Produkt- & Firmensuche

Produktsuche:

Firmensuche:

Suchtext:

[ zurück ]

Kampfansage im Schaltschrank

Jahrelang lebten die Lieferanten von Steuerungen in unterschiedlichen Welten und alles war bestens. CNC-Steuerungen waren strikt getrennt von den Controllern der Robotik und den SPS. Aus und vorbei - wie Walter Burgstaller, International Sales Manager bei B&R, anhand der Applikation bei Alfa Romeo plausibel macht.

A&Q: Vor knapp zwei Jahren gab B&R die Kooperation mit Comau bei der steuerungstechnischen Ausstattung von Robotern bekannt. Im vergangenen Jahr gab es einen ersten Bericht aus der Praxis bei Alfa Romeo. Warum ist das in Ihren Augen ein Erfolgsbericht?

Burgstaller: In Zusammenarbeit mit Comau haben wir eine optimierte Automatisierungslösung geschaffen, die den Anforderungen der Automotive Industrie bestens gerecht wird. Aus B&R Perspektive ein weiterer wichtiger Schritt, die eigene Technologie erfolgreich in dieser Industrie zu platzieren. Der Erfolgsbericht Alfa Romeo zeigt, dass B&R-Standardkomponenten den Anforderungen derart anspruchsvoller Applikationen mehr als gerecht werden.

A&Q: Wie sieht der Zeitplan für die weitere Entwicklung aus?

Burgstaller: Es stehen mehrere gemeinsame Projekte an. Ein strategisches Projekt mit Comau ist die Einführung der integrierten sicheren Antriebstechnik. Diese ermöglicht Funktionen wie eine sichere Position oder auch eine sichere Geschwindigkeit ohne zusätzlichen Hardwareaufwand. Die Roboter werden in Zukunft noch flexibler auf die Bedürfnisse des Endkunden eingehen können. Wir bei B&R reden hier von „Smart Safe Reaction“.

A&Q: Welche Bedeutung hat ‘Powerlink’ für die Anlage bei Alfa Romeo?

Burgstaller: Für Comau bringt ‘Powerlink’ die Reduktion von bisher mehreren verschiedenen Bussystemen auf nur ein einziges Bussystem. Dies betrifft auch Safety Komponenten. ‘Powerlink’ wird heute schon als Sicherheitsbus eingesetzt und ist TÜV-zertifiziert mit SIL3. Für Alfa Romeo bedeutet ‘Powerlink’ völlige Offenheit, was gerade bei Produktionswerken mit bestehender Infrastruktur wichtig ist. B&R unterstützt alle gängigen Feldbusse über ‘Powerlink’. Das heißt, bei Bedarf kann Alfa Romeo einfach Profibus, Profinet, CANopen, DeviceNet, EthernetIP und andere Bussysteme anbinden.

A&Q: Nun ist die Anlage in der Automobilindustrie groß und der Mittelständler fragt sich: Was habe ich davon? Was würden sie dem Mittelständler antworten? Wie „klein“ kann oder darf eine Anlage sein, damit sich ‘Powerlink’ noch lohnt?

Burgstaller: Der Mittelständler profitiert genauso von den zuvor genannten Argumenten. Weniger Feldbusse bedeutet einfachere Wartung und ‘Powerlink’ bedeutet bessere Diagnose. Hot Plugable Stationen wiederum bedeuten Wartung ohne Produktionsstillstand. Automatische Konfiguration bei Komponententausch heißt Service in der Nachtschicht ohne spezielle Tools oder Warten auf den Profi. Die Liste der Vorteile ist lang. ‘Powerlink’ rechnet sich auch für kleine Anlagen.

A&Q: Comau fordert für seine Roboter einen zuverlässigen 24/7 Betrieb. Warum schreckt Sie das nicht als Lieferant von wesentlichen Komponenten der Steuerungstechnik?

Burgstaller: Unsere Produkte sind speziell für den industriellen Einsatz designed. Das bedeutet automatisch 24/7 Betrieb. Im Laufe unserer 30-jährigen Firmengeschichte konnten wir stets die Zuverlässigkeit und hohe Qualität unserer Produkte bei unseren weltweiten Kunden und Endkunden erfolgreich unter Beweis stellen.

A&Q: B&R macht ja nicht nur die Verknüpfung von einzelnen Achsen und Maschinen, sondern greift mit Subsystemen tief in das Anlagenkonzept ein. Was können Sie besser als ein Roboterhersteller in der Steuerungstechnik?

Burgstaller: B&R bietet eine starke Plattform mit erweiterten Systemfunktionen, die Roboterhersteller noch besser als in der Vergangenheit bei der einfachen Umsetzung von Applikationen unterstützt. Wir wollen, dass sich der Kunde auf sein Kern-Know-how konzentriert und nicht auf das System selbst und damit wertvolle Zeit verliert. Im Zuge der Kooperation mit Comau ist uns das bestens gelungen.

A&Q: Ihre Initiative ist eine Kampfansage an Siemens, Fanuc und Co. Welche Bedeutung haben dann Partner wie Comau bei der Eroberung der Schaltschränke?

Burgstaller: Partner wie Comau haben eine langjährige Erfahrung und kennen die Bedürfnisse des Marktes. Das gibt uns wichtige Inputs für die kontinuierliche Produktentwicklung. Die besondere Stärke unseres Systems liegt in der Offenheit. Anpassungen an die Bedürfnisse der Kunden sind - verglichen mit anderen Systemen - sehr einfach zu bewerkstelligen.

A&Q: B&R will die Quadratur des Kreises erreichen und zwei Welten der Automation verschmelzen. Welche Seite wird aufgebrachter sein, CNC- oder SPS/Robotik-Hersteller?

Burgstaller: Wir vereinheitlichen und harmonisieren konsequent die Welten von CNC, SPS und Robotik. Die übliche Unterscheidung dieser Bereiche gilt in der B&R-Welt nicht mehr. Durch diesen innovativen Ansatz haben wir bereits weitere Marktanteile gewonnen.

A&Q: Es heißt, B&R habe den baulichen Aufwand im Comau-Schaltschrank um 30 Prozent reduzieren können. Auf welche Komponenten bezieht sich die Einsparung?

Burgstaller: Ermöglicht wurde dies aufgrund des kompakt und modular aufgebauten Multiachssystems ACOPOSmulti sowie der direkten Integration eines Core 2 Duo Industrie-PC im Formfaktor des Multiachssystems. Auch der Einsatz unseres X20 I/O-Systems trug wesentlich dazu bei, deutlich Platz einzusparen. In Summe ermöglicht die kompakte Bauweise dieser Komponenten eine Einsparung von 30% bei nur einem Roboter. Sie können sich vorstellen, was das bei einem Werk mit mehreren hundert Robotern bedeutet.

A&Q: In der jüngeren Zeit haben Multirobotsysteme mit mehreren Robotern an einer Steuerung für Schlagzeilen gesorgt. Welche Lösung kann B&R hier alternativ anbieten? Gilt die Lösung für eine begrenzte Zahl von Achsen?

Burgstaller: Die Grenzen sind mehr virtuell als real. Diese liegen irgendwo bei 1.250 Achsen. Unser Konzept ist genau darauf ausgerichtet, mit nur einer Steuerung mehrere Roboter zu realisieren. Dies wird sowohl von der Hardware als auch von der Software entsprechend unterstützt. Doch wir sind bereits einen Schritt weiter. Die Robotersteuerung kann z.B. direkt in die Automatisierung einer Verpackungsmaschine oder eines End of Line-Systems integriert werden. Der Einsatz des B&R-Systems für eine Robotersteuerung bietet Vorteile bei der Synchronisierung der Maschine und des Roboters und führt zu entsprechenden Kosteneinsparungen.

A&Q: Welche Ergebnisse werden zur Hannover Messe und zur Automatica 2010 vorgestellt?

Burgstaller: Ende der 90er Jahre haben wir mit der Aufnahme digitaler Servoumrichter in unser Produktportfolio einen wichtigen Schritt im Bereich der Antriebstechnik gesetzt. Heute verfügt B&R über ein breites Produktspektrum für jegliche Arten von Umrichtern und Motoren. Nun gehen wir den nächsten Schritt im Mechatronik-Bereich. Das bedeutet, dass wir motorintegrierte Getriebe anbieten. Unsere Kunden sind es gewohnt, von B&R nicht nur Komponenten zu beziehen, sondern auch Gesamtlösungen. Mit der Einführung von Getrieben werden wir dieser Anforderung noch besser gerecht.

www.br-automation.com

 



Druckansicht
Seite an einen Freund senden

Publikationen

 BLECH
 EuroLaser
 Konstruktion & Entwicklung
 NC-Fertigung


Fachmessen

17.04.12-20.04.12
PaintExpo
Internationale Leitmesse für industrielle Lackiertechnik
Veranstalter: FairFair GmbH
(Karlsruhe)

23.10.12-25.10.12
parts2clean
Internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung
(Stuttgart)

alle Termine im Überblick


Veranstaltungen / Hausausstellungen

alle Termine im Überblick