Nicht nur Alfisti, die Fans von Alfa Romeo, verbinden die
Marke mit dem höchsten Vorwärtsgang. Stillstand hat da keinen Platz. Damit das in der Produktion so ist und bleibt, wurden im Rohbau des Modells MiTo neue Wege hinsichtlich Antriebstechnik und Vernetzung gegangen.
Alfa will den Markt wieder einmal aufmischen – wenigstens in der Nische der Lifestyle-Kleinwagen. Mini ist der auserkorene Gegner. Mit dem Modell MiTo haben die Italiener auch eine starke Waffe. Nicht nur verbal will Alfa an Glanzzeiten anknüpfen. Denn MiTo steht einerseits für Milano und Torino. Alfa ist in Mailand zuhause, der Mutterkonzern Fiat in Turin. Andererseits bedeutet Mito im Italienischen „Mythos“. Und die Alfisti sind davon überzeugt, dass die Namensgebung ausschließlich auf dem Mythos beruht. Und damit aus der Marketingabteilung der Automobilwelt zurück zur Technik und Automation – die durchaus ebenfalls begeistern dürfen.
Zukunftsfähige Automation
Ausrüster der Rohbau und Montagelinie für den MiTo ist Comau. Der Anlagenbauer und Roboterhersteller gehört wie Alfa Romeo zum Fiat-Konzern. Comau sagt über sich selbst, schon immer auf kundenspezifische Automatisierungslösungen gesetzt zu haben. Doch diese spezifischen Lösungen haben auch ihre Schattenseiten was beispielsweise die kontinuierlichen Weiterentwicklungen betrifft. Gerade in der Automatisierung sind die Entwicklungszyklen ausgesprochen kurz, so dass ständig verbesserte Technologien, die noch mehr Wirtschaftlichkeit gewährleisten, etabliert werden. Eine spezifische Lösung kann hier schnell „alt“ aussehen, denn jede notwendige Anpassung oder Weiterentwicklung schlägt sich bei der Gesamtkostenbetrachtung negativ zu Buche. Doch erfüllen Standardkomponenten die hohen Anforderungen des Maschinenbauers? Diese Frage stellte sich Comau und evaluierte beide Ansätze namhafter Automatisierungshersteller.
Der Schwerpunkt bei einem Roboter liegt in der Antriebstechnik. Die Interpolation der Achsen wird zentral auf einem PC gerechnet. Das System muss ebenfalls offen für die klassischen Feldbusse sein. Comau entschied sich für den Einsatz von Standardkomponenten, da diese kontinuierlich weiterentwickelt werden. Darüber hinaus kann Comau problemlos das gesamte Produktportfolio nutzen. „Mit der Entscheidung, die integrierten Automatisierungslösungen von B&R zu nutzen, haben wir eine technologische Partnerschaft begründet, die uns kurz- , mittel- und langfristige Wettbewerbsvorteile schaffen wird“, erklärt Ing. Maurizio Filoni, General Manager von Comau Robotics.
Im Schaltschrank richtig aufgeräumt
Für die Roboter Applikation von Comau ist das modulare Antriebssystem ACOPOSmulti bestens geeignet. Ein Industrie PC bietet ausreichend Rechenleistung für die Bahnberechnung. Die Sollwerte werden zyklisch alle 400 µs über „Powerlink“ an die Servoumrichter gesendet. „Powerlink“ bietet genügend Bandbreite, damit zwei komplette Roboter mit Zusatzachsen, I/O Daten, Diagnosedaten, Safety Informationen und Feldbussen getunnelt werden können. Über „Powerlink“ kann Comau eine beliebige Zahl an Profibus, DeviceNet oder CANopen Master/Slaves kombiniert einbinden. Dies ist wichtig, damit der Roboter in Produktionswerken an eine bestehende Infrastruktur angebunden werden kann.
Mit der B&R Lösung konnte Comau den bereits optimierten Schaltschrank um weitere 30 Prozent reduzieren. Dank der kompakten Bauweise von ACOPOSmulti kann mit nur drei Doppelachsmodulen auf engsten Raum ein Roboter mit sechs Achsen betrieben werden. Die Durchsteckvariante eine von drei Kühlvarianten des ACOPOSmulti - ermöglicht, dass die Kühlkörper außerhalb des Schaltschranks platziert sind. Das spart wiederum Platz und lässt im Schaltschrank keine zusätzliche Temperatur entstehen. Zusätzlich kann der Schaltschrank aufgrund des APC820, ein leistungsstarker Industrie PC im ACOPOSmulti Format, weiter reduziert werden. Im spannungslosen Zustand wird der Roboterarm mittels Motorbremsen gehalten. Der Arm würde ansonsten aufgrund der Gravitation ungebremst zu Boden gehen. Dabei können mechanische Schäden sowohl am Roboter selbst als auch in der Umgebung entstehen. Um das zu vermeiden, hat B&R in Zusammenarbeit mit Comau eine Safe Brake Control Funktion entwickelt. Dies ist eine zusätzlich redundant ausgeführte Motorbremsansteuerung. Was aber, wenn die Motorbremse selbst versagt? Der ACOPOSmulti erkennt dies und verhindert ein schnelles Abfallen des Armes, indem die Energie im Motor selbst vernichtet wird. Der Roboterarm geht somit gedämpft zu Boden und verhindert einen Schaden am Roboter und der Umgebung. „Die Safe Brake Control“ Lösung ist eines der Beispiele wo B&R bewiesen hat, dass die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert. Dadurch erreichen unsere Roboter im Zusammenhang der Motorbremsansteuerung SIL 2“, erklärt Enrico Mauletti, Engineering Director bei Comau. Mauletti weiter: „Unsere Ingenieure konnten in Kooperation mit B&R die Cogging Kompensation optimieren, um eine gleichförmige Bewegung bei niedrigen Drehzahlen sicherzustellen.“
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