WLAN? Das ist etwas für große Konzerne oder für das
Netzwerk zuhause. „Falsch“, sagt Netzwerkspezialist Olaf
Schilperoort, Produktmanager bei Belden. Auch Mittelständler können in ihrer Fertigung von WLAN profitieren.
Netzwerke werden ja üblicherweise von spezialisierten Systempartnern installiert. Was müssen der Mittelständler und sein Systempartner über ein solches System wissen?
Wer immer mit der Planung und Installation eines Netzwerkes zu tun hat, sollte sich damit beschäftigen. Denn wir können zeigen und belegen, wie einfach und schnell sich ein Netzwerk aufsetzen lässt. Ein Controller als zentrale Netzwerk-Komponente unterstützt genau das. Er findet von seiner zentralen Position aus die einzelnen Access Points und konfiguriert sie selbständig. Das ist eine deutliche Arbeitserleichterung.
Nun hat eine Montageanlage schon einmal 15 oder 20 Stationen. Kann oder wird man die einzelnen Stationen einzeln oder abschnittweise anschließen?
Dafür gibt es keine Regel. 15 oder 20 Stationen – das ist nach unserer Einschätzung eine überschaubare Zahl. Wir reden ja bei Controllern über bis zu 1.000 Access Points, die angeschlossen werden können. Und der Techniker platziert diese Access Points so wie es physikalische Aspekte erfordern. Das kann ihm der Controller nicht abnehmen. Andere Funktionen dagegen schon, beispielsweise übernimmt es der Controller, die Geräte netzwerktechnisch zu konfigurieren und zu überwachen.
Auf Kongressen wird gerne über den Einsatz in der Prozessindustrie gesprochen. Sind die Fertigungsleute in der Industrie zurückhaltender oder haben sie weniger Geld?
Weder noch. Ich kann das nicht bestätigen. Die Prozessindustrie ist in diesem Fall eher der Vorreiter, aber keineswegs die ausschließliche Zielgruppe. Normalerweise sind die Fertiger diejenigen, die schneller neue Netzwerk-Technologien einsetzen.
Nun könnte man ja auch in der Fertigung, anders als in der Prozessindustrie, zunächst mit einer Insellösung beginnen. Denkbar?
Auf jeden Fall. Die Geschichte hat ja auch einen für Mittelständler interessanten finanziellen Aspekt. Das ist ein Pluspunkt unserer Lösung: Sie können mit einem Access Point beginnen. Wir haben auch entsprechende Software für kleine Lösungen, über die Verwaltung der Access Points vom PC aus zu machen. Wächst die Anlage, kann man jederzeit einen Controller dazustellen, wenn das komfortabler oder einfach auch notwendig ist.
Aber muss ich dann nicht Komfort gegen Überschaubarkeit aufrechnen?
Nein, denn unsere Windows-Software stößt bei vielleicht 50 Geräten an ihre Grenzen. Ab dieser Größe ist die Lösung mit Controller sinnvoll, weil der als leistungsfähiges Gerät alles integriert und in der Lage ist, auch eine größere Zahl von Access Points zu managen.
Und wenn ich jetzt einfach keine 500 Access Points habe?
Dann überzeugen vielleicht die anderen Vorteile der Lösung. So hat der Controller eine Firewall und VPN-Fähigkeiten integriert. Mit der damit verbundenen Authentifizierung ist in einem solchen Netzwerk noch ein Sicherheitsaspekt verbunden. Gerade die Idee des „demarcation point“, also des Grenzpostens zwischen verkabeltem und nicht verkabeltem Netzwerk, ist eine der Aufgaben des Controllers. Diese Aufgabe kann er auch schon in einem sehr kleinen Netzwerk erfüllen. Alleine dieses Feature macht den Controller interessant.