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Kraftvoll und innovationsbereit

„Effizienter – Innovativer – Nachhaltiger“ will sich die Hannover Messe 2010 präsentieren. Dabei sind es die Aussteller, die mehr als 4 000 Innovationen auf die Messestände bringen, wenn die Messe am 19. April startet.

Erste Zeichen einer Erholung machen sich in der Industrie breit. Da kommt die Hannover Messe gerade recht. „Die Hannover Messe zeigt sich in diesem Jahr kraftvoll – trotz eines nach wie vor schwierigen konjunkturellen Umfeldes“, sagte Dr. Wolfram von Fritsch, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. „In mehreren Branchen keimt der Optimismus.“ Einzelne Firmen verzeichneten bereits einen Zuwachs der Auftragseingänge im zweistelligen Prozentbereich, berichtete von Fritsch.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir bei der Ausstellerzahl in etwa das Niveau des Boomjahres 2008 erreichen“, sagte von Fritsch. Vor zwei Jahren hatten sich mehr als 4 800 Unternehmen auf der Hannover Messe präsentiert. „Aussteller sagen uns, dass sie in der Krise auf das Original und damit auf die Messe setzen.“ Es sei aber ein Trend zu immer kurzfristigeren Anmeldungen erkennbar. Gut drei Wochen vor der Veranstaltung haben sich mehr als 4 600 Unternehmen aus 63 Ländern angemeldet. Sie belegen eine Fläche von mehr als 152 000 Quadratmetern. Von Fritsch: „Dieser Stand entspricht unseren Planungen. In diesen Zeiten ist das ein sehr solides Ergebnis.“

Mit den beiden neuen internationalen Leitmessen MobiliTec und CoilTechnica erweitert die Hannover Messe 2010 ihr Portfolio um wichtige Industriezweige. „Wir erreichen damit neue Aussteller“, sagte von Fritsch. Dabei ist es mindestens ebenso wichtig, alte Aussteller bei der Stange zu halten.

Das Partnerland des weltweit bedeutendsten Technologie-Ereignisses ist in diesem Jahr Italien. Seit vielen Jahren gehört Italien zu den größten Ausstellernationen auf der Hannover Messe. In Halle 6 befindet sich der Zentralstand des Landes mit mehr als 1 600 Quadratmetern. Er wird vom Italienischen Institut für Außenhandel (ICE) organisiert. 300 italienische Unternehmen (2008: 218) belegen eine Ausstellungsfläche von 8 197 Quadratmetern (2008: 4 800). Das Messemotto Italiens ist „Sustainable Mobility“. Es hebt die technischen Fähigkeiten des Partnerlandes bei schadstoffarmen Transport-Systemen hervor.

Eine im vergangenen Jahr gestartete USA-Kampagne der Deutschen Messe AG zeigt erste Erfolge, wie die Messe mitteilt. Diese Kampagne habe das Ziel, die Zahl der Besucher aus den USA für die Hannover Messe zu steigern. Bisher gibt es mit 34 Partnern Kooperationen. Zahlreiche wirtschaftspolitische Delegationen aus den USA haben ihren Besuch in Hannover angekündigt. Zu den Partnern gehören unter anderen die German-American Chamber of Commerce, das US Department of Commerce, der US Commercial Service, die National Association of Manufacturers, die Small Business Agency und die Economic Development Agency sowie die Hispanic Chamber of Commerce und der Staat Michigan. 2010 vereint die Messe neun Einzelmessen, unter anderem die Industrial Automation, Digital Factory, MicroNanoTec sowie Research & Technology. Zu den ergänzen Themen zählt „Mobile Roboter & Autonome Systeme“.

Alles in Bewegung

„Mobile Roboter & Autonome Systeme“ sollen in Hannover in kompletter Bandbreite gezeigt werden. Darin liegen Hannover und München alle zwei Jahre im Wettbewerb. Die Hannover Messe zeigt in Halle 14 was Forschung, Industrie und Dienstleister unter dem Thema verstehen und was sie dazu anbieten. Das Thema ist eingebunden in die internationale Leitmesse Industrial Automation und profitiert natürlich vom Umfeld. Angrenzende Schwerpunkte wie Produktionslogistik, Maschinen- und Anlagenbau, Bildverarbeitungs-Lösungen sowie Antriebstechnik bieten branchenübergreifende Schnittstellen.

„Den aktuellen Herausforderungen immer neuer Marktsituationen begegnen die Produktionstechnologie und Logistik mit zunehmender Automatisierung, zum Beispiel mit dem verstärkten Einsatz von Robotern oder autonomen Transportsystemen“, sagt Matthias Brucke, Bereichsleiter Business Development, FuE-Bereich Verkehr, beim Institut für Informatik (OFFIS) in Oldenburg. „In Zukunft wird es möglich sein, diesen Systemen mehr Flexibilität und Autonomie zu geben. Die Fähigkeiten und möglichen Einsatzgebiete werden damit drastisch vergrößert.“ Speziell die „Embedded Systems“, also „eingebettete Systeme“, die aus einer Kombination von Mikroelektronik und Software bestehen, stellen ihm zufolge eine zentrale Technik dar. Dadurch seien solche Systeme in der Lage, flexibel zu reagieren. „Zukünftig werden kooperierende Teams aus autonomen Systemen dazu beitragen können, komplexe Produktions- und Transportaufgaben zu lösen.“

Das OFFIS demonstriert dieses Zusammenspiel mobiler Systeme. Es belegt mit kooperierenden Gabelstaplern oder autonomen Flugrobotern zur Überwachung, wie Mobilität, Intelligenz und Flexibilität kombiniert und effizient eingesetzt werden können. So übernehmen Flugroboter die Grenz- und Küstensicherung oder Überwachung von Gas- und Öl-Pipelines. Sie können auch zur Schadenserfassung in Katastrophenfällen eingesetzt werden. „Eingebettete Systeme“ als notwendige Basistechnik stehen im Fokus der Forschung bei OFFIS. Das Institut ist in Halle 14 (Stand L20) zu sehen.

Im Schwerpunkt „Mobile Roboter & Autonome Systeme“ wird die gesamte Bandbreite mobiler Systeme deutlich. Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) aus Magdeburg zeigt anwendungsorientierte neue Robotersysteme und Teilkomponenten. Es setzt dabei das Augenmerk auf die Kooperation von Roboter und Mensch. In Hannover wird ein zum Patent angemeldeter neuartiger Berührungssensor zur Druck-Erfassung vorgestellt. Der Sensor kann in Form einer künstlichen Haut an Roboter, Maschinen und Anlageteilen zur sicheren Kollisions-Erkennung angebracht werden. Damit sich Mensch und Roboter bei der Arbeit nicht in die Quere kommen, bietet das IFF (Halle 14, Stand J10) diese neue Technik. Sie erfasst die Personen und ihre Bewegungen im Arbeitsraum des Roboters. Damit wird sichergestellt, dass der Roboter die Menschen nicht verletzt. Das Institut befasst sich zudem mit der Entwicklung von Service-Robotern in schwer zugänglichen Kanälen und an Fassaden. Kollege Roboter übernimmt hier anstelle des Menschen gefährliche oder monotone Arbeiten.

Doch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine findet nicht nur in der Industrie statt, sondern auch in anderen Teilen der Gesellschaft. So dient der Roboter als Helfer behinderter Menschen. Das Institut für Automatisierungstechnik (IAT) an der Universität Bremen zeigt den Forschungsstand zum Assistenz-Roboter FRIEND. Das Forschungsziel ist ein Rehabilitations-Roboter, der Behinderten den Umgang mit Haushalts-Objekten wieder ermöglicht. Das System besteht aus einem Roboterarm, der auf einem elektrischen Rollstuhl montiert ist, und diversen Sensoren, um die Umgebung zu erfassen.

Die Kommunikation mit dem Roboter soll künftig durch direkte Auswertungen der Gehirntätigkeit verwirklicht werden. Die Hirnsignale werden mit Hilfe eines „Brain Computer Interface Systems“ (BCI) in Computerbefehle übersetzt. Dadurch sollen Schwerstbehinderte in der Lage sein, ohne jegliche Muskelbewegungen zu kommunizieren. In Halle 14, Stand L10, wird dieses System mit Freiwilligen getestet. Am Stand des Bremer Instituts IAT steuern die Testpersonen mit ihrem Gehirn einen Mini-Roboter durch ein Labyrinth.

Fahrerlos in den Mobile Areas

Bei „Mobilen Robotern & Autonomen Systemen“ stehen anwenderorientierte Präsentationen im Zentrum. Sie werden begreifbar durch die Live-Demonstrationen. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) werden in großer Vielfalt in den „Mobile Areas“ gezeigt. Zusätzlich steuert das Mobile-Forum mit seinem eigenen FTS im 30-Minuten-Takt die Aussteller und ihre Exponate an. „Wir fahren von Stand zu Stand und nutzen die Gelegenheit, die Technologien sowie ihre Besonderheiten vorzustellen“, sagt Günter Ullrich, Leiter des Forums FTS. Er ist einer der Spezialisten, die als mitfahrende Moderatoren den Dialog gestalten werden. „Ein mobiles Forum präsentiert sich in einer mobilen Form - wir gehen da neue Wege.“

Den Schwerpunkt FTS hat auch das Unternehmen Götting aus Lehrte (Halle 14, Stand K08). Es zeigt mit seinen Partnern acht fahrerlose Fahrzeuge auf besondere Art. „Im vergangenen Jahr haben wir bereits unser ,Fahrzeug-Ballett' vorgestellt“, erläutert Firmen-Inhaber Hans-H. Götting.

Großes Interesse an einfachen Fahrzeugen verspürt auch Dieter Eilers, Geschäftsführer der E&K Automation aus Rosengarten-Nenndorf. Sie sollten auf den Prozess des Unternehmens abgestimmt sein. „Gefragt ist eine große Flexibilität im praktischen Einsatz. Schnelle Anpassungen an geänderte Prozessabläufe müssen möglich sein.“ Sein Unternehmen (Halle 14, Stand L11) präsentiert unter anderem ein servicefreundliches kompaktes und wendiges Fahrzeug für ein mittleres Transportvolumen in engen Produktionsflächen.

www.hannovermesse.de

 



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