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Aufschwung! Aber wie steil?

Optimistisch sollte man aus zweierlei Gründen sein: Ein Aufschwung ist in Sicht und es ist wieder Zeit, Innovationen zu präsentieren. Das jedenfalls ist das Fazit der A&Q-Umfrage. Die Stimmung ist jedenfalls so gut, dass wir auf der Automatica mit einem Lächeln empfangen werden.

Frage 1: Warum sollte oder muss man derzeit als Automatisierer optimistisch sein?

Frage 2: National wie international berichten Branchenvertreter von „steigenden Verkaufszahlen seit dem 3.Quartal 2009“: Wie stark steigen aus Ihrer Sicht die Auftragseingänge und wie gut lässt es sich von der übrig bleibenden Marge leben?

Frage 3: Mit der vierten Auflage kommt die „Automatica“ in die Konsolidierungsphase. Was erwarten Sie von der Messe und was dürfen Besucher erwarten?

Joachim Melis

Geschäftsführer von Adept Technology, Dortmund

1. Die schlimmsten Zeiten haben wir hoffentlich hinter uns. Mit dem letzten Quartal waren wir bereits ganz zufrieden und erwarten, dass es 2010 weiter aufwärts geht.

2. Drittes und viertes Quartal 2009 zeigten bereits einen deutlichen Aufwärtstrend im Vergleich zum ersten Halbjahr. Eine Rückkehr zu Auftragseingängen, wie wir sie vor der Krise kannten, wird erst zum Ende 2010 erwartet. Das erste Quartal 2010 stimmt uns hier sehr positiv, wir haben den Auftragseingang im Vergleich zum dritten und vierten Quartal deutlich steigern können. Aufgrund der Krise und des einhergehenden Wettbewerbs sind die Margen selbstverständlich unter starkem Druck.

3. Die Automatica ist für uns die weltweit wichtigste branchenübergreifende Messe rund um die Robotik. Wir erwarten viele qualitativ hochwertige Gespräche mit konkreten Anfragen unserer Kunden. Im Mittelpunkt unseres Messeauftritts stehen einige Produktneuheiten: wie der Adept Cobra e-Vario, unser neuer Deltaroboter und eine interessante AnyFeeder-Version.

Markus Pfuderer

Geschäftsführer Pfuderer Maschinenbau, Ludwigsburg

1. Die Stimmung für Investitionen hellt sich gegenüber 2009 zumindest auf. Die Anfragen sind deutlich konkreter als in 2009. Automation für neue Produkte wird wieder gebraucht. Man kann davon sprechen, dass die Talsohle der Finanz- und Wirtschaftskrise durchschritten ist. Das Niveau von 2008 wird allerdings frühestens 2011 wieder erreicht sein. Das Thema Energieeffizienz durchdringt sehr stark die Produktion. Dies bietet mehr Möglichkeiten für servomechanische Antriebe und der Kunde betrachtet zunehmend mehr, nicht mehr nur die Investitionskosten, sondern vermehrt auch die Lebenszykluskosten einer Investition. Die Kunden investieren weil sie unter Kostendruck stehen.

2. Eine Marge lässt sich nur intern durch Standardisierung der Produkte und mechatronische Entwicklungsprozesse erwirtschaften. Darüber hinaus entscheiden nur die besten Projektierungen des Systemengineering über die Auftragseingänge.

3. Die Maschinen- und Anlagenbauer aus der Automation bekennen sich zu der klaren Struktur der Automatica mit ihren Systemlösungen. Nun müssen die internationalen Kunden, zumindest aus Europa kommen, die die Messe als Leitmesse beansprucht.

Reiner Hänel

Senior Product Manager Automation Systems - Robot bei Mitsubishi, Ratingen

1. Automatisierer können wieder optimistisch sein. Nach der wirtschaftlichen Talfahrt beginnen die Unternehmen langsam, aber sicher mit der Planung von Investitionen in die Zukunft. Automatisierung spielt da eine wesentliche, wenn nicht gar eine entscheidende Rolle. Zusätzlich eröffnen sich neben den klassischen Anwendungsfeldern aus der Verpackungs-, Bestückungs- und Schweißindustrie neue Möglichkeiten für Automatisierungslösungen. Als ein Beispiel hierfür sei die Medizintechnik genannt. Bei Mitsubishi Electric konzentrieren wir uns in diesem Zusammenhang auch auf produktübergreifende Lösungen, wie unserer iQ-Steuerungsplattform.

2. Die Auftragseingänge steigen in der Tat. Der Anstieg ist zudem erfreulicherweise sogar stärker als gedacht, so dass letztlich über die Stückzahlen die erforderliche Marge erwirtschaftet werden kann.

3. Die Automatica hat sich als wichtige Messe im Bereich Robotik entwickelt. Wir erwarten wieder ein fachkundiges Publikum, interessante Gespräche und die Anbahnung neuer Projekte.

Henrik A. Schunk

Geschäftsführender Gesellschafter Schunk, Lauffen

1. Weil moderne Komponenten und Lösungen Anwendern jede Menge Potenziale bieten. Die standardisierten Module und hocheffizienten Baugruppen von Schunk sorgen in allen Bereichen der Handhabung für Wirtschaftlichkeit und Prozesssicherheit. Genau das sind für Anwender die entscheidenden Erfolgsfaktoren der Zukunft.

2. Die Nachfrage nach unseren Modulen und Lösungen ist spürbar gestiegen. Das liegt zum einen an der aufkeimenden Konjunktur. Zum anderen an der hohen Leistungsdichte und Modularität der Komponenten von Schunk. Sie gewährleisten, dass Energieeinsatz und Produktivität in einem hervorragenden Verhältnis stehen. So sparen beispielsweise unsere Mikroventile bei pneumatischen Modulen Druckluft und Energie. Zugleich lassen sich mit ihrer Hilfe die Zykluszeiten spürbar verringern und die Produktivität erhöhen – ein enormer Effekt für relativ wenig Geld. Der Nutzen unserer Module ist für Anwender derart groß, dass Schunk sehr zuversichtlich in die Zukunft blickt.

3. Für Schunk ist die Automatica eine Plattform, um unsere Kompetenzführerschaft im Bereich der Greifsysteme unter Beweis zu stellen und Anwendern die Potenziale innovativer Handhabungslösungen zu präsentieren. Vier zentrale Themen sind uns dabei wichtig: Leichtbau, Ventiltechnik, Mechatronik und Leistungsdichte. Diese Leitthemen sind der Schlüssel, um Ressourcen effizient einzusetzen und zugleich die Produktivität zu erhöhen. Sie lohnen sich für unsere Kunden und für die Umwelt. Besonders sehenswert sind die richtungweisenden Leichtbaukonzepte aus Kohlenfaserverbundwerkstoffen, der leistungsstärkste Miniatur-Parallelgreifer, Lösungen fürs Schwerlasthandling sowie Spezialgreifer für Reinräume und für die Solarzellenfertigung.

Gerald Mies

Geschäftsführer Fanuc Robotics Deutschland, Neuhausen

1. Es hat sich gezeigt, dass gerade die Unternehmen mit einem hohen Automatisierungsgrad die Krise am besten überstanden haben. Diese Unternehmen konnten die Vorteile einer automatisierten Fertigung im Boom und auch in der Rezession in den Jahren 2008 und 2009 erleben. Wir gehen davon aus, dass die Automatisierungs- und Robotikbranche durch diese Erfahrungen und Erkenntnisse mit Sicherheit positive Effekte erfahren wird. In welchem Umfang sich diese auswirken werden und wie schnell die Effekte einsetzen ist allerdings noch offen.

2. Sowohl die Auftragseingänge in Deutschland als auch die Produktion in Japan zeigen eine positive Tendenz. So konnte die monatliche Produktionskapazität in Japan im Bereich der Robotik auf über 1.000 Stück gesteigert werden. In Bezug auf die Marge ist der zu verteilende Kuchen kleiner im Vergleich zum Jahr 2008 und dementsprechend sind auch die Margen niedriger.

3. Wir gehen davon aus, dass eine Steigerung in der Besucherqualität zu beobachten sein wird. Den Besuchern der vierten Automatica in München ist mittlerweile bekannt, dass diese Messe der Marktplatz für die Robotik und Automation ist und dass hier die entsprechenden Kontakte geknüpft und die Neuheiten der Branche vorgestellt werden. Fanuc Robotics wird den Besuchern das im Jahr 2008 bewährte Partnerkonzept vorstellen, allerdings auf größerer Fläche und in neuem Design. Es werden viele interessante Applikationen zu sehen sein, wie das Kofferhandling am Flughafen, die neuen Deltaroboter oder das Punktschweißen mit einer Leichtbauzange.

Heinz Gerteiser

Geschäftsführer ABB Robotics, Friedberg

1. Zahlreichen Studien zufolge ist das Potenzial in der Automatisierung noch lange nicht ausgeschöpft. Zudem sind das Automatisieren von Prozessen und die damit einhergehende Produktivitätssteigerung gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig, um sich im globalen Wettbewerbsumfeld zu behaupten. Die Erkenntnis: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“, gilt in aktuell hohem Maße für Roboteranwendungen. Denn je umfassender ein Roboter Automationsaufgaben übernimmt, desto stärker kann er die Qualität und Produktivität von Prozessen sowie deren Ergebnisse steigern. Beides geht in Energie- und Kostenvorteile ein und ergibt so geringere Umweltbelastungen.

2. 2009 war ein extremes Jahr für die Roboterbranche mit entsprechenden Ergebnissen. Eine Belebung der Konjunktur ist spätestens in 2010 in allen Industriezweigen spürbar, das zeigt sich selbstverständlich auch an den Auftragseingängen.

3. Die Automatica ist für uns klar die „Leitmesse“. Der zweijährige Turnus der Messe entspricht dem Innovationszyklus der Branche und unterstützt die Rolle der Automatica als Impulsgeber der Roboterindustrie. Die Messe erfüllt für uns alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Veranstaltung: Fokussierung auf Kernfelder, interessantes Rahmenprogramm, Steigerung der Ausstellerzahlen sowie ein gutes Besuchermarketing. Speziell für die Automatica 2010 erwarten wir neue Impulse für die Branche. Unsere Besucher können sich wieder einmal auf ein ganz besonderes Erlebnis freuen: ABB Robotics präsentiert sich rund um das Thema Energieeffizienz und illustriert das Thema „Green Automation“ in vielen Facetten. Dabei geht es nicht nur um energie- und ressourcenschonende Produktion, sondern auch um die Rolle der Robotik als Schlüsseltechnologie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien gegenüber herkömmlichen. Auf der Automatica stellen wir hierzu eine absolute Weltpremiere vor.

Marcel Woiton

Geschäftsführer Rockwell Deutschland, Haan

1. Bereits gegen Ende des letzten Jahres war die Stimmung auf den Messen wieder etwas positiver, und dieser Trend hat sich 2010 weiter fortgesetzt. Die Bereitschaft, Investitionen zu tätigen, steigt wieder, nicht zuletzt natürlich auch deshalb, weil Unternehmen und Maschinenbauer stärker denn je gefordert sind, Maschinen und Produktionsanlagen hinsichtlich Leistung, Energieverbrauch und natürlich Kosten zu optimieren. Für eine ‚werksweite Optimierung‘ sind durchgängige Lösungen gefragt, die Steuerung, Leistung, Kommunikation und IT im gesamten Unternehmen zusammenführen. Als weltweit aktiver Komplettanbieter mit starken Partnern wie Cisco und Microsoft können wir diese Lösungen aus einer Hand bieten.

2. Die Belebung auf dem Markt ist deutlich zu spüren, im ersten Quartal 2010 hat das Geschäft wieder deutlich angezogen. Wir erwarten, dass sich diese positive Entwicklung auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzt und die Grundlage für weiteres Wachstum in 2011 schafft.

3. Rockwell Automation ist auf der Automatica am PEC-Partnerstand vertreten, Besucher erfahren daher vor allem mehr über unser Angebot für OEMSs in der Verpackungsbranche. Generell rechnen wir damit, dass auch in München die positive Stimmung der letzten Monate spürbar wird.

Manfred Gundel

Geschäftsführer Kuka Roboter, Augsburg

1. Robotik und Automation waren in den vergangenen 20 Jahren die mit am stärksten wachsenden Branchen und sind es auch nach wie vor. Unternehmen müssen immer flexibler und effizienter werden – die Automatisierungsindustrie liefert hierfür die passenden Werkzeuge. Ich bin sicher, dass die weltweit wahrnehmbaren Trends wie Nachhaltigkeit, fortschreitende Industrialisierung und der demografische Wandel auch die Robotikindustrie für viele weitere Jahre vorantreiben werden:

2. Im Vergleich zu 2008, einem der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte der Robotik, brachen in 2009 die verkauften Stückzahlen von Industrierobotern weltweit um bis zu 50 Prozent ein. Von diesen stark rückläufigen Märkten war Kuka Roboter nicht so stark betroffen, so dass wir Marktanteile dazu gewinnen konnten. Nach Amerika und Asien ziehen nun auch die Märkte in Europa wieder merklich an – mit bis zu zweistelligen prozentualen Zuwächsen bei den Auftragseingängen. Wenn es so positiv weitergeht, wird der Rückgang vom letzten Jahr schneller aufgeholt, als es vorhergesehen wurde. Ich denke aber nicht, dass dies schon im Jahr 2010 geschehen wird. Die Kuka Roboter allerdings ist sehr zuversichtlich, wieder an die Roboterstückzahlen des Rekordjahres 2008 anschließen zu können.

3. Von der „Automatica“ erwarte ich eine deutliche Signalwirkung. Zum einen für die Automatisierung von neuen Bereichen in der Produktion, die bisher nicht automatisiert werden konnten, wie zum Beispiel in der Montage. Zum anderen im Bereich Sicherheit, um die barrierefreie Zusammenarbeit von Mensch und Maschine weiter voranzutreiben. Besucher können sich darauf freuen, dass sich Kuka als der Roboterhersteller präsentieren wird, der sich der Vereinfachung der Robotik in allen Dimensionen konsequent verschrieben hat. Auf der Automatica werden wir dies mit mehreren Weltpremieren beweisen. Kuka wird zwei neue Roboterserien und eine neue Steuerungsplattform vorstellen.  Die neue Robotersteuerung erreicht einen bisher nicht vorstellbaren Grad an Sicherheit im Bereich Mensch-Maschine und eröffnet neben neuartigen Lösungsansätzen auch ökonomische Spielräume durch den Wegfall von herkömmlichen Sicherheitsmaßnahmen.

Volker Spanier

Leiter Factory Automation der Epson Deutschland, Meerbusch

1. Im letzten Jahr sind aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen viele Automatisierungsprojekte aufgeschoben worden. Dieser Investitionsstau beginnt sich langsam aufzulösen. Wir spüren diese Entwicklung bereits konkret bei den Auftragseingängen. Aus diesem Grund haben wir unseren mittelfristigen Forecast schon optimistischer angelegt.

2. Es ist aus unserer Sicht nicht möglich vorherzusagen, wie sich der Auftragseingang verhalten wird. Obwohl eine Erholung der Wirtschaft spürbar ist, kann Stand heute niemand eine zuverlässige Prognose geben. Die Automatica Messe wird uns sicher wichtige Indikatoren für die mittelfristige Entwicklung geben.Da Epson ein breites Portfolio an Automatisierungslösungen anbietet, können wir uns flexibel auf die Märkte einstellen. Zudem sind aus unserer Sicht die Unternehmen bereit, einen angemessenen Preis für gute Leistung zu zahlen. Der Satz, dass preiswert nicht synonym zu billig ist, gilt in der Branche mittlerweile als Binsenweisheit.

3. Wir verstehen die Automatica primär als eine Messe der Begegnung, der Kommunikation, der Konzepte und Planung. Wir erwarten daher von der Messe eine Anzahl interessanter Begegnungen mit Kunden, sowohl bestehender als auch neuer, mit denen wir uns austauschen und von denen wir über ihre Anwendung lernen können.

Manfred Hübschmann

Geschäftsführer Stäubli Tec-Systems, Bayreuth

1. Ein Quantum Optimismus kann eigentlich keiner Industrie schaden und der im zurückliegenden Jahr arg gebeutelten Automatisierungsbranche schon gar nicht. Zum Glück gibt es seit einiger Zeit aus nahezu allen Bereichen der Automatisierungstechnik wieder positive Signale zu vermelden, so dass für verhaltenen Optimismus auch wirklich Anlass besteht. Besonders freuen würden wir uns allerdings, wenn auch unsere Kunden wieder optimistisch in die Zukunft blicken könnten und sich deren Geschäft stabilisiert, da nur so ein nachhaltiger Aufschwung entstehen kann.

2. Die überwiegende Mehrheit der „Branchenvertreter“ der Robotik + Automation dürfte von ihren Verkaufszahlen aus dem dritten Quartal 2009 alles andere als begeistert sein. Traditionell kommen Stäubli Roboter in vielen Hightech-Branchen wie der Pharma-, Medizin und Halbleiterindustrie zum Einsatz, die von der Krise weit weniger oder gar nicht betroffen waren, was uns natürlich zu Gute kam. Derzeit verzeichnen wir wieder allmählich steigende Auftragseingänge über alle Branchen hinweg, doch wird es ganz sicher lange dauern, ehe das Niveau der letzten Jahre wieder erreicht sein wird.

3. Die Automatica wird es sicherlich nicht einfach haben in diesem Jahr. Wir hoffen, dass es dem Veranstalter gelingt, möglichst viele qualifizierte Fachbesucher aus dem In- und Ausland nach München zu bringen. Der Messeauftritt geht für die Aussteller mit einem immensen Aufwand einher, der sich natürlich rechnen sollte. An unserem Messestand präsentieren wir in diesem Jahr einige wegweisende Innovationen, darunter einen neuen Lackierroboter sowie unsere jetzt komplettierte Baureihe ultraschneller Scaras. Lassen Sie sich überraschen.

Thomas Samarzija

Manager Robotics bei Comau Deutschland, Böblingen

1. Wir registrieren in den ersten drei Monaten 2010 eine Erholung des Geschäfts und hoffen auf eine Fortsetzung dieses Trends. Zuversichtlich stimmt uns auch, dass bei der technologischen Weiterentwicklung die Automatisierung und gerade der Bereich Robotics eine treibende Kraft ist. Ob Nutzung erneuerbarer Energien, Elektromobilität, Energieeffizienz oder intelligente Infrastrukturen - überall wächst der Anteil der Automatisierung. In vielen Branchen und Unternehmen ist das Automatisierungspotenzial noch nicht ausgeschöpft oder gestartet. Wir spüren positive Signale vom Markt - die Auftragseingänge steigen wieder. Auch die anstehende Messe Automatica in München, auf der neue innovative Roboterprodukte und Automatisierungslösungen vorgestellt werden, kann hier sicherlich einen erheblichen Anteil zum Anstarten zukünftiger Investitionen beisteuern. Gestützt wird der Optimismus ebenfalls durch die Zahlen des VDMA, die auf eine Erholung in 2010 deuten.

2. Bei Comau Robotics haben wir im ersten Quartal einen steigenden Auftragseingang im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen. In wie weit sich jedoch der Trend stabilisiert und für das gesamte Jahr 2010 so weiter fortsetzt, ist aktuell noch schwer abschätzbar und von diversen Faktoren abhängig. Generell ist aber eine positive Trendwende im Auftragseingang zu erkennen. Wie sich mit den Margen leben lässt, ist sehr stark von den unterschiedlichen Unternehmensstrukturen und Organisationen abhängig.

3. Nur die Automatica bietet die komplette Übersicht im Bereich der Robotik und Automation. Besucher können von Comau Robotics neue und innovative Produkte wie die neue Robotersteuerung erwarten und erleben. Wir erwarten hier, dass die Automatica sich wie in den vergangenen Jahren weiter als die Leitmesse im Bereich der Automatisierung etabliert. Sie bietet den Vorteil, dem Fachbesucher eine komplette Übersicht über Produkte und Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette seines Unternehmens zeigen zu können.

Dr. Wolfgang Janssen

Geschäfts­führer Carl Cloos Schweißtechnik, Haiger

1. Sicher hat die konjunkturelle Krise auch die Automatisierungsbranche nicht unerheblich in Mitleidenschaft gezogen. Gleichwohl gehört die Automatisierung von Produktionsprozessen seit vielen Jahren zu den branchenübergreifenden Megatrends weltweit. Selbst in Ländern mit vergleichsweise geringem Lohnniveau wird in Robotik und Automatisierungstechnik investiert. Neben dem Ziel einer kontinuierlichen Leistungs- und Produktivitätssteigerung wird durch die Automatisierungstechnik auch dem Ziel der Humanisierung des Arbeitsplatzes – eine immer bedeutsamer werdende Verantwortung – Rechnung getragen.

2. Die Krise hat das Markt- und Wettbewerbsumfeld in den letzten zwei Jahren entscheidend verändert. Der Kunde prüft heute sehr genau, welches Werkzeug ihn in seinem Produktionsprozess optimal unterstützt. Während die Wachstumsimpulse in den vergangenen Monaten noch stark vom Ersatz- und Verschleißteilgeschäft geprägt waren, führt die Nachfrageaktivität bei Neuinvestitionen zur guten Auslastung bei den die Angebote bearbeitenden Abteilungen. Nach der „Dürrezeit“ bemühen sich jetzt alle Marktbegleiter um die zu vergebenden Aufträge. Hier honoriert der Kunde nicht unbedingt das „Billigangebot“, sondern Kompetenz und Leistung vom Lösungskonzept bis zur kompletten Umsetzung.

3. Die „Automatica“ hat sich als kompetente Fachmesse um Robotik und Automatisierung in den letzten Jahren etabliert. Der Kunde findet hier eine hervorragende Plattform auf der innovative Produkte für die Roboter- und Automatisierungstechnik konzentriert präsentiert werden. Dem Anwender bietet die Messe gerade jetzt in der sich langsam belebenden Konjunktur die Chance, im Gespräch mit Entwickler und Lieferant der Automatisierung neue Impulse zu bekommen, um seine Produktionsprozesse zu optimieren. Dies gilt umso mehr, da die Branche die Zeit der Investitionsflaute für Innovationen genutzt haben dürfte. Der Kunde darf auf die Signale, die von der diesjährigen „Automatica“ ausgesandt werden, gespannt sein.

Dr. Stefan Gehlen

Geschäftsführer VMTBildverarbeitungssysteme, Mannheim

1. Nahezu alle Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaft schneller als gedacht von der Krise erholt. Beispielsweise meldet die Automobilindustrie deutlich steigende Verkaufszahlen im ersten Quartal 2010. Deutliche Wachstumsimpulse für unsere Branche erwarte ich vor allem aus dem Ausland, insbesondere aus den USA und China. Automatisierungskomponenten und -lösungen „Made in Germany“ sind im weltweiten Vergleich weiterhin Trendsetter, insbesondere was die Leistungsfähigkeit und Qualität der Produkte und Dienstleistungen betrifft. Der im Vergleich zu den Vorjahren signifikant niedrigere Eurokurs hilft der Exportwirtschaft zusätzlich.

2. Zunächst möchte ich den positiven Trend der Verkaufszahlen seit dem dritten Quartal 2009 sowohl für unser Unternehmen, der VMT Bildverarbeitungssysteme, aber auch für die gesamte Pepperl+Fuchs-Gruppe bestätigen. Die Frage nach der Profitabilität ist in der Tat eine äußerst wichtige. Gerade im Maschinen- und Anlagensektor hat es in den vergangenen beiden Jahren aufgrund des weltweiten Auftragsrückgangs teilweise sehr signifikante Preisnachlässe der anbietenden Unternehmen gegeben. Es wird für die Automatisierungsindustrie entscheidend sein, dass man hier schnell zu einem vernünftigen und wirtschaftlichen Niveau zurückfindet.

3. Die Besucher dürfen sich auf ein breites Angebot und auf eine Vielzahl von Innovationen freuen. Die VMT Bildverarbeitungssysteme hat wie viele der Automatica-Aussteller in den vergangenen beiden Jahren erheblich in Weiterentwicklungen und Innovationen investiert. Für den Bereich der industriellen Bildverarbeitung erwarte ich deutliche Impulse aus dem Bereich der 3D-Bilderfassung, beispielsweise durch moderne Lasersensoren. Auf dem Stand der VMT werden sogar zwei Anwendungen, die auf dieser Messtechnik beruhen, für die Bereiche Montage („Best-Fit“) und Lackierung/Sealing (robotergeführte Feinnahtabdichtung) gezeigt.

Dr. Eberhard Kroth

Geschäftsführer Reis Robotics, Obernburg

1. Automatisierer wie Reis Robotics, die ihren Kunden innovative Gesamtlösungen anbieten können, dürfen optimistisch in die Zukunft blicken. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf den beiden Aspekten „Innovation und Gesamtlösung“. Durch die Roboter- und Robotersteuerungsentwicklung im eigenen Haus besteht ein sehr enges Feedback zwischen den Anforderungen und der Funktionalität unserer Produkte. Dies ist der Schlüssel zu einer sehr hohen Innovationskraft. Andererseits hat Reis Robotics die notwendige Kompetenz zur Abwicklung von Großprojekten im zweistelligen Millionenbereich.

2. Unsere derzeitige Auslastung gibt uns bereits heute wieder die Möglichkeit, an verschiedenen Stellen Personalaufstockungen vorzunehmen. Sicherlich sehen wir uns mit einem starken Preisdruck konfrontiert. Im Hause Reis Robotics haben wir jedoch bereits seit 2007 durch den konsequent betriebenen Wandel unseres Unternehmens, vom Maschinenbaubetrieb zur mechatronischen Firma, die Möglichkeit geschaffen, komplexe und große Automationsanlagen kosteneffektiver und in wesentlich kürzeren Zeiten zu realisieren.

3. Der Besucher der Automatica wird ähnlich wie in den letzten drei Ausstellungsjahren wieder sehr viele innovative Automationslösungen finden. Nur ein Beispiel hierfür ist das Thema „Green Automation“. Auch bietet die zeitgleich stattfindende Intersolar dem Besucher die Möglichkeit, sich über Neuerungen in der Photovoltaik zu informieren. Besonders für Reis Robotics ist diese Kombination ideal, da wir in den letzten Jahren durch innovative Automationslösungen für die Solarmodul-Produktion viele neue Kunden gewinnen konnten.

Michael Blaß

Prokurist und Vertriebsleiter Energiekettensysteme Deutschland igus, Köln

1. Nach knapp eineinhalbjähriger Durststrecke ist wieder ein leichter Aufschwung spürbar im deutschen Anlagen- und Roboterbau. Die Investitionen steigen an, so zum Beispiel in der Automobilindustrie oder auch bei erneuerbaren Energien. Interessant ist auch, dass – neben der Forderung nach Lieferschnelligkeit – das Systemgeschäft anzieht. Dazu hat igus seine Konfektionierung jetzt um 30 Prozent vergrößert. Kurzum: Wir glauben all diese Anzeichen deuten daraufhin, dass die jüngste Entwicklung nachhaltig sein wird.

2. Bei igus steigen die Geschäfte seit Oktober letzten Jahres wieder deutlich an. Wir erleben eine starke Belebung bei den Auftragseingängen. Entsprechend investiert igus weiter massiv in Lager, neue Produkte und Werkzeuge, mit denen Kunden Prozesskosten sparen. Durchschnittlich waren in den letzten Monaten 97 Prozent aller 80.000 Katalogartikel sofort verfügbar. Das ist ein Muss, um die Baugruppen nach Kundenwunsch innerhalb von Stunden zu montieren und zu versenden.

3. Wir freuen uns auf viele Besucher auf unserem Messestand. Igus zeigt dort über 80 Neuheiten. So etwa die erste kontinuierlich umlaufende Energiekette der Welt, die „C-Kette“, oder auch das „TwisterBand“, mit dem sich Leitungen auf engstem Raum um 3.000 Grad drehen lassen – acht Mal um die eigene Achse. Weiter sind ein neues Lowcost-Chemielager sowie schmierfreie Lineartische mit neuem Schnellverschluss zu sehen.





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