell und arbeiten sehr präzise.
Mit der Portfolioerweiterung ist Denso in der Lage, alle Anforderungen im Bereich kleiner Industrieroboter mit hochwertigen, kompatiblen und zuverlässigen Lösungen abzudecken: von der Montage über Bildverarbeitung, Qualitätssicherung, Pick-und-Place bis hin zu Verpackungsaufgaben. Alvarez Cruz Lerme: „Die Kombination der beiden Systeme bietet eine bisher unbekannte Lösungsvielfalt unter einem gemeinsamen Dach.“ Das Angebot umfasst nicht nur den Verkauf, die Lieferung und Installation, sondern auch die Kundenbetreuung und den technischen Support. Endkunden wie Systemintegratoren erhalten somit alle Leistungen aus einer Hand.
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