Was als Redaktionsbesuch begann, endete als Demonstration. Als Demonstration nämlich, wie schnell ein Roboter aufgebaut ist und bewegt werden kann. Damit ist sicher noch keine Applikation umgesetzt, aber der dänische Hersteller ist ja auch erst auf Promotion-Tour.
Das Kräftemessen zwischen Roboter und Chefredakteur war einseitig. Mit einem leichten Druck bringe ich den Roboterarm zum Stillstand. Das ist allerdings auch kein Gewaltakt. Denn ein Personenschutzkonzept ist immanenter Bestandteil des Roboters mit dem aufregenden Namen UR-6-85-5-A. Erreicht der Widerstand eine Kraft von 150 N, bleibt der Roboter stehen. Ungewöhnlich an dem Szenario ist vor allem, dass es in der Redaktion der „Automation & Qualität“ stattfindet.
Aber gehen wir zurück auf „Los" und ich erkläre, wie der Roboter in die Redaktion und wie es zum Kräftemessen kam. Die Geschichte dieses Roboters ist gerade einmal sieben, acht Jahre alt. Zur Vorgeschichte des Roboters gehört die Idee, einen leichten Roboter zu bauen, der einfach zu installieren und leicht zu programmieren ist. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet und vom dänischen Investmentfond Syddansk Innovation gefördert. Seit September 2008 ist Enrico Krog Iversen als Geschäftsführer dabei. Überzeugt vom Konzept des Start-Ups stieg im vergangenen Jahr der dänische State Investment Fund ein, ebenso wie das Management und wiederum Syddansk Innovation.
Dann plaudere ich im Redaktionsgespräch mit Enrico Krog Iversen, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Universal Robots, und Thomas Visti, dem Sales Manager des dänischen Unternehmens, über den Robotermarkt und darüber, dass die Dänen sich zum Ziel gesetzt haben, Robotertechnik jedem kleinen und mittelständischen Betrieb zugänglich zu machen – ein ambitioniertes Ziel. Immerhin: Das Unternehmen mit Sitz in Odense entwickelt und vertreibt Industrieroboter, die durchaus erschwinglich sind. Für 22.000 Euro gibt es einen sechsachsigen Roboter mit 5 kg Traglast und einer Reichweite bis 850 mm. Dabei hat der Roboter mit dem unaussprechlichen Namen nur eine Eigenmasse von 18 kg. Selbstbewusst stellt Krog Iversen fest: „In Dänemark sind wir heute schon die Nummer 3 im Markt.
Inzwischen hat Thomas Visti die beiden aus dem Auto beigebrachten Kisten ausgepackt. In der einen Kiste der Roboter, in der anderen die Steuerung. Binnen Minuten ist der Roboter mit Schraubzwingen an der Tischplatte befestigt, Stecker in die Steckdose und schon zuckt der Roboter ein erstes Mal. Sicherheitsroutinen werden in der Steuerung abgefragt und bald ist der Roboter betriebsbereit.
Sehr einfach zu bedienen ist die grafische Benutzeroberfläche. Nun ist die gestellte Aufgabe, eine Bewegung mit einem Zwischenstopp zu programmieren sicherlich nicht weltbewegend, aber es kommt ja auf die Demonstration an. Thomas Visti: „Für die Programmierung sind keine IT-Spezialisten erforderlich, da die Benutzung intuitiv erfolgt.“
Ein paar „Zugaben“ aus der Datenübersicht: Bei einem Durchschnittsprogramm hat der Roboter eine Leistungsaufnahme von 200 W – nicht zuletzt dank der eigens entwickelten und speziell für diesen Roboter gebauten Motoren. Die Wiederholgenauigkeit wird mit ± 0,1 mm angegeben.
Eine ganze Reihe von Maschinen ist schon im Einsatz, etwa beim Maschinenbauer Linatex, Kopenhagen, wo der Roboter zum Be- und Entladen einer Werkzeugmaschine eingesetzt ist. Sechs Systempartner sind in der D-A-CH-Region bereits gewonnen.