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Schlagkraft inklusive

Motoman oder besser Yaskawa macht ernst. Zur Automatica 2010 soll eine neue Organisationsstruktur greifen. Das Unternehmen wird dann eine einheitliche, europaweite Struktur für alle Bereiche haben und damit an Schlagkraft gewinnen.

Bislang ist von der neuen Struktur noch nicht viel bekannt. Im Automatica-katalog firmiert Motoman allerdings schon unter neuem Namen: Yaskawa Europe GmbH Robotics Business Sector, Allershausen. Um die Neuerung zu verkünden, kommt der General Manager des Roboterbereichs von Yaskawa, Yoshikatsu Minami, eigens nach München. Das lässt darauf schließen, dass nicht nur eine neue Abteilung vorgestellt werden soll. Die Veränderungen, verspricht Koichi Takamiya, CEO der Motoman robotec GmbH, werden für den kleinen und mittelständischen Kunden in Deutschland keine spürbaren Auswirkungen haben. Die neue Struktur solle vor allem das internationale Geschäft stärken: „Wir werden noch schlagkräftiger als bisher aufgestellt sein“, verspricht Wilhelm Seitz, Geschäftsführer der Motoman robotec, als Konsequenz der neuen Organisation. Weiter will er der Präsentation seines Präsidenten in München nicht vorgreifen. Jedenfalls wolle man nun auch in Europa der führenden Marktposition gerecht werden. Mit 210.000 verkauften Robotern (Stichtag Ende 2009) sieht sich das Unternehmen weltweit als führenden Roboterhersteller. Die Eigenschaft „schlagkräftiger“ muss Seitz im Redaktionsgespräch jedoch schon erklären. „Auf jeden Fall werden wir Synergien aus einzelnen Bereichen besser nutzen. Wir werden zudem unsere Ressourcen zielgerichteter einsetzen.“

Alles unter Yaskawa-Dach

Was das konkret heißt, sagt Tilo Dobmeier, zuständig für technische Beratung und Vertrieb Painting und Business Development: „Wir werden auf der Automatica einen Serviceroboter zeigen und das zum ersten Mal in Europa.“ Bislang hatte der zweiarmige Serviceroboter lediglich Auslauf auf der International Robot Exhibition, IREX, in Tokio. Dort erfreute er die Besucher mit selbstgebackenen Pfannkuchen.

Wie die Gesellschaft zukünftig firmieren wird, ist derzeit noch nicht publiziert. Technologisch ist sicher, dass Motoman (nennen wir das Unternehmen bis zur „Automatica“ noch so) einige scharfe Pfeile im Köcher hat. Zukünftig soll die allgemeine Industrie noch stärker als bisher in den Fokus der Aktivitäten rücken. Da kommt der neue, fünfachsige Picking & Packing Roboter MPK2 gerade recht. Erste Informationen über den 2 kg-Roboter gab es bereits zur Fachpack im vergangenen Jahr. „Mit dem Packer haben wir eine Superlösung gefunden, die es bislang so am Markt noch nicht gab“, ist sich Seitz sicher. Mit einer Reichweite von 900 mm soll der Roboter „best in class“-Achsgeschwindigkeiten erreichen. Das wird auch notwendig sein, denn Motoman schickt den Roboter ins Rennen mit bekannt schnellen Delta-Maschinen. Für den Antrieb sorgen – Premiere bei Industrierobotern – drei Motoren in den drei Grundachsen. Um den Roboter trotzdem schlank zu halten, hat man bei Yaskawa eigene Motoren entwickeln lassen – gut, wenn man diese Kompetenz im eigenen Haus hat.

So richtig will Seitz den MPK2 dennoch nicht mit den Deltarobotern verglichen wissen, „denn der Bewegungsbereich dieses Fünfachsers ist deutlich größer.“ Damit könnten nicht nur „zweidimensionale“ Pickaufgaben erledigt werden, sondern komplette Kommissioniervorgänge und das mit versprochenen 133 Zyklen pro Minute.

Kein Wettbewerb um den stärksten Roboter

Der Roboter ist ein weiterer Beleg für die erweiterte Marktstrategie von Motoman. Seitz: „Wir haben zwei Vertriebswege. Wir verkaufen Roboter als einzelnes Produkt an unsere Systempartner, aber auch als schlüsselfertige Schweißanlagen.“ Nicht nur für Anwendungen des MPK2 will Motoman die „General Industry“ stärker angehen.

Dabei ist dieses Marktsegment schon bislang attraktiv. Alleine in Deutschland werden rund 1.000 Roboter pro Jahr für Applikationen eingesetzt, bei denen es nicht um Schweißen geht. Zurückhaltend gibt man sich bei Motoman, wenn es um die Frage geht: Wer baut den stärksten Roboters? Bei Sechsachsern jedenfalls sei ein 600/700 kg-Gerät derzeit die wirtschaftliche Obergrenze. Dafür soll es einen Nachfolger geben, der aber vermutlich erst 2011 kommen wird.

Bei „Green Automation“ spielt Motoman nach eigener Aussage ganz vorne mit. Aus mehreren Gründen, wie Wilhelm Seitz sagt: „Mit Yaskawa als Motorenlieferant unserer Roboter können wir die Richtung energiesparender Antriebe direkt beeinflussen.“ Die Entwicklung kleinerer, gleichwohl leistungsstarker Roboter sei jedoch mindestens ebenso „green“, denn entweder lassen sich bei gleicher Leistung kleinere Roboter einsetzen, die zudem bei der Ressource „Platz“ Einsparpotenzial haben, oder die Roboter liefern bei gleicher Größe eben mehr Leistung.

Der Clou bei Motoman ist eine Art Start-Stop-Funktion. Dobmeier: „Arbeitet der Roboter nicht, verbraucht er auch keinen Strom.“ Der Gefahr, ohne Strom auch die Position zu verlieren, begegnet man mit einer intelligenten Funktion im DX-Controller, bei der die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist.

Beherrscht wird der Messestand von Motoman sicher durch die Demonstrationszelle, in der acht Roboter an einer Steuerung arbeiten. Da heißt es für die Blechspezialisten genau hinschauen, denn zum ersten Mal gibt es in München die siebenachsigen Schweißroboter zu sehen. Marketingmäßig waren die Roboter – jedenfalls der VA1400 - bereits im vergangenen Herbst vorgestellt worden. „Tomorrows robotics today“, zitiert Wilhelm Seitz den aktuellen Motoman-Slogan dazu.

www.motoman.eu

 



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